Einfache Orderarten – Market, Limit und Stop

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Viele Broker aus den verschiedenen Bereichen des Marktes erlauben Kunden nicht nur das Platzieren „normaler“ Market Orders mit direkter Ausführung zum nächstmöglichen Kurs, sondern offerieren zudem verschiedene zusätzliche Orderarten von Stops bis hin zu Limits.
  • Gerade Trader, die nicht ständig die Kurse im Blick behalten können, haben mit den hier präsentierten einfachen Orderarten die Gelegenheit, Zielpreise anzusetzen, so dass Broker automatisch ihre Orders ausführen, wenn die Kurse ein vorgegebenes Niveau erreicht haben.
  • Market Orders, limitierte Orders und Stop Orders sind drei von etlichen Optionen, um bereits erreichte Kursgewinne mitzunehmen oder auftretende Verluste zu begrenzen – idealerweise natürlich mit dem Ziel, ein Minus gänzlich zu verhindern.

Einfache Orderarten nicht nur bei Anfängern im Trading beliebt

orderartenUm an den Märkten zu ordern, also Handel mit den verschiedensten Finanz-Instrumenten zu betreiben, haben Trader unterschiedliche Möglichkeiten. Sie können manuell zu einem bestimmten Moment Orders ausführen über die Plattformen ihrer Broker, wenn sie die Aktienkurse oder Preise für andere Vermögenswerte für günstig halten. Gleiches gilt selbstredend für den Fall eines Verkaufs. Doch die Broker haben schon vor Jahrzehnten neben der direkten Ausführung der Handelsaufträge etliche Orderarten entwickelt, die ihren Kunden zusätzlichen Spielraum im Alltag bieten sollen. Die Anleger erhalten so die Gelegenheit, auch ohne ständige Präsenz eigene Entscheidungen automatisch umsetzen zu lassen, eben durch ihre Verbindungspartner zu den Börsen und anderen Märkten. Market-, Limit- und Stop-Orders zählen aus dem Blickwinkel des Experten weitgehend zu den einfachen Orderarten.

Eine wichtige Erklärung vorab: Dass die hier vorgestellten Orderarten als vergleichsweise einfach gelten, bedeutet auf keinen Fall, dass Händler nicht verstehen müssen, wie derlei Orders im Einsatz funktionieren und worauf zu achten ist. Bevor Anleger die genannten Orderarten erstmals verwenden, muss erläutert werden, zwischen welchem Kategorien Broker in dieser Sparte differenzieren.

Trader können verschiedene Arten von Limit-Orders installieren

Zunächst einmal existieren einerseits Orderarten mit Limit-Einrichtung, andererseits nennen Anbieter unlimitierte Orderarten als Handels-Extra jenseits der Ausführung von Hand. Weiterhin unterscheidet der Markt zwischen

  1. Zeit-Limits
  2. Preis-Limits

Limits vorteilhaft beim Kurzfristhandel und langfristigen Trades

Die genannten Orderarten wie auch viele der weiteren verfügbaren Typen in den Portfolios der Broker dienen Händlern dazu, auf Schwankungen an den Börsen reagieren zu können. je kurzfristiger Trader investieren, desto wichtiger können automatisierte Orders für Anleger sein. Denn manuelle Korrekturen nehmen mehr Zeit in Anspruch als die vom System auf Basis der vorgegebenen Parameter automatisch ausgeführten. Natürlich entscheiden Broker-Kunden selbst, welcher Weg der für sie richtige ist. Fans des Daytrading-Modells mit Haltezeiten von meist 60 Sekunden bis zu wenigen Stunden kommen bei den Orderarten in besonderer Weise auf ihre Kosten. Ihnen fällt es eben wegen der kurzen Zeitspannen, binnen derer sie aktiv werden müssen, schwer, mittels einer technischen oder fundamentalen Analyse in Eigenregie sinnvolle Entscheidungen aus Kursentwicklungen abzuleiten und sie dann rechtzeitig in Orders umzusetzen, bevor die Kurse wieder eine andere Richtung einschlagen. Vor allem schaffen die Orderarten insgesamt eine gewisse Entspannung. Denn es ist problemlos möglich, der gewählten Strategie treu zu bleiben, ohne selbst ständig für die Marktbeobachtung verantwortlich zeichnen zu müssen.

Die wichtigsten einfachen Orderarten präsentieren wir in den folgenden Abschnitten genau, damit Händler erkennen, welchen Nutzen ihnen welcher Order-Zusatz tatsächlich bieten kann. Argumente für die Verwendung gibt es jeweils genügend. Vor allem der geringe zeitliche Aufwand spricht für die im weiteren Verlauf vorgestellten Orderarten, da sie beim Kauf ebenso wie beim Verkauf für rasche Umsetzungen sorgen.

Die Market Order in der Analyse – umgehende Ausführung ohne Verzug

Nachteile gehören zu den Orderarten wie die erkennbaren Vorteile bestimmter Investitionsansätze. Dies trifft natürlich auch auf die so genannte Market Order zu. Sie erweist sich insbesondere in Märkten mit sehr schnellen Bewegungen als richtige Ausgangsposition – immer vorausgesetzt, dass der Markt von einer hohen Liquidität gekennzeichnet ist und die gehandelten Basiswerte (Assets) ein gutes Volumen vorweisen können. Der Hintergrund der Orderart ist darin zu sehen, dass auf die Installation von Limits generell verzichtet wird. Stattdessen verfolgen Händler das Ziel, dass ihre Orders so schnell wie möglich und zum nächsten realisierbaren Kurs in die Tat umgesetzt werden über die Plattformen ihrer Broker. Der zeitliche Vorzug der Market Order ist darin zu sehen, dass unter idealen Bedingungen eine Ausführung in Echtzeit gelingen kann.

Lücken im Kurs bei Market Orders nicht ausgeschlossen

Jedoch kann je nach Markttiefe und Stimmung an Märkten eine „Slippage“ auftreten. Dahinter verbirgt sich eine Kursschwankung, die eine Differenz zwischen dem prognostizierten Kurs und dem Preis der Ausführung darstellt. Gravierende Kursschwankungen drohen Anlegern vor allem an Märkten und bei Handelswerten mit eher geringer Liquidität. Denn dort können Kurse sehr dramatisch schwanken – und das nun einmal auch zum Nachteil der Kunden, wenn der Kurs wesentlich schlechter ausfällt als der Kurs, zu dem die Händler das Trading angestrebt haben. Umso wichtiger ist es also aus Händlersicht, den richtigen Zeitpunkt für Market Orders abzupassen. Eindeutige Marktumgebungen vereinfachen den Einsatz dieser Orderart. Im falschen Moment mit Limits zu arbeiten, birgt das Risiko, sich stattliche Gewinne entgehen zu lassen.

Die wichtigsten Limit-Orders beim Trading von Aktien und Co.

Der Begriff der „Limit Order“ ist genau genommen selbsterklärend. Kunden legen dazu in der Regel entweder einen Mindestpreis für die Ausführung ihrer Trading-Aufträge fest oder sie entscheiden sich für einen Höchstkurs, damit sie bei akuten Änderungen der Kurse nicht zu viel Geld in eine geplante Position investieren müssen. Limits können dabei sowohl im Falle eines Kaufs wie auch eines Verkaufs ein sinnvolles Finanz-Instrument sein, um Gewinne zu sichern und Verluste zu begrenzen. Verhindert wird in beiden Fällen, dass Broker bereits auf den Weg gebrachte Positionen bei deutlichen Kursabweichungen später zuungunsten ihrer Händler ausführen. Sobald die als Limits angesetzten Preise unterschritten oder übertroffen werden, wird die Order-Absicht ausgesetzt oder gänzlich storniert.

Nicht mit einer Limit Order verwechseln sollten Trader die so genannte „Bestens-Order“. Diee stellt im Grunde einen Auftrag dar, bei dem Broker für Kunden stets den aktuell besten Preis erzielen sollen, den der Markt zu bieten hat – und zwar ohne langes Abwarten. Bedingung für das Existieren einer limitierten Order ist, dass sie erst zur Ausführung kommt, wenn die vorab eingerichteten Bedingungen am Markt erfüllt sind.

Stop Loss Orders

Die einzelnen Orderarten können im Einzelnen durchaus nochmals unterteilt werden, wie unter anderem die Stop Loss Order mit Nachdruck bestätigt. Bei dieser speziellen Order-Variante geht es beim Basismodell zunächst einmal darum, dass Händler Grenzwerte für den Fall sinkender Kurse einrichten, die unterhalb der Marktpreise im Moment der Order-Einrichtung liegen. Denkbar ist die Orderart sowohl im Hinblick auf die Gewinnabsicherung wie auch die Verlustbegrenzung. Ist die eingerichtete Marke für den Stop-Loss erreicht, führt die Handelsplattform des Online-Brokers automatisch die jeweilige Order aus. Auch für den Fall, dass der genannte Kurswert unterschritten wird, kommt es zur Verkaufsorder-Ausführung. Hierbei kommt es normalerweise zu einer unlimitierten Order – dies erfolgt nach dem „Bestens“-Ansatz, also zum nächsten handelbaren Preis, den der Markt in diesem Moment bietet. Ähnlich funktioniert die Order mit „Stop Loss Limit“. Zentraler Unterschied ist dabei, dass es nicht zu einer Bestens-Order kommt.

Limitierte Orders bei steigenden wie sinkenden Kursen nützlich

Stattdessen setzen Händler auf eine limitierte Verkaufsorder, die eine ergänzende Kursabsicherung darstellt. Auf die Ausführung wird verzichtet, sofern der Kurs unterhalb des eingegebenen Limit-Wertes liegt. Die anfangs geplante Gültigkeit der Order bleibt somit erhalten. Die Alternative in die entgegengesetzte Richtung wäre übrigens eine so genannte „Stop Buy Order“. Sie sieht die Installation einer Obergrenze des Kurses vor. Wird dieser Preis am Markt erreicht (oder natürlich überschritten), führt der Broker im Kundenauftrag zum „Billigst“-Preis eine Kauforder aus. Irrelevant ist an diesem Punkt, ob der aktuelle Preis nun ober- oder unterhalb des festgelegten Aktien-Kurses (oder eines anderen Instrumenten-Preises) zu finden ist. Empfohlen werden „Stop Buy“-Orders für Phasen, in denen Trader nicht unentwegt die nötige Zeit für die eigenständige Marktanalyse aufbringen können oder wollen.

Limit Orders sind also generell Aufträge für einen (Ver-)Kauf, durch die Händler dafür sorgen, dass sie aus ihrer Sicht in den Genuss eines günstigen Marktpreis-Niveaus kommen.

Im Beispiel könnte eine Stop Loss Order wie folgt aussehen:

Anleger X hat die Aktie Y zu einem Preis von 50 Euro in einer nicht genauer definierten Menge erworben. Nun ist das erklärte Ziel, einen Verlust von maximal 20 % in Kauf zu nehmen. So wird entsprechend nach dem Kauf der Wertpapiere zeitnah eine Verkaufsorder mit einem Preis-Limit von 40 Euro eingerichtet. Sinkt der Kurs tatsächlich auf diesen Wert oder darunter, übernimmt der Broker die Bestens-Ausführung des Verkaufsauftrags.

Der Zusatz „Bestens-“ bedeutet in diesem Fall, dass nicht ein gesondertes Limit für den Verkaufspreis vorgesehen ist, sondern ein Verkauf zum aktuell bestmöglichen Kurs erfolgt, der am Markt realisierbar ist. Wie deutlich die Verkaufspreise vom Zielpreis abweichen, hängt auch und gerade davon ab, wie volatil und liquide das gehandelte Finanzinstrument ist, will heißen: Massiv gehandelte Aktien beispielsweise bieten bessere Chancen als Wertpapiere, bei denen Angebot und Nachfrage eher gering einzuschätzen sind.

Vorsicht bei wenig gehandelten Aktien und Wertpapieren

Bei eher kleinen und wenig getradeten Aktienunternehmen sollten Trader daher die eigenständige Ausführung dem Automatik-Handel vorziehen – so wenigstens lauten die Tipps vieler Analysten, die auf die Risiken automatischer Orderausführungen hinweisen. Stop Loss Orders in Kombination mit Limit-Orders gibt es im Broker-Vergleich eher selten. Wie groß der Nutzen eines Stop Loss sein kann, haben viele Trader insbesondere während der akuten Finanzkrise ab dem Jahr 2006 am eigenen Leib erfahren müssen. Binnen kürzester Zeit stürzten damals die Kurse vieler Märkte, Indizes und Einzelwerte ins Bodenlose – zum Leidwesen der Anleger, die eher nach der Strategie „Kaufen und halten“ vorgingen, statt regelmäßig die Kurse im Blick zu behalten und frühzeitig verlustbringende Werte abzustoßen. Oft entscheiden Sekunden über Erfolg und Misserfolg in dramatischen Marktumgebungen. Buy Stop Orders sowie Buy Limit Orders dienen Tradern als Absicherungsmechanismus gegen sehr schnelle Kursbewegungen.

Essentielle Frage: Welche Kurse bieten sich als Stop-Marken an?

Einmal mehr gibt es keine Pauschalaussagen dazu, welcher Preis als Marke für Stop-Loss- und Limit-Orders sinnvoll ist. 10 bis 20 Prozent über/unter dem aktuellen Preis werden vielfach von Profis genannt, wobei die Schwankungsanfälligkeit der Instrumente den Ausschlag geben kann. Stark schwankende Aktien sprechen für etwas mehr Spielraum, wenig schwankende Werte hingegen rufen eher nach geringeren Kursabständen. Abgeraten wird vielfach von runden Preisen. Der Grund: Viele Anleger setzen ihr Limit oder den Stop Loss in diesen Bereichen an. Die Folge sind nicht selten massive Kurseinbrüche, was zu schlechteren Ausführungspreisen führen kann. „Unrunde“ oder „krumme“ Zahlen sind in der Regel besser geeignet, um nicht mit der Masse der Trader abzustürzen. Ansonsten geht es vorrangig um die eigene Risikobereitschaft, die entscheidet, wo Limits und Stops bei den einfachen Orderarten anzusetzen sind.

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Mein Fazit

Es ist stets eine Frage der Marktumgebung, die darüber entscheidet, welche Orderarten an welchem Markt und wann sinnvollerweise eingesetzt werden sollten. Zutreffend ist generell, dass viele Broker beim Trading wenigstens die Nutzung einiger Limit-Orders als Ergänzung zur klassischen Market Order zum jeweils aktuellen Kurs zum Zeitpunkt der Ausführung erlauben. Hinterfragen müssen Händler jedoch, ob möglicherweise zusätzliche Gebühren für alternative einfache Orderarten in Rechnung gestellt werden. Denn dies wirkt sich natürlich auf den endgültigen Gewinn der Broker-Kunden aus.

Autor: RP