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Zeiteinheiten und Darstellungsarten von Kursen

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Zeiteinheiten und Darstellungsarten von Kursen sind für analytisch vorgehende Trader grundsätzlich wichtig. Nur so wird offensichtlich, in welchen Intervallen sich Kurse in welchem Ausmaß entwickelt haben.
  • Die optischen und chronologischen Parameter der charttechnischen Analyse müssen zur Situation passen → Hinterfragungen dienen dazu, Korrekturen der einmal eingeschlagenen Analyse-Form umzusetzen.
  • Nicht nur die tatsächlichen Kursentwicklungen sind ablesbar. Mit Balken, Linien und anderen Chart-Formationen können auch Höchst- und Tiefstkurse sowie zwischenzeitliche Veränderungen dargestellt werden.

Die Auswertung einzelner Werte und Märkte als Grundlage für Gewinne

Wie so oft im Leben gibt es auch bei den Darstellungsarten von Kursen an den weltweiten Handelsplätzen und bei den Zeiteinheiten für die Kursangaben fürs Trading verschiedenste Ansätze, die Händler je nach Erfahrungsstand und Ziel bevorzugt einsetzen werden. Die passenden Charttypen und Darstellungsformen sind im Rahmen der Chart-Analyse unverzichtbar und überhaupt erst die Basis für den Erfolg, wenn sich Trader nicht allein auf ihr Bauchgefühl verlassen möchten. Oft sind die Unterschiede der Charts schon für den Laien zu erkennen, in anderen Fällen braucht es gewisses Vorwissen, um die Differenzen direkt zu erkennen. Charts spielen natürlich nicht nur bei der Betrachtung von Aktienkursen eine Rolle. Auch Trader, die mit Devisen, Rohstoffen und anderen Instrumenten handeln, leiten Entscheidungen am besten aus präzisen Darstellungsarten von Kursen ab. Die Wichtigkeit passender Zeiteinheiten sollte dabei ebenfalls nicht unterschätzt werden.

Charttechnische Analyse bietet sich für fast alle Situationen an

Verschiedene Charttypen – hinter diesem Begriff verbergen sich Modelle, die vielfach sehr unterschiedliche Informationen zur Verfügung stellen können. Einige Typen gelten als Standards bei der Chartanalyse, andere Funktionen sind eher bei professionellen Tradern mit besonderen Interessen beliebt. Die Grundform der Darstellung von Kursverläufen ist im eigentlichen Sinne eine Linienchart-Präsentation, die die Entwicklung des Kurses eines bestimmten Basiswertes in grafischer Weise wiedergibt.

Charts – das sind letztlich die hier thematisierten Kursverläufe. Zu den Klassikern unter den beim Trading gebräuchlichen Charttypen gehören unter anderem die folgenden Varianten:

  • Balkenchart
  • Linienchart
  • Kerzenchart (auch als Candle-Stick bekannt)
  • Point & Figure Chart
  • Renko Chart

Unterschiedliche Ursprungsländer der Charttypen

Natürlich sind dies nur fünf von gefühlt endlos vielen unterschiedlichen Ausgestaltungen eines Kursverlaufsdiagramms. Weitere Modelle tragen Namen wie „Three-Line Break“ oder – hier zeigt sich, dass viele Instrumente aus dem Trading-Umfeld japanischen Ursprungs sind – „Kagi“ und „Heikin Ashi“. Wo die Entdecker der Kursverläufe zuhause sind bzw. waren, ist für den Nutzen ohne Frage nicht weiter relevant. Wichtig ist für Trader die Erkenntnis, dass man im Rahmen der Chartanalyse mit klar definierten Erfolgs-Zielen eben nicht fortwährend auf ein und denselben Charttypus für die Darstellung der Kursentwicklung vertrauen sollte. Erst der regelmäßige Wechsel zwischen den facettenreichen Darstellungstypen gewährt den Analytikern die nötigen Einblicke in die zentralen charttechnischen Informationen. Die Kombination der Daten birgt die Chance, eine sehr präzise Prognose zu kommenden Kursveränderungen abzugeben. In den nächsten Abschnitten wird es um die wichtigsten Chart-Formate gehen.

Modell 1: der Linienchart

Das Format des Liniencharts macht seinem Namen erwartungsgemäß alle Ehre. Der Ansatz bietet in sehr übersichtlicher Weise einen Kursverlauf-Überblick – wenngleich es in diesem speziellen Fall eher um einen recht oberflächlichen Einblick geht. Es geht dabei weitgehend um „übergeordnete Trends“, wie es Experten gerne formulieren. Typische Fragestellungen aus Trader-Sicht sind die nach einem aktuell steigenden Basiswert-Kurs, einem Kursabfall oder einem sogenannten Seitwärtstrend mit gleichbleibendem Kursniveau. Die Betrachtungszeiträume für die charttechnische Analyse sind hierbei eher mittelfristig angesetzt. Im Linienchart lässt sich außerdem oft schon ablesen, wie akut die Volatilität zum Zeitpunkt der Beobachtung ausfällt beim jeweiligen Basiswert. Gut erkennbar werden in der Regel Ausschläge im Kursverlauf, darüber hinaus zeichnen sich Zyklen samt ihrer Breite ab im Chart auf Linien-Basis. Interessanterweise erlauben Liniencharts auch die Einflüsse zu erkennen, die wichtige Nachrichten aus Politik und Wirtschaft auf die Kurse an den internationalen Handelsplätzen haben.

Hierzu kann es lohnend sein, die betreffenden Termine im Chart zu markieren und später anhand ähnlicher Reaktionen in Kursverläufen entsprechende Entscheidungen im Handelsalltag zu treffen. Garantien gibt es sicher nicht, Wahrscheinlichkeiten aber lassen sich durchaus ableiten. Festlegen müssen Trader bei dieser Darstellungsart, welche Zeiteinheiten in der Analyse zugrunde gelegt werden. Hilfreich ist es in normalen Marktphasen, über einen längeren Zeitraum die Schlusskurse der aufeinander folgenden Handelstage aufzulisten. Je länger die Intervalle der Kurs-Sichtung definiert werden, desto sinnvoller ist es, statt der Tagesschlusskurse eher wöchentliche oder sogar monatliche Kurse zu bevorzugen. Die Listung der mehr oder weniger vielen Werte im Kursverlauf erfolgt aus logischen Gründen natürlich chronologisch.

Modell 2: Der Balkenchart

Eine alternative Bezeichnung für Balkencharts ist der Begriff „Bar Charts“, was wie erwartet ein Name aus dem englischen Sprachgebrauch ist. Gemeint ist dasselbe: Im Prinzip lassen sich im Balkenchart zu einem bestimmten Bereich eines Kursverlaufs die gleichen Daten präsentieren wie in einem normalen Linienchart. Aber: Wollte man einen Vergleich anstellen, ließe sich sagen, dass Balkencharts einem Blick auf Liniencharts durch die Lupe ähnlich sind. Während Linien horizontal verlaufen, handelt es sich bei Kursverläufen im Balkenchart um eine Aneinanderreihung zahlreicher senkrecht verlaufender Striche – der besagten Balken oder Bars eben. Sofern ein Tages-Chart betrachtet wird, repräsentieren die einzelnen Bars jeweils einen einzigen Tag. Im größeren Chart auf Wochenbasis stehen die Balken der Logik folgend für eine Woche, beim Monats-Balkenchart für einen Monat und so weiter. Während Trader in vielen Ländern gerne zwischen unterschiedlichen Darstellungsarten hin und her wechseln, sind Balkencharts für australische und US-amerikanische Trader nach wie vor oft das Mittel der Wahl im Rahmen der Chartanalyse.

Diese besonderen Charttypen setzen sich aus verschiedenen Daten und Informationen zusammen. Zu diesen Fakten gehören:

  • Höchstkurse (für Tage, Wochen, etc.), die am oberen Balkenende abgelesen werden
  • Tiefstkurse, die am unteren Balkenende anzutreffen sind
  • die Breite der Kursschwankung → über die Länge bzw. Höhe der einzelnen Balken
  • bei aktuellen Barcharts: der Eröffnungskurs (in Form kleiner linksseitiger Striche) und der Schlusskurs (als rechtsseitige Markierung am Balken)

So geben Balkencharts durchaus weitreichenden Aufschluss über den Kursverlauf eines Basiswertes, und zwar sowohl bei Analysen von Kursen mit Tagen als Zeiteinheiten wie auch bei Kursverläufen mit Wochen-, Monats- oder sogar Jahreszeiträumen.

Modell 3: Der Kerzenchart

Die dritte unverzichtbare Variante im Bereich der Zeiteinheiten und Darstellungsarten von Kursen sind die sogenannten Candlestick-Charts. Auch sie sind bei Tradern allgemein und auch in Europa sehr begehrte Hilfsmittel für die Analyse eines Kursverlaufs. Die Aussage, es handele sich beim Umstieg von klassischen Liniencharts zu Kerzencharts um einen Blick durch das Vergrößerungsglas, ist an dieser Stelle ebenso zutreffend wie bei den zuvor präsentierten Balkencharts. Die Funktionsweise ist einfach verständlich. Die Kursverläufe von Basiswerten werden durch aneinandergereihte Kerzen – die namensgebenden Candlesticks – abgebildet. Jede einzelne Kerze spiegelt im Diagramm auf Tagesbasis jeweils die Eröffnungs- und Schlusskurse zum Handelsschluss wieder, wie auch den maximalen und tiefsten Kursstand pro Tag und somit die verbuchte Handelsspanne. Einmal mehr zeigt sich eine analytische Parallele zu den Balkencharts.

Die Candlesticks bergen dabei den Vorteil, dass durch eine farbliche Ausgestaltung sehr einfach Informationen abgelesen werden können. Zudem bietet der Körper der Kerzen bei Chartanalysen ebenfalls optische Vorzüge. So kann zum Beispiel sehr bequem die Netto-Veränderung bzw. -Bewegung der Basiswert-Kursverläufe abgerufen werden. Denn genau sie steht bei diesem Chart-Ansatz im Mittelpunkt und verdeutlicht sehr präzise, welchen Kursabstand die Kerzenkörper zwischen dem Eröffnungskurs auf der einen Seite und dem Schlusskurs auf der anderen Seite aufweist. Dies hat den Vorteil, dass Analysten charttechnisch sehr rasch vorgehen können. Kursanstiege und Kurseinbrüche lassen sich komfortabel bemessen. Dabei ist es nicht unbedingt wichtig, ob es sich um Tages-Kerzen handelt.

Folgende Punkte erlaubt die Analyse anhand von Candlestick-Charts:

  • Anzeige des Tiefstkurses in Form eines kleinen Strichs am unteren Ende der Kerze
  • der Höchstkurs als Strich am oberen Ende des Kerzencharts
  • die Schwankungsbreite des Basiswert-Kurses → ein senkrechter Strich im Kerzenchart über den gesamten Beobachtungs-Zeitraum von unten nach oben
  • die Differenz vom Eröffnungskurs bis zum Schlusskurs zum Ende des Handelstags (oft bezeichnet als „Netto-Kursbewegung“)
  • farbige Kennzeichnung der negativen Kursentwicklung (üblicherweise in Schwarz oder Rot) → im Falle einer „Verlustkerze“ bzw. „schwacher Kerze“, weil die Schlusskurse unterhalb der Eröffnungskurse angesiedelt sind
  • weiße oder grüne Färbung des Körpers bei Gewinnkerzen → Schlusskurs mit einem höheren Wert als beim bestätigten Eröffnungskurs („starke Kerze“)

Verschiedene Analyse-Zeiträume dienen der besseren Marktübersicht

Darüber hinaus gibt es zwei weitere Werte, die aus dem Kerzenchart hervorgehen können. Hierbei geht es um den „Docht“ und die „Lunte“, die es beide bei der charttechnischen Analyse wie bei einer echten Kerze gibt. Als Docht oder „Schatten“ wird ein erkennbarer dünner Strich bezeichnet, der sich oberhalb des eigentlichen Körpers der Kerzen abzeichnet. Dieser Docht gibt genau genommen an, dass sich der Kursverlauf in der Phase vom Handelsstart bis zum Handelsschluss „intraday“ über den Schlusskurs hinaus entwickelt hat, dann aber wieder zurückgegangen ist. Das Tageshoch wurde also zwischenzeitlich erreicht, bevor im weiteren Verlauf ein Absinken unter den Höchstkurs zu beobachten war.

Zeigt sich ein Schatten unter dem analysierten Candlestick, wird dieser Schatten als besagte „Lunte“ bezeichnet. Hier geht es der Logik folgend darum, dass sich der Kurs während des Tages (sofern es um Tages-Kerzen geht) zumindest zeitweise unterhalb des Niveaus des Schlusskurses bewegt hat, bevor zum Ende des Handelstages wieder ein Anstieg verbucht wurde. Das Tagestief wurde somit während des Tages, nicht erst beim Schließen des Marktes erreicht.

larserichsen

Mein Fazit

Die Festlegung der richtigen Zeiteinheiten und Darstellungsarten von Kursen im Rahmen der charttechnischen Analyse ist das Fundament einer erfolgreichen Markt-Aktivität, also aller anderen Vorgehensweisen im Alltag eines Händlers. Händler müssen lernen, welche Charttypen, Beobachtungszeiträume und Darstellungs-Varianten von Balken- und Kerzenchart bis hin zu exotischeren Ausführungen wirklich zu ihnen selbst und ihren Vorhaben passen. Es liegt nahe, dass Daytrader gänzlich anders planen müssen als Händler, die eher mittel- bis langfristig spekulieren möchten – ob auf steigende oder sinkende Kurse, ist für die analytische Vorarbeit erst einmal weitgehend irrelevant. Eher geht es darum, dass Trader die richtigen Entscheidungen aus ihren Erkenntnissen ableiten.