Investieren in Kupfer

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Industriemetalle wie gerade Kupfer erscheinen Anlegern ohne umfangreiche Erfahrungen in diesem Sektor oft wenig rentabel, umso überraschender ist es da, dass gerade das Investieren in Kupfer auch privaten Anlegern aufgrund stetig steigender Nachfragewerte ungeahnte Gewinn-Bereiche erschließen kann
  • Anders als bei Gold und Silber geht es beim physischen Handel von Kupfer wegen des deutlich geringeren Preises meist eher um Kilomengen als um Gewichts-Einheiten wie Gramm und Unze → so müssen Investoren von Anfang an die Thematik der Aufbewahrung sehr genau im Blick haben, um die Kosten in Grenzen zu halten.
  • Auch Kupfer ist zunehmend im Bereich der CFD- und Binäre-Optionen-Broker anzutreffen, sodass neben dem Kauf physischen Kupfers zudem das Spekulieren auf einen Rückgang des Kurses beim Industriemetall infrage kommt → wenn Anleger das höhere Risiko einzugehen bereit sind, um eindrucksvolle Renditen zu realisieren.

Investieren in Kupfer – interessanter als von vielen Anlegern erwartet

investieren in kupferViele Anleger denken bei Edelmetallen beim besten Willen nicht daran, dass über Gold, Silber und Platin hinaus noch andere Werte für Investitionen infrage kommen könnten. Dazu gehört unter anderem auch das Metall Kupfer, das die meisten normalen Sparer zunächst einmal nicht mit rentablen Anlagemöglichkeiten verbinden. Dabei ist das Übergangsmetall, das auch als Schwermetall mit schwacher Reaktivität bezeichnet wird, durchaus nicht unwichtig, wenngleich es dabei auf den ersten Blick nicht unbedingt um die Vorzüge des Kupfers als Geldanlage geht. Verwendung findet es unter anderem wegen seiner guten Eigenschaften als Wärmeleiter; die Stromleitfähigkeit ist ebenfalls ausgezeichnet, was das vergleichsweise weiche Metall in diversen Bereichen der Industrie zur ersten Wahl macht. Verbrauchern begegnet Kupfer im Alltag im Grunde ständig, da es bis heute in vielen Münzen zum Einsatz kommt. Investieren in Kupfer schien vielen Spekulanten bisher aber wenig interessant.

Doch wie steht es um die Chancen, die sich aus dem Handel ergeben können? Welche Aspekte sollten private und institutionelle Sparer berücksichtigen bei der Planung und den endgültigen Investments?

Metall-Nachfrage vor allem durch den Bedarf bei Münzherstellung

Gerade der Bedarf auf dem Gebiet der Münzfertigung hält den Kupferbedarf weltweit hoch, die Nachfragen aus Bereichen wie der Instrumentenfertigung, der Elektroinstallation (vor allem in Kabeln, Leiterplatten etc.) und dem Kunsthandwerk sorgen ebenfalls für ein ordentliches Handelsvolumen. Ob und in welcher Weise sich investieren in Kupfer lohnt, hängt nicht zuletzt von eben dieser Nachfrage ab, da die Industrie den Löwenanteil des internationalen Kupferhandels ausmacht. Ansonsten findet das Metall bekanntlich in Rohren, Elektrogeräten und vielen Alltagsgegenständen Verwendung. Der Bedarf ist nach wie vor groß, auch wenn gerade Elektronik- und IT-Hersteller seit Jahren zunehmend die positiven Eigenschaften anderer Metalle erkennen und zum Beispiel auf die im Ratgeber ebenfalls noch thematisierten Sondermetalle und Seltenen Erden vertrauen.

Kupfer im Fonds-Bereich 

Ein wichtiger Anlagebereich für alle, die das Investieren in Kupfer in Erwähnung ziehen, sind Angebote aus dem ETF-Spektrum, wobei die Zahl der Produkte in dieser Sparte nach wie vor recht übersichtlich ist, um es positiv zu formulieren. Die meisten Produkte wurden erst vor wenigen Jahren aufgelegt und stecken damit meist noch in den Kinderschuhen. Doch genau dies kann im Einzelfall für Anleger zur guten Gelegenheit werden. Ganz ohne Zweifel ist Kupfer im Vergleich bei Weitem nicht so edel wie Silber oder sogar Gold. Daraus ergibt sich ein relativ günstiger Preis, der sich natürlich wie immer nach dem Gewicht richtet. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Kupfer nicht ohne Grund eine zunehmend höhere Nachfrage verbucht.

Wertzuwachs überrascht unerfahrene Investoren vielfach

Dies liegt in erster Linie daran, dass der Preis nach und nach deutlich zugelegt hat. Derartige Entwicklungen ziehen automatisch die Aufmerksamkeit anderer potentieller Käufer und Händler auf sich. In der Tat können auch private Anleger im Kupferbereich investieren und gute Renditen erreichen. Faktisch stieg der Preis für das Metall sogar deutlicher als im Gold- und Silbersegment. Erwähnt werden muss an dieser Stelle, dass vor allem die Veränderungen bei der Nachfrage Einfluss auf den Kupferpreis haben, denn das Angebot als solches bleibt unter normalen Umständen weitgehend stabil. Vor Augen führen sollten sich Sparer, dass sie in diesem Fall in einem recht kleinen Markt agieren. Allzu viele Interessenten gibt es im Grunde nicht, meist bestimmen einige wichtige Großinvestoren den Handel. Die starken Schwankungen (Stichwort „Volatilität“), die sich daraus ergeben, bieten vor allem im Bereich der derivativen Finanzinstrumente Chancen.

Binäre Optionen und Differenzkontrakte (CFDs) erlauben Spekulationen auf steigende und zugleich sinkende Kurse, sodass Anleger Preisschwankungen durch Wetten auf einen Kursrückgang für sich nutzen können. Mit teils sehr hohen Risiken, zugleich aber auch entsprechend hohen Renditen, wenn korrekte Prognosen abgegeben werden.

Kurs-Rekorde erlebten zwischenzeitliche Bereinigung

Der aktuelle Preis für eine Tonne Kupfer liegt (Stand: April 2016) bei umgerechnet 4.400 Euro. Für eine Investitionssumme in Höhe von nur 500 Euro erhalten Anleger also einen Gegenwert von mehr als 100 Kilogramm des Metalls. Wer physische Werte bevorzugt, sollte sich also möglichst früh Gedanken über das Thema Lagerung machen. Zuhause jedenfalls fehlt es in aller Regel am nötigen Platz für die Aufbewahrung. Derivate sind deshalb in den allermeisten Fällen nicht nur die erste, sondern oft regelrecht die einzige Alternative, um an den Entwicklungen des Kupferpreises partizipieren zu können. Eine Kursanalyse zeigt, dass es in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Konsolidierung kam, denn beispielsweise im Jahr 2012 lag der Preis weit über dem aktuellen Kursniveau. Solche Bereinigungen der Kurse aber sind keineswegs die Ausnahme, sondern in nahezu allen Sparten des Finanzmarktes gang und gäbe.

Lange Geschichte des Industriemetalls    

Kupfer kann dabei auf eine lange Geschichte zurückblicken, denn ähnlich wie Gold und andere Metalle wird es von Menschen seit Jahrtausenden (Stichwort Kupferzeit und Bronzezeit ab dem 5. Jahrtausend v. Chr.) als Material bereits zur Herstellung von Schmuck, Werkzeug und nicht zuletzt Waffen verwendet. Für Kupfer sprach und spricht dabei seit jeher die Tatsache, dass das Metall eine einfache Verarbeitung erlaubt. Wichtiger Bestandteil ist es neben Zinn zudem bei der Herstellung von Bronze bzw. zusammen mit Zink bei Messing-Erzeugnissen. Heute werden etwa 70 Prozent des vorhandenen Kupfer im Baugewerbe sowie der Elektronikbranche genutzt. Trotz der „Eigenschaft“, ein Industriemetall zu sein, kann das bis heute am längsten genutzte Metall Kupfer durchaus anlagerelevant sein. Nicht ohne Grund berichten Medien weltweit darüber, wenn größere Minen bestreikt werden. Eine starke Nachfrage gibt es letztlich auf allen Kontinenten.

Auch Kupfer verzeichnet in Krisenphasen große Begeisterung

Der sehr volatile Kupferpreis erlaubt Spekulationen, aber wie bei den meisten (Edel-)Metallen nur durch direkte Maßnahmen. Diese Aktivität ist vom Anleger gefragt, weil keine Dividenden- oder Zinszahlungen erfolgen. So führt Kupfer also durch „echte“ Käufe und Verkäufe oder den erwähnten Handel mit Derivaten wie Optionen, CFDs, Zertifikate oder auch Futures zur Rendite im Erfolgsfall. Die Aufmerksamkeit für Kupfer stieg im Zuge der Finanzkrise, die sich etwa seit dem Jahr 2007 zunehmend zuspitzte. Bekanntlich erhalten Rohstoffe nun einmal immer dann Zuspruch von Seiten der Anleger, wenn Krisen entstehen und die Angst vor einem Wertverlust des Geldes grassiert. Damit ist im Prinzip auch schon auf die Gefahren hingewiesen, die beim Investieren in Kupfer auftreten können – kommt es zur Erholung der Wirtschaft, brechen die Preise für Rohstoffe, insbesondere für Edelmetalle in der Regel wieder ein.

Eine gewisse Nachfrage nach Kupfer – auf durchaus hohem Niveau – wird aber erhalten bleiben, was schon allein daran deutlich wird, wie engagiert die Recycling-Industrie in diesem Bereich arbeitet, um die Ressourcen über die weiterhin förderbaren Mengen weiter aufzustocken.

Gewinne in kurzen Intervallen sind eher unwahrscheinlich

Insgesamt wichtig ist ein hohes Maß Geduld, denn ohne extrem hohe Investitionssummen sind keine akuten Gewinne wahrscheinlich. Es braucht Langmut und Ausdauer. Dann aber ist Investieren in Kupfer chancenreich. Wer es eilig hat, investiert in Derivate. Anleger, die den physischen Weg bevorzugen, gehen den bekannten Weg über Banken oder Edelmetallhändler, was wiederum einen genauen Vergleich der Ausgabeaufschläge erfordert, um die besten Konditionen zu erhalten. Barren und Münzen aus Kupfer sind meist nicht allzu teuer aufgrund des geringen Preises. Spezielle Anlagemünzen sind zumeist kostspielig. Doch nicht immer rechnet sich die Investition, da oft beim Verkauf nur der Materialwert gezahlt wird. Auch dieses Dilemma ist Anlegern vom Gold- und Silbermarkt bestens vertraut. Darüber hinaus wird in diesem Fall die Mehrwertsteuer fällig, zudem ist die Lagerung größerer Mengen des Industriemetalls mit Gebühren verbunden.

Investitions-Möglichkeiten miteinander kombinieren?

Aktien von Kupferminen-Betreibern (und anderen Wertpapieren im Zusammenhang mit dem Thema) verursachen wiederum Börsengebühren, während das Trading mit Derivat-Produkten auf Kupferbasis zu entsprechenden Handelsplatz-Entgelten führen kann. Alle genannten Kosten müssen aus dem Gewinn gedeckt sein, erst danach erreichen Investoren die Rendite-Zone. Übrigens kann sich der Mix aus Investitionen in Finanzderivate und physisches Industriemetall rechnen. Inhaber von Wertpapieren, die in die Verlustzone geraten, müssen ihre Aktien zur Risikobegrenzung nicht gleich verkaufen. Durch binäre Optionen oder CFDs können Verluste kurzfristig abgefangen werden. Mit Glück und Geschick kann ein Minus sogar insgesamt in ein Plus umgekehrt werden. Was nicht heißt, dass die Kupferbestände über den Derivat-Gewinn hinaus nicht auf lange Sicht nochmals eine Rendite einbringen können.

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Mein Fazit

Angesichts des vergleichsweise geringen Kupferpreises braucht es beim Investieren in physisches Kupfer schon relativ viel Platz, um im Fall der Fälle in Größenordnungen von etwa mehreren Tonnen zu planen. Ganz ohne einen professionellen Partner für die Lagerung und im nächsten Schritt demzufolge ohne Lagerungsgebühren wird der Handel damit eher nicht gelingen. Zudem sind gute Renditen erst langfristig zu erwarten, in diesem zeitlichen Rahmen aber rechnen Analysten dem Industriemetall gute Chancen aus. Derivate Finanzinstrumente und Aktien von Minenunternehmen (wie auch andere Wertpapiere, die einen Bezug zum Thema haben) sind für kurz- und mittelfristig planende Anleger meist die bessere Grundlage. Auf der anderen Seite sind beide Ansätze für viele die zwei unverzichtbaren Seiten einer Medaille.

Autor: Agnes Nitsche