Richtig anlegen mit Platin

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Platin könnte zumindest rein preislich am ehesten als direkter Konkurrent zu Gold bezeichnet werden → jedoch ist das Edelmetall noch seltener.
  • Begehrt ist Platin seit einigen Jahren auch und gerade im Bereich der Schmuckherstellung, doch schon weitaus früher spielte es in vielen Industriebereichen eine gewichtige Rolle.
  • Die Auswahl an Anlageprodukten im Bereich Platin fällt relativ überschaubar aus, weshalb Anleger nicht nur vielfach schnell, sondern besonders gut durchdacht vorgehen sollten.

Platin – Investitionsobjekt eher für Experten?

richtig anlegen mit platinSpätestens vor ein bis zwei Jahrzehnten erlangte Platin als ebenso hochwertiges wie teures Edelmetall einige Aufmerksamkeit. Damals tauchte das Material immer häufiger auch im Umfeld der internationalen Schmuck- und Modewelt auf. Auf einmal war nicht mehr Gold das große „Must-have“, stattdessen galt es als chic, Schmuckstücke aus Platin zu tragen. Doch für den normalen Geldbeutel war und ist der Schmuck nicht unbedingt bezahlbar. Nichtsdestotrotz interessieren sich viele Anleger in spe für die Frage, wie sie ihr Geld mit Platin richtig anlegen können bzw. ob und in welcher Weise sich Platin neben den Klassikern Gold und Silber als Investment lohnen kann. Eindeutig zeigt sich am Finanzmarkt in jedem Fall, dass Platin als Geldanlage zunehmend einen Nachfrage-Anstieg erkennen lässt.

Münzen und Barren aus Platin auch für normale Sparer bezahlbar

Das Interesse der Spekulanten erklärt sich in erster Linie damit, dass das Edelmetall vergleichsweise selten vorkommt – die Ressourcen sind also überschaubar, was bekanntlich schon einmal ein wichtiges Kriterium dafür ist, dass das wertvolle Metall weiterhin einen Kursanstieg verbuchen wird. In den vergangenen Jahren erlebten allerdings eher Gold und Silber bei den Preisen einen mehr oder minder beachtlichen Boom, sodass der Preis für Platin sank – besser gesagt: Der Platinpreis brach zeitweise sogar regelrecht ein. Inwieweit sich das Edelmetall als rentable Geld- und Wertanlage eignet, hängt aber nicht allein vom aktuellen Kurs, sondern nicht zuletzt dem eigenen Budget ab in der Zeit nach dem Wiederanstieg des Preises. Einmal mehr sind es vorrangig Platin-Münzen und -Barren interessant, wenn auch Anleger mit eher wenig Kapital in diesem Bereich aktiv werden möchten.

Physisches Platin mit begrenztem Angebot

Ein gewisses Dilemma aus Käufersicht besteht darin, dass die Anlage-Optionen nicht immer allzu vielfältig sind, denn vielfach sind die Angebote am Markt schon frühzeitig vergriffen. Dies wiederum liegt an der Zahl der weltweit interessierten Anleger, noch häufiger aber an den niedrigen Auflagen – vor allem auf dem Sektor der Münzen. Die Seltenheit des Edelmetalls macht es möglich, dass es vielfach nicht lange dauert, bis die Auflagen vergriffen sind.

→ Anleger müssen sich mit den Eigenschaften der Geldanlage auskennen!

Was für alle Geldanlagen gilt, lässt sich auch auf das Edelmetall Platin als goldene Regel anwenden: Anleger müssen wissen, worauf sie sich einlassen und welche Besonderheiten bei den Produkten der Rubrik gelten. Dazu gehört natürlich in erster Linie die Abwägung, wann der beste Moment für den Einstieg und den späteren Verkauf ist. Ein günstiger Einstiegszeitpunkt sorgt natürlich dafür, dass sich Anleger schneller mit dem erhofften Gewinn von ihren Reserven trennen können. Ein gewisses Glücksspiel sind Platin-Investitionen im Grunde immer, da hier vor allem die Industrie für die hohe Nachfrage sorgt. Die Herstellung von Katalysatoren ist ein wichtiger Bereich, in dem das Edelmetall Platin benötigt wird. Dabei muss erwähnt werden, dass viele Hersteller der geringen Produktionskosten wegen zunehmend auf das preiswertere Palladium zurückgreifen. Bricht die Wirtschaft ein, sinkt dementsprechend die Nachfrage, was wiederum den Preis sinken lassen wird.

Platin als Grundlage von Fonds und Derivaten durchaus riskant

Eine Option für Anleger können Fonds wie ETFs (Exchange Traded Funds) sowie Aktien von Platinminen-Betreibern sein, jedoch sind auch und gerade diese Angebote immer mit einem Verlustrisiko verbunden. Die Bewertungen von Experten aber lassen vermuten, dass Verbraucher, die richtig anlegen mit Platin, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf lange Sicht Renditen realisieren werden. Akute eindrucksvolle Gewinne aber sind wie bei Gold und Silber eher nicht zu erwarten. Platin – wie das an anderer Stelle noch thematisierte Palladium, aber auch die kleine Goldschwester Silber – findet in erster Linie in der Industrie Verwendung. Die Schmuck-Produktion ist zwar ein Einsatzbereich, ist aber nicht der wichtigste Zweck. Gold hingegen dient Anlegern oft insbesondere mit dem erstrangigen Ziel der Absicherung des Vermögens in schwierigen Wirtschaftszeiten, in denen Papiergeld und viele Anlageklassen riskant sein können.

Industrie- als Schmuckbranchen-Nachfrage 

Die Einordnung des Edelmetalls Platin in die Sparte der Industriemetalle aber macht das Investment aus Investorensicht insofern zu einem komplexen Ansatz, weil ein Einbruch der Weltwirtschaft einenRückgang der Nachfrage aus der Industrie nach sich ziehen wird. Im nächsten Schritt kommt es zu einem mehr oder weniger deutlichen Kursrückgang des Platinpreises. Richtig anlegen in Platin bedeutet in diesem Sinne also ebenso, den passenden Zeitpunkt fürs Abstoßen zu erkennen, um Gewinne mitzunehmen oder schlimmeren Verlusten auszuweichen.

Platin eignet sich ebenfalls als Möglichkeit zur Risikostreuung

Dennoch ist Platin wie die meisten anderen Edelmetalle ein möglicher Weg, um als Anleger einen Inflationsschutz aufzubauen. Letztlich auch deshalb, weil Totalverluste wie etwa bei Aktien unwahrscheinlich sind. Platin wird immer genutzt und ist in der Natur nur begrenzt verfügbar, einen kompletten Wertverlust müssen Anleger also nicht fürchten. Gerade als Möglichkeit zur Diversifikation innerhalb des Depots kommt das von manchem Insider auch als das „edelste Edelmetall“ titulierte Format gerne zur Sprache. Woran es Platin fehlt, ist historischer Wert, wie er nachweislich bei Gold und Silber nur allzu offensichtlich ist. So war Papiergeld zum Beispiel gerade in den USA lange Zeit an den Goldpreis gekoppelt. Über die Schönheit der Edelmetalle hingegen kann ohne Frage gestritten werden.

Sehr überschaubare Fördermengen weltweit bei Platin

Rein haptisch unterscheidet sich Platin als das wertvollste der weltweit verfügbaren Edelmetalle von Gold in erster Linie durch das Gewicht, denn Gold ist leichter als Platin. Auch hinsichtlich der Fördermengen pro Jahr zeigt sich ein gravierender Unterschied. Werden jährlich etwa 2.500 bis 3.000 Tonnen Gold gefördert, bringt es Platin nicht einmal auf ein Zehntel dieses Wertes. Vorrangig erfolgt die Förderung übrigens in Südafrika. Mehr als 70 Prozent der global abgebauten Mengen werden dort gefördert. Der große chemische Aufwand zur Produktion des reinen Edelmetalls führt beim seltenen Platin zu vergleichsweise hohen Kosten, insbesondere die erforderliche Veredlung lässt die Investitionssummen steigen.

Sparpläne: richtig anlegen mit Platin? 

Wer eine langfristige Wertsteigerung anstrebt, aber nicht über größere Finanzreserven verfügen kann, tut gut daran, sich mit dem Modell der Sparpläne auseinanderzusetzen. Denn hier stoßen Anleger auf die Möglichkeit, mit Edelmetallen wie Gold und Silber, aber eben auch mit Platin auf lange Sicht zu sparen. Produkte fürs Platinsparen sind gerade deshalb interessante Varianten des Spekulierens, weil die Anbieter der Produkte in der Regel keine hohen Mindesteinlagen von Neukunden verlangen. Kunden können vielmehr schon mit einem recht geringen monatlichen Sparbetrag konstant am Vermögensaufbau für die eigene Zukunft arbeiten, um ein Produkt mit hoher Chance zur Wertsteigerung für sich zu nutzen.

Auch hier realisieren Anleger keine Rendite aus Zinszahlungen

Einmal mehr punktet Platin (neben den anderen genannten Edelmetallen) als lohnender Weg zur Streuung des Anlagerisikos im Depot. Sparpläne können je nach Anbieter meist schon mit Summen von nur 20 bis 50 Euro pro Monat schrittweise aufgebaut werden. Im Ratgeber „Richtig anlegen mit Platin“ darf niemals der Hinweis darauf fehlen, dass Anleger keinerlei Zinserträge erreichen in diesem Segment, auch Dividendeneinnahmen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Dennoch zeigen sich viele Verbraucher gerade von der guten Wertbeständigkeit überzeugt, zumal Platin unabhängig von der Bankenbranche gehandelt wird. Kurseinbrüche sind generell denkbar, wie wir bereits gesehen haben. Dennoch stellen etwaige Totalverluste kein Risiko dar – denn ein gewisser Platin-Wert bleibt grundsätzlich erhalten. Bleibt der Bedarf und sinken die Vorkommen, wird der Kurs früher oder später weiter steigen. Sparplan-Offerten eignen sich gut für Kleinanleger, durchaus auch als Sparmodell für den Nachwuchs mit vorausschauender Planung und der nötigen Konsequenz.

→ Verstehen, wie Investitionen in diesem Bereich überhaupt vonstattengehen

Um richtig in Platin anlegen zu können, braucht es selbstverständlich einen Überblick über die Handelskosten, die auch in diesem Sektor auftreten. Empfehlenswert ist das dauerhafte Sparformat, bei dem Anleger nicht an eine feste Laufzeit gebunden sind und Verkäufe jederzeit gebührenfrei möglich sind von Seiten der Anbieter. Darüber hinaus sollten auch außerplanmäßige Ankäufe sowie Anpassungen der Sparraten zulässig sein, um flexibel auf die Preisentwicklungen reagieren zu können. Im Frühjahr 2016 erreichte Platin im Vergleich zu den meisten anderen Edelmetall eine überdurchschnittlich gute Performance, was abermals für den hohen Nutzen aus Sicht begeisterter Anleger spricht.

Kursrückgänge als lohnender Einstiegszeitpunkt

Dass Platin in aller Regel in physischer Form bevorzugt wird von Anlegern, liegt im hohen Eigenwert des Edelmetalls begründet. Hier wird also eine Parallele zum Gold wie auch zum verwandten Silber offensichtlich. Und im Prinzip zu allen Edelmetallen, die sich für Investoren nicht nur, aber doch vor allem in Krisenzeiten als sicher erweisen. Noch ist Platin in diesem Rahmen eher auf einem Nebengleis anzutreffen. Dies bedeutet aber ebenso: Für Anleger kann sich hier ein großes Potenzial entwickeln. Schwierig gestalten sich Anlagewünsche, weil Spekulanten, die sich an den Tipps rund um das Thema „Richtig anlegen mit Platin“ orientieren möchten, oft sehr genau nach einem passenden Moment suchen müssen. Denn sogar die bekannten großen Edelmetallanbietern am Markt können die steigende Nachfrage der recht geringen weltweiten Fördermengen wegen nicht immer befriedigen.

Klare Ziele beim Spekulieren geben Rahmen für Investments vor

Noch komplizierter wird es, wenn Kunden eine sehr genaue Vorstellung davon haben, welche Münzen oder Barren-Größen es mit Blick aufs Budget und die Renditeziele sein sollen. Denn die Auswahl und verfügbaren Mengen sind vielerorts überschaubar. Für Münzen gilt diese Aussage umso mehr, da Platin-Münzen weitaus seltener geprägt werden als Gold- und Silberprodukte dieser Sparte. Indirekt und unter Insidern nimmt Platin aber seit einiger Zeit schon inoffiziell die Führungsposition unter den Edelmetallen ein. Dies liegt natürlich daran, dass der Preis für eine Feinunze Platin über dem Kurs für die selbe Menge Gold liegt – doch auch hier kam es zwischenzeitlich nach einem gravierenden Höhenflug zu einer Bereinigung.

Richtig anlegen mit Platin 

Elementar ist für Anleger generell hinsichtlich aller Produkte im Platin-Kontext der Blick auf die wirtschaftlichen und politischen Umstände (insbesondere jene geopolitischer Art). Sind Wirtschaftskrisen und vorrangig steigende Inflationsraten erkennbar, ist die Flucht in Edelmetalle und damit auch Platin-Investitionen physischer Natur weiterhin das beliebteste Verhaltensmuster vieler Anleger an allen internationalen Märkten. Kräftige Investitionen zeigten sich in den vergangenen Jahren gerade an den asiatischen Handelsplätzen. Dies liegt am Wachstum der dortigen Schmuckindustrie. Ein Rückgang der Förderung in den Ländern Afrikas leistet den Entwicklungen des Kurses nochmals Vorschub.

Neue Technologien im Bereich der Brennstoffzellen werden in Zukunft ebenfalls höchstwahrscheinlich einen Nachfrage-Anstieg befeuern, sodass Anleger, die in günstigen Phasen richtig anlegen, mit Platin gutes Geld verdienen können. Wie beim Gold aber raten Experten, dass Anleger nur etwa 5 bis maximal 10 Prozent ihres Kapitals in Platin und andere Edelmetalle investieren.

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Mein Fazit

Bemerken werden Anleger, die sich erstmals die Frage stellen, wie man richtig mit Platin anlegen kann, dass hier in aller Regel mit Minibudgets eher keine Käufe getätigt werden können. Zum einen haben die diversen Platin-Produkte aufgrund der Nachfrage und der geringen Ressourcen an sich schon meist einen recht hohen Preis, der teils auch die Kosten für Barren und Münzen aus Gold in den Schatten stellen kann. In erster Linie aber ist der Markt an sich schon merklich kleiner als die Handelsplätze für Gold und Silber. Wer investieren möchte, muss beim Platin-Investment also sehr aufmerksam sein, um zügig zuschlagen zu können und Chancen für sich zu nutzen.

Autor: Agnes Nitsche