Vergleich von Trading & Investing

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Es gibt einige feine und einige deutliche Unterschiede zwischen den Bereichen Trading und Investing. Und gerade die Differenzen müssen Anlegern sehr genau bekannt sein, denn nur dann haben sie die Chance, für sich das Bestmögliche aus den Finanzinstrumenten herauszuholen.
  • Trader realisieren ihre Gewinne und Verluste über die eigentlichen Kursbewegungen, Investoren hingegen erreichen Rendite je nach Strategie auch über zusätzliche Erträge wie die Ausschüttung von Dividenden.
  • Trading birgt in gewisser Weise den Vorteil, dass Gewinne in diesem Bereich auch akut, also kurzfristig erreichbar sind, während Investoren in vielen Fällen deutlich mehr Geduld bis zur ersten Rendite aufbringen müssen.

Einzelne oder kombinierte Anwendung kann zum Erfolg führen

Viele Fachbegriffe von Investment Trading bis Stock Trading finden sich in den Fachportalen. Einige der Begriffe werden aus Sicht all jener Anleger, die einen sinnvollen Weg fürs Trading für Anfänger und Fortgeschrittene suchen, mitunter missverständlich verwendet. Deshalb braucht es einen genauen Vergleich. Trading & Investing sind für sich genommen interessante Investitions-Ansätze, die einzeln, aber ebenso gut miteinander kombiniert zum Erfolg führen können. Dies trifft auch auf den Sektor Forex Trading zu, bei dem Händler auf Kursveränderungen von Devisenkursen spekulieren. Auch dieses Konzept mit Orders über einen FX-Broker (FX steht hier für „Foreign Exchange“, also den besagten Handel mit Währungen) kann auf sich allein gestellt funktionieren oder im Wechselspiel mit anderen Trading- und Investment-Aktivitäten zur Rendite führen.

Ähnliche Begriffs-Verwendung birgt für Anleger durchaus Risiken

Am besten gelingt eine Annäherung an den Vergleich von Trading & Investing über die Definition dessen, was Experten unter einem Investor auf der einen und einem Händler auf der anderen Seite genau verstehen. Denn aus diesen Erklärungen ergibt sich zwangsläufig eine Vorstellung dessen, was sich hinter beiden Modellen tatsächlich verbirgt. Die oft ähnliche Verwendung der Termini kann bei Anlegern ohne Vorerfahrungen zu falschen Entscheidungen, zumindest aber zu Verständnisproblemen führen. Korrekt ist aber gleichermaßen, dass in beiden Fällen Profite an verschiedenen Finanzmärkten realisiert werden sollen. Im Falle eines Investments zeichnet sich die Vorgehensweise der Anleger dadurch aus, dass Geld in Aktien, Anleihen, Fondsanteile (speziell Investmentfonds) und weitere Instrumente des Marktes „gesteckt“ wird. Aus den verschiedenen Investitionen setzt sich dann das jeweilige Portfolio des Investors zusammen.

Investing birgt Chancen zum Erreichen mehrgleisiger Rendite

Hintergrund ist das schrittweise Erarbeiten von Gewinnen über das (Aktien-)Depot. Zum Investment gehören dabei ebenso Zukäufe rentabler Wertpapiere und das Durchführen von Umschichtungen bei schlechten Kursentwicklungen. Diese haben das Ziel, verlustbringende Aktien durch vielversprechende Alternativ-Werte zu ersetzen und das Budget möglichst vollständig gegen ein Minus zu schützen. Akute Gewinne sind hierbei eher nicht die Regel, wenngleich sie bei sehr deutlichen Kursgewinnen nicht ausgeschlossen sind.

Renditen realisieren Investoren am Aktienmarkt auf unterschiedliche Weise. Dazu gehören:

  • Dividendenausschüttungen
  • erneute Investitionen in andere/weitere Aktienwerte
  • Zinserträge (z.B. Aufzinsungen)
  • Aktien-Splits

Investoren halten Positionen im Einzelfall über Jahre hinweg

Wichtig für Anleger im Investment-Sektor ist ein hohes Maß an Geduld. Je nachdem, auf welche Börsenstrategien Investoren vertrauen möchten, kann es unter Umständen etliche Jahre dauern, bis Anlagen zum Erfolg führen. Selbst Zeiträume von Jahrzehnten sind nicht undenkbar, wenn Aktionäre nach dem Modell „Buy and Hold“ (zu deutsch: Kaufen und Halten) vorgehen. In diesem strategischen Fall vertrauen Investoren darauf, dass zwischenzeitliche Kursrückgänge früher oder später wieder ausgeglichen werden durch eine positive Trendwende.

Es geht also darum, schlechte Zeiten an den Finanzmärkten gewissermaßen auszusitzen, bis die Aktienpreise wieder steigen. Das Idealmodell ist dabei, dass das zeitweilige Minus nicht nur reduziert wird, sondern Aktionäre möglichst insgesamt mit ihrem Depot in die Gewinnzone steuern. Die eher langfristige Ausrichtung verlangt ein Verständnis für wichtige Kennzahlen rund um die Aktiengesellschaften und ihre Wertpapiere. Grundlegende Hinweise auf realistische Preise geben beispielsweise Kennzahlen wie das KGV, also das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Trading meist mit Zeiträumen zwischen Minuten und Monaten

Trader (also Händler) wiederum setzen zum Teil auch auf Aktien oder Anleihen als Trading-Instrument – jedoch außerhalb der eigentlichen Haltezeiten von „Buy and Hold“-Aktivitäten. Investoren schauen aufgrund ihrer Verhaltensmuster auf die jährlichen Gewinne. Beim Trading hingegen geht es um kurzfristige Renditen. Wobei zu sagen ist, dass Trader für das Spekulieren auf die Kursentwicklungen von Devisen(-Paaren), Rohstoffen und Aktien je nach Handelsplattform und Broker-Angebot durchaus auch Positionen über mehrere Monate (in seltenen Ausnahmefällen bis maximal 12 Monate) halten können, bevor es zum Verkauf kommt – bzw. zu einem Kauf, sofern die Händler eine Entscheidung zugunsten eines Leerverkaufs getroffen haben.

Die Folge der meist kurzen Haltedauer: Beim Trading werden Renditen oft pro Monat erreicht. Oder sogar binnen Minuten und Stunden, falls sich Anleger für den Bereich Daytrading begeistern können. Die Broker werben in den verschiedenen Nischen mit Gewinnen von bis zu 80 oder 90 Prozent. Sehr risikofreudige Plattform-Nutzer können gar auf mehrere 100 Prozent hoffen. Getradet wird im Normalfall durch den Ankauf eines Finanzinstruments zu einem möglichst geringen Kurs und dem späteren Verkauf zu einem höheren Kurs.

Trader können auch bei sinkenden Kursen gewinnbringend arbeiten

Beim Gegenmodell mit einem Leerverkauf entsteht der Gewinn entsprechend andersherum: Hier wird ein Verkauf in Form eines Termingeschäfts zu einem hohen Kurs vorgenommen, später kommt es dann im Falle sinkender Kurse zu einem Erwerb. Händler haben den Vorteil, dass sie – anders als Aktionäre – nicht allein durch deutlich steigende Kurse Gewinne mitnehmen können. Sie haben vielmehr die Chance, auch durch vordergründig negative Kursänderungen rentabel zu wirtschaften. So können gezielte Spekulationen auf sinkende Kurse ebenfalls Gewinne nach sich ziehen. Allerdings sind beim Trading je nach Ansatz Totalverluste nicht gänzlich unwahrscheinlich. Beim Aktienhandel ist dies sonst eher nicht zu befürchten, solange eine Aktiengesellschaft nicht in die Insolvenz abstürzt und die Aktie auf den Nullpunkt fällt.

Dafür wissen Händler von Anfang an, welcher Gewinn oder Verlust ihnen auf dem Händlerkonto entstehen kann. Möglichkeiten zur Einflussnahme und zum automatisierten Investieren bieten sich im Vergleich von Trading & Investing in beiden Umgebungen. Zu diesem Zweck bieten Broker Extrafunktionen wie einen Stop Loss oder Limits, so dass Verluste vermieden bzw. minimiert sowie Untergrenzen für An- und Verkäufe installiert werden können. Anbieter stellen oftmals auch Analyse-Instrumente zur Verfügung, so dass Händler besser Bewertungen vornehmen können.

Daytrader nutzen maximal die Zeitspanne eines Handelstages

Während Aktionäre beim Investment im Grunde nur abwägen können, ob sie kurz-, mittel- oder langfristig vorgehen möchten, gibt es im Falle des Tradings etliche Rubriken, in die sich Händler eingliedern lassen. Die erwähnten Daytrader etwa verzichten generell aufs „Overnight-Trading“ (das Halten von Positionen wenigstens bis zum nächsten Handelstag oder über längere Zeiträume), was zusätzliche Gebühren vermeidet. Langfristiger Handel über Monate oder Jahre wird oft auch als „Position Trading“ bezeichnet. „Scalping“-Trader erzielen Gewinne durch Orders binnen Sekunden oder Minuten und ziehen ihren Gesamtgewinn aus vielen kleineren Positionen. Beim so genannten „Swing Trading“ arbeiten Anleger mit Fristen von Tagen und Wochen und nutzen gezielt die Schwankungen der Kurse an den Märkten.

Kurzfristige Gewinnmitnahme vs. langfristiges Investitions-Verhalten

Welcher Weg der richtige ist, hängt unter anderem vom bisherigen Erfahrungshorizont, der Risikofreudigkeit sowie dem finanziellen und zeitlichen Spielraum ab. Die nationalen und internationalen Finanzmärkte sind dabei sowohl beim Investing als auch beim Trading die Basis für den Erfolg – sieht man einmal vom außerbörslichen Engagement ab, zumal auch hier Finanz-Instrumente von den Märkten selbst gehandelt werden. Der Unterschied ist vor allem ein zeitlicher: Trader nehmen Gewinne meist eher in kurzer Zeit mit, beim Investing wiederum sind längere Haltezeiten gängige Praxis. Fürs Trading müssen Händler noch aufmerksamer sein, da sie ständig Ausschau halten müssen nach Gelegenheiten für einen Kauf oder Verkauf.

larserichsen

Mein Fazit

Wir haben gesehen: Vor allem durch zwei Aspekte unterscheidet sich das Trading vom Investing. Einerseits durch die zeitliche Komponente, denn Trader bewegen sich mit ihren Orders oft im Zeitfenster von Minuten bis Stunden, Investoren hingegen halten gerade Aktien nicht selten über etliche Jahre hinweg. Der zweite zentrale Punkt ist, dass Investoren weitgehend auf steigende Kurse angewiesen sind, um rentabel zu investieren. Trading-Anhänger können ihrerseits durchaus aus einem Kursverlust in bestimmten Bereichen der Handelsplätze Profit ziehen, indem sie bewusst auf negative Entwicklungen spekulieren, die dann auch tatsächlich auftreten.

Autor: RP