Gold vs. binäre Optionen

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Binäre Optionen sind – anders als Gold in seiner physischen Form – ein Anlagemodell, bei dem Anleger nicht unbedingt auf einen wirklichen Anstieg des Goldpreises angewiesen sind; auf sinkende Kurse innerhalb einer bestimmten Laufzeit können Händler ebenso spekulieren.
  • Beim „echten“ Handel mit Gold ist ungewiss, ob und welcher Höhe später Gewinne erreicht werden. Händler binärer Optionen wissen genau, wie hoch Gewinne und Verluste ausfallen werden.
  • Totalverluste bei physischem Gold sind an sich undenkbar, denn vollkommen wertlos wird das Edelmetall nie, der Binärhandel wiederum kennt normalerweise nur einen kompletten Verlust, wenn falsche Entscheidungen getroffen wurden

Gold vs. binäre Optionen – Wetten auf Gold in jeder Situation

gold gegen binaere optionenDer Binärhandel fand im Bereich des Handels mit „normalen“ Optionsscheinen bereits in knappen Worten Erwähnung. An dieser Stelle folgt nun die Tiefenanalyse dessen, was den Vergleich Gold vs. binäre Optionen im eigentlichen Sinne ausmachen kann aus der Sicht potentieller Anleger. Ähnlich gestaltet sind die Entwicklungsmöglichkeiten bei den beiden Anlagemöglichkeiten: Entweder tritt ein Ereignis ein oder es bleibt aus. Daher rührt auch die Bezeichnung des Handels, der sich an das Binärsystem aus der Mathematik anlehnt. Ganz plakativ ließe sich sagen, dass der Kurs eines bestimmten Basiswertes entweder steigen oder fallen wird – vollständige Kursstagnationen sind in den allermeisten Sparten des Finanzmarktes recht unwahrscheinlich, denn selbst in Phasen einer Seitwärtsbewegung kommt es in aller Regel zumindest zu minimalen Veränderungen der Kurse, die wiederum ausreichen, damit Positionen im Bereich der binären Optionen entweder im Geld oder aus dem Geld enden.

Sinkende Kurse am Goldmarkt sind kein Hindernis für Binaries-Trader

Diese Bezeichnung bedeutet nichts anderes, als das Kunden einen Gewinn („im Geld“) oder Verlust („aus dem Geld“) auf ihrem Handelskonto verbuchen. Welches Szenario eintritt, entscheidet die vorab abgegebene Prognose zur Kursentwicklung des Vermögenswertes, das für die jeweilige Handelsart ausgesucht wurde vom Trader. Gerade binäre Optionen können insofern für Trader am Finanzmarkt von Interesse sein, weil sie in diesem Bereich selbst dann spekulieren und gewinnen können, wenn der Preis für die zur Verfügung stehenden Basiswerte (Assets) nicht unbedingt Hoffnung auf einen anhaltenden Aufwärtstrend aufkommen lässt. Also zum Beispiel in Situationen, in denen die Preiskurve für das beliebte Edelmetall aktuell mehr oder weniger deutlich nach unten zeigt. Tatsächlich erlaubt der Binärhandel das gezielte Wetten auf sinkende Kurse auch am Goldmarkt, aber natürlich nicht nur dort. Die genannten Renditen fallen logischerweise umso geringer aus, je wahrscheinlicher das Eintreten der erwarteten Situation ist.

Eigenschaften binärer Optionen:

1. Anleger kennen von Anfang an ihren Verlust & den möglichen Gewinn
2. meist reichen geringe Mindesteinlagensummen & -einsätze für die Kontoeröffnung und den Handelsstart
3. Handelswerte aus verschiedenen Marktbereichen stehen zur Wahl (meist auch das Edelmetall Gold und andere Rohstoffe)
4. verschiedene Handelsarten erlauben nicht nur das Spekulieren auf steigende Kurse (wie beim physischen Gold)
5. Anleger können auch innerhalb kürzester Zeit enorme Gewinne realisieren (teils bis zu 500 oder 600 Prozent)

Vorteil für den Handel mit echten Gold

Besitzer physischen Goldes erhalten so die Chance, eine Verlustabsicherung für ihre Gold-Reserven einzurichten, ohne direkt einen Verkauf in die Tat umsetzen zu müssen. Denn genau dies droht in der Praxis oft infolge einer Kurzschlussreaktion zu einem mehr oder weniger schmerzlichen Verlust zu werden. Oft findet sich in den Erfahrungsberichten zum Trading binärer Optionen ein Hinweis auf das sogenannte „Hedging“. Hierbei geht es zumindest zum Teil um genau dieses Absichern von Gold-Investments in schlechten Zeiten – durch das Spekulieren auf sinkende Kurse, um das Minus beim Goldpreis auf diesem Wege auszugleichen. Mit Glück erreichen Binaries-Händler in solchem Momenten durch einen ausreichend hohen Order-Einsatz gar einen Gewinn, der über dem Verlust beim physischen Gold liegt. Hierfür braucht es natürlich ein gewisses Know-how, und ohne Erfahrungen könnte es eher zu einem noch schlimmeren Ergebnis als ohnehin schon kommen.

Binäre Optionen eignen sich für kurzfristiges Spekulieren

Interessant sind binäre Optionen aber deshalb, weil Händler hier im Grunde zu jeder Zeit erfolgreich vorgehen können. Optionen schneiden in der Bewertung gegenüber Gold als Anlagemodell vielfach zudem gut ab, da die Zeiträume bis zu einem erhofften Gewinn mitunter wesentlich kürzer ausfallen. Dies ergibt sich aus den flexiblen Laufzeiten, die von Brokern zur Disposition gestellt werden. Oft warten Broker schon mit Laufzeiten ab 60 Sekunden (in Einzelfällen sogar ab 30 Sekunden aufwärts) auf, sodass Gewinne in günstigen Momenten extrem schnell erreicht werden können. Wie gesagt: sowohl bei steigenden als auch sinkenden Kursen, sofern Anleger auf den Binärhandel mit Optionen vertrauen. Jedoch lässt ein generell möglicher Verlust seinerseits ebenfalls nicht allzu lange auf sich warten, wenn mit kurzen Laufzeiten von Minuten oder Stunden gearbeitet wird. Dennoch ist es hier möglich, nicht erst langfristig einen Gewinn zu erreichen, wie in der Betrachtung Gold vs. binäre Optionen als Nachteil des Edelmetalls zu erwähnen ist.

Die Auswahl der einsetzbaren Handelsarten erlaubt Broker-Kunden das Traden – so der übliche internationale Begriff für das „Handeln“ an sich – in jeder Phase des Finanzmarktes. Hierzu müssen Anleger indes die Marktnachrichten zu lesen wissen. Vor allem wenn sie nicht nur Gold als Basiswert in die engere Auswahl gezogen haben.

Ausreichend Geduld für normale Goldanleger obligatorisch

Gold-Investoren, die Barren oder Münzen erwerben, müssen oft Monate, sogar Jahre warten, bis sie in die Gewinnzone steuern. Zumal hier auch etwaige Gebühren für den Kauf und Verkauf sowie Lagerungskosten zu berücksichtigen sind, falls Anleger ihre Reserven nicht zuhause aufbewahren. Ab einer gewissen Goldmenge ist die externe Aufbewahrung in Bank-Tresoren unbedingt ratsam. Für den Binärhandel benötigen Kunden hingegen lediglich ein Handelskonto, für dessen Eröffnung Broker wiederum eine Mindesteinlage verlangen. Diese liegt mehrheitlich im Rahmen von 100 bis 500 Euro, wie nahezu immer mit Ausnahmen nach unten und oben. Für das Trading an sich braucht es darüber hinaus – eine Parallele beider Anlageklassen in der Bewertung Gold vs. binäre Optionen – einen Mindesteinsatz, der branchenintern im Rahmen von 5,00 bis 100,00 Euro angesiedelt sein kann. Die Werte schwanken je nach Anbieter und Handelsart.

Binäre Optionen kennen nur zwei mögliche Entwicklungen

Nimmt man als Vergleichs-Investment physisches Gold, bekommen Anleger für diese Summen nicht viel mehr als Barren oder Münzen mit einem Gewicht von wenigen Gramm – je nachdem, wie hoch das Edelmetall im jeweiligen Moment im wahrsten Sinne des Wortes im Kurs steht. Investitionen im einstelligen oder geringen zweistelligen Bereich kommen bei echtem Gold leider nicht infrage. Nicht vergessen sollten Verbraucher mit Interesse am Binärhandel, dass dieser von Expertenseite nicht ohne Grund als hochspekulativ bewertet wird. Die Aussicht auf enorme Gewinne darf nicht dazu führen, die ebenso hohen Risiken zu übersehen. Falsche Entscheidungen haben in aller Regel Totalverluste zur Folge, denn nur selten sehen Binäre-Optionen-Broker eine Verlustabsicherung vor. Falls doch, liegt diese meist bei maximal einem Viertel des getätigten Einsatzes pro Position. Beim Gold als Sachwert wird es niemals einen kompletten Verlust geben, dafür sorgen die generell gute Nachfrage auf der einen und die begrenzten natürlichen Reserven auf der anderen Seite – selbst wenn es zu einem zwischenzeitlichen Kurseinbruch kommen sollte.

Auch beim Optionshandel können hohe Verluste entstehen

Fast immer lassen steigende Kurse nicht lange auf sich warten. Zumal Verluste ohnehin erst auftreten, wenn ein Verkauf in Angriff genommen wird. Bis dahin handelt es sich erst einmal um ein theoretisches Minus, nicht aber um einen faktischen Kapitalverlust. Am Ende der Laufzeiten der gehandelten binären Optionen hingegen offenbart sich immer und automatisch eine Veränderung des Kontostands. Nicht alle Broker erlauben ihren Kunden das Verlängern oder vorzeitige Schließen bestehender Optionen, falls sich die Lage am Markt nicht wie vom Trader erhofft entwickeln sollte. Der Verlust bei einzelnen Orders mit eher geringem Einsatz mag bei binären Optionen nicht gravierend ins Gewicht fallen – spätestens aber bei regelmäßigen Engagements entsteht schlimmstenfalls ein Gesamtverlust, der über Verluste beim Gold hinausgehen kann.

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Mein Fazit

Binäre-Optionen-Broker sehen zwar vielfach auch den Rohstoff Gold als möglichen Basiswert vor. Dies aber ist meist bereits die einzige wirkliche Gemeinsamkeit mit Anbietern für den Handel mit (physischem) Gold. Ansonsten geht es nicht um den Kauf oder Verkauf an sich, sondern das reine Spekulieren darauf, wie sich der Goldpreis oder der Kurs anderer Vermögenswerte entwickeln wird innerhalb einer bestimmten Laufzeit. Für Händler, die Gold nur als einen Basiswert von vielen verstehen, sind Binäre-Optionen-Broker fraglos interessant. Die Sicherheit eines echten Kaufs von Barren oder Münzen aber können solche Dienstleister nun einmal nicht bieten. Damit sind Binäroptionen also in puncto Krisenabsicherung nicht mit echtem Gold zu vergleichen.

Autor: Agnes Nitsche