Grundlagen des Tradings

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Zahlreiche Begriffe dienen als Grundlage des Tradings. Anleger müssen zumindest die wichtigsten dieser Fachbegriffe zwingend kennen und verstehen, um bei den Echtgeld-Trades sinnvolle Entscheidungen treffen zu können.
  • Wie entstehen Angebot und Nachfrage, was sind Markttiefe, Volatilität und Handelsvolumen? Und um was geht es bei Brokern und Handelsplattformen eigentlich genau? Diese Fragen gehören zu denen, die Trader in spe vor dem Start stellen sollten.
  • Ein Verständnis für erste strategische Ansätze wie die Dow-Theorie sowie die Aspekte Bid, Ask & Slippage schadet ebenfalls nicht, um Rendite-Chancen korrekt bewerten zu können.

Wie funktioniert die Börse eigentlich und wie entstehen Kurse?

Um zu verstehen, wie die Börse funktioniert und wie überhaupt an den Finanzmärkten Geld verdient werden kann, müssen Anleger mindestens die wichtigsten Grundlagen des Tradings kennen. Vielfach reichen selbst diese Aspekte nicht aus, um eine Ahnung davon zu bekommen, auf welche Punkte es beim Handel Tag für Tag wirklich ankommt. Bei manchem Thema sind sich Experten im Hinblick auf die Wichtigkeit nicht unbedingt einig. Bei anderen Begriffen herrscht Einigkeit, weil feststeht, dass es Anlegern ohne ein generelles Verständnis maximal auf Basis des eigenen Glück gelingen wird, Renditen zu realisieren. Das Wissen um die Schwankungen am Markt und die Ursachen für diese Entwicklungen gehören ebenso zu den elementaren Begrifflichkeiten wie die Preisbildung: Angebot & Nachfrage stehen dabei durchaus in engem Zusammenhang mit der Volatilität. Auch das Handelsvolumen entscheidet maßgeblich über Kursentwicklungen.

Diese und etliche weitere Termini präsentieren wir in den folgenden Grundlagen des Tradings eingehend, damit auch Anfänger Schritt für Schritt in den Handel mit Aktien und anderen Finanz-Instrumenten einsteigen können, ohne sich allein dem Schicksal ausliefern zu müssen.

Preisbildung: Angebot & Nachfrage

  • Angebot & Nachfrage sind die elementaren Faktoren, damit es an einem beliebigen Markt überhaupt zur Preisbildung kommen kann. Steigt die Nachfrage, legt der Preis zu. Andersherum sinken die Preise am Markt, wenn die Nachfrage rückläufig ist.
  • „Ask“ und „Bid“ sind nicht die einzigen Einflüsse bei der Preisbildung – für den Wettbewerb aber sind sie ohne Frage unter den bedeutendsten Aspekten, die Trader kennen müssen.
  • Ganz gleich, in welchen Bereichen des Finanzmarktes Trader tätig sein wollen: Angebot & Nachfrage spielen immer und überall zumindest eine gewisse Rolle.

Bid & Ask – zwei internationale Begriffe im Börsenhandel

Die Begriffe Angebot & Nachfrage begegnen Anlegern in aller Regel schon sehr früh bei der Beschäftigung mit der Trading-Materie. Auf den ersten Blick mag mancher Leser denken, im Grunde bereits alles über dieses so wesentliche Thema zu wissen. Und letztlich mag dies im Einzelfall auch stimmen. Auf Nachfragen zeigt sich jedoch vielfach, dass zwar ein Grundverständnis vorhanden ist. Eine präzise und durchweg korrekte Definition dessen, was sich hinter dem Bereich „Preisbildung: Angebot & Nachfrage“ verbirgt, fällt vielen Menschen aber doch schwer. Generell gilt: Die Preise für Instrumente an Finanzmärkten werden durch die wechselseitigen Mechanismen von Angebot auf der einen und Nachfrage auf der anderen Seite definiert. Gängige Begriffe für diese Wechselwirkung lauten im Fachjargon „Gleichgewichtspreis“ und „Marktpreis“. Es geht also um ein Gleichgewicht beider Aspekte auf einem Markt für ein bestimmtes Instrument.

Angebot & Nachfrage bei allen Wertpapieren und Derivat-Modellen relevant

Die Preise können im eigentlichen Sinne überhaupt erst entstehen, wenn sich Käufer und Verkäufer gemeinsam auf vertragliche Bedingungen für den Handel mit dem Instrument X einigen. Gehandelt werden unterschiedlichste Dinge. Die Preisbildung mit Angebot & Nachfrage ist für Forderungen wie Anleihen ebenso wichtig wie für Vermögenswerte aus den Bereichen Währungen, Aktien, Fonds oder Rohstoffe. Im gleichen Maße spielen Angebot und Nachfrage aber eine zentrale Rolle bei Dienstleistungen sowie alltäglichen Gütern/Waren. So sind beide Punkte genau genommen schon beim normalen Einkauf im Supermarkt relevant.

Am idealen Markt ergibt sich tatsächlich ein stabiler Preis mit einem Gleichgewicht zwischen dem Angebot auf der einen und der Nachfrage auf der anderen Seite.

Was versteht man unter Angebot?

Per Definition ist das Angebot die Menge eines Gutes/eines Finanzinstruments/einer Dienstleistung, die Erzeuger bzw. Anbieter A zu einem definierten Preis anzubieten imstande ist. Ein höherer Preis am Markt für das betreffende Gut wird mehrheitlich mit einem niedrigeren Angebot der Erzeuger im jeweiligen Bereich sowie einem niedrigeren Angebot insgesamt einhergehen.

Was ist mit dem Begriff Nachfrage gemeint?

Als Nachfrage wird die Menge X eines bestimmten Gutes bezeichnet, die Konsumenten zu einem definierten Preis zu kaufen bereit sind. Dabei geht es an dieser Stelle abermals um mehrere Faktoren. So geht es nicht allein um die Menge des gehandelten Gutes, sondern darüber hinaus den Geschmack der Anleger/Konsumenten, um die Preise für etwaige Alternativ-Güter und die Einkommenshöhe derer, die Investitionen vornehmen möchten.

Nachfrage entscheidet nicht allein über Preisbildung

Fehlt es an so genannten Komplementär-Gütern, kann dies massiven Einfluss auf die Preisbildung haben. Auch Trends und Moden sind ein wichtiger Faktor im Rahmen der Preisgestaltung bei Angebot & Nachfrage. Verlieren Anleger das Interesse an einem bestimmten Gut, sinkt die Nachfrage zwangsläufig. Steigende Einkommen sowie ein Konjunkturboom können wieder einen Anstieg der Nachfrage zur Folge haben. Dementsprechend lassen Flauten der Konjunktur und daraus resultierende Einkommensrückgänge auch die Nachfrage sinken.

Preise können je nach Markt unterschiedlich entstehen

Auch die Form des jeweiligen Marktes, an dem Güter gehandelt werden, entscheidet in weiten Teilen über die Preisbildung. So können Angebot & Nachfrage und somit die Preise selbst von Anbietern künstlich beeinflusst werden. Vor allem Monopol-Stellungen (an westlichen Märkten sind diese weitgehend durch staatliche Restriktionen und Einflussnahmen ausgeschlossen) erlauben Anbietern, den Abnehmern ihre eigene Preisbildung aufzuzwingen. Die Güter-Preise werden dann also ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Nachfrage bestimmt. Kaufen oder nicht kaufen – in einem Monopol-Markt sind dies die beiden einzigen Optionen, die sich Konsumenten bieten. Anders verhält sich die Lage in einem Markt mit Oligopol-Ausrichtung.

Zahl der Marktteilnehmer schwankt je nach Markt und Standort

Hier existieren wenigstens ein paar wenige Anbieter, so dass es – von der Gefahr von Absprachen zwischen den Erzeugern abgesehen – wenigstens einen gewissen Wettbewerb am Markt geben wird. Dies wirkt sich meist schon zugunsten der Nachfrager aus. Die beste Situation begegnet den für die Nachfrage verantwortlich zeichnenden Konsumenten in einem so genannten „Polypol“. Hier buhlen viele verschiedene Erzeuger/Anbieter um die Gunst der Konsumenten – sie produzieren vergleichbare Güter und Waren oder offerieren gleiche Dienstleistungen. Dieses größere Angebot wirkt sich günstig auf die Preisbildung aus – zumindest aus Sicht der Käufer, die die freie Auswahl haben. Innerhalb eines Polypols geht es im Übrigen nicht allein um die Anzahl der Produzenten. Sind zugleich viele Nachfrager vorhanden, wirkt sich dies ebenfalls auf die Preisbildung aus. Hierbei ist auch von einem zweiseitige Polypol die Rede.

Wettbewerb bestimmt ebenfalls die Kurse am Markt

Die Preisbildung umfasst also, auf welche Art und Weise Preise an einem Markt überhaupt zustande kommen und in welcher Höhe dies der Fall ist. Fester Bestandteil ist die Preisbildung im Rahmen der so genannten Preistheorie, die sich auch eingehend mit den angesprochenen verschiedenen Marktformen auseinandersetzt. Die Form des Marktes und die Bildung der Preise („auch „Pricing“) sind untrennbar miteinander verbunden. Anbieter müssen sich (von einem Monopol einmal abgesehen) generell am aktuellen Marktpreis orientieren, um im Wettbewerb mit der Konkurrenz eine Chance auf Abnahme ihrer Güter/Leistungen zu haben. Ein Angebot zu einem günstigeren Kurs würde unweigerlich zur Anpassung der Mitbewerber-Preise führen.

Auf den Handel mit Aktien und anderen Finanz-Instrumenten bezogen gilt bezüglich Angebot und Nachfrage:

Je mehr Anbieter sich von ihren Beständen trennen möchten, desto größer ist das Angebot. Dies lässt in der Regel die Preise sinken. Eine Ausnahme sind Neuemissionen an der Börse, in deren Folge mehr Aktien in Umlauf sind als zuvor. Denn bei erfolgversprechenden Wertpapieren steigt die Nachfrage nach den zusätzlichen Kontingenten. Auch am Devisenmarkt bedeutet ein größeres Angebot, dass sich mehr Händler zum Verkauf entschieden haben. Steht diesem Angebot keine ähnlich große Nachfrage gegenüber, wird es bei der Preisbildung zu Kursverlusten kommen. Auch vielfältige wirtschaftliche und politische Aspekte können sich auf die Preisbildung mit Angebot & Nachfrage auswirken. Leitzinsentscheidungen beispielsweise hinterlassen am Devisenmarkt einen bleibenden positiven oder negativen Eindruck. Werden zusätzliche Geldmittel auf den Markt gebracht, können die Devisenkurse nachfolgend sinken. Schlechte Bilanzen können ihrerseits am Aktienmarkt zum Rückgang der Nachfrage und Anstieg des Angebots bei einer bestimmten Aktie eines Unternehmens führen.

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Mein Fazit

Angebot und Nachfrage sind die zwei wichtigsten Einflüsse für die Gestaltung eines Preises, auch wenn es durchaus noch andere Punkte gibt, die bei der Preisbildung von Bedeutung sind oder sein können. Dazu gehören beim Aktienhandel nicht zuletzt Daten aus dem Umfeld einer Aktiengesellschaft. Genau genommen sind Angebot & Nachfrage die Grundlage des Wettbewerbs an jedem Markt. An ihnen müssen sich Anbieter orientieren, um ihre Produkte an die Anleger zu bringen. Gleiches gilt natürlich für potentielle Käufer, die mit ihren Budgets möglichst bestimmte Wertpapiere erwerben möchten.

Andrea Unger
Autor: Andrea Unger
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