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Märkte für Rohstoffe – neue Branchen finden Aufmerksamkeit

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Die Auswirkungen der ständigen Ölpreis-Veränderungen sind Verbrauchern von der Fahrt zur Zapfsäule nur allzu gut vertraut. Dass Rohstoffe insgesamt ein lohnendes Investment sein können, ist gerade Neulingen am Finanzmarkt oft nicht bewusst → und das nicht allein mit Blick auf den Handel mit Metallen und Treibstoffen.
  • Auch Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin werden im großen Stil am weltweiten Rohstoffmarkt gehandelt und sind vor allem in Krisen ein sicherer Hafen.
  • Umstritten, aber rentabel: Rohstoffe wie Mais, Weizen und andere Lebensmittel, deren Handel seit Jahren von Menschenrechtsorganisationen und Verbraucherschützern kritisiert wird, da das Spekulieren wenigstens indirekt zu einem Anstieg der Lebenshaltungskosten führen kann → darunter leiden vor allem Menschen in armen Regionen der Welt.

Rohstoff-basiertes Trading nicht unumstritten

Kaum ein Bereich ist dieser Tage so umstritten wie der weltweite Markt für den Handel mit Rohstoffen. Dies liegt daran, dass der Markt auf der einen Seite ganz klassisch das Traden mit oder das Spekulieren auf Werte wie die Edelmetalle Gold, Silber und Platin, den Preis für Diamanten oder die Kursentwicklungen bei Rohöl zulässt, auf der anderen Seite aber für neue Produkte offen ist. Auf die Preise von Mais, Reis, Soja und anderen Lebensmittel kann zunehmend ebenfalls gewettet werden, was gerade bei Menschenrechtsorganisationen auf Kritik stößt. Der Hintergrund ist, dass dabei – so die Vorwürfe in Richtung der Banken und anderer Spekulanten – Geld mit dem Elend von Menschen verdient wird, denen oftmals das Geld fehlt, um die eigene Familie mit dem Nötigsten zu versorgen.

Immer neue Rohstoffe werden zum Trading-Basiswert

Diese in erster Linie ethische Komponente aber lassen insbesondere Rendite-hungrige Großspekulanten oft und gerne unberücksichtigt. Beim Handel mit derivaten Finanzprodukten wetten Anleger bekanntlich „nur“ auf die Kursveränderungen während der Haltezeiten. Generell zielen die kritischen Stimmen in erster Linie auf alle Agrarrohstoffe ab, zu denen neben den genannten auch Weizen, Kaffee, Kakao und Zucker gehören sowie eventuell sehr bald auch Wasser – hier zeigt sich ein besonders oft kritisiertes Thema in der medialen Berichterstattung wie auch teils in der Politik. Es gibt verstärkt Bestrebungen großer Konzerne, auch den Handel mit dem Rohstoff Wasser zu privatisieren und für den Handel freizugeben. Aus Anlegersicht wäre dies fraglos ein attraktiver Ansatz. Unter moralischen Gesichtspunkten dagegen gibt es durchaus Anlass für Bedenken.

Unterschied zwischen Primär- und Sekundär-Rohstoffen

Zu erwähnen ist, dass der Sektor der Rohstoffe nicht auf die natürlichen Ressourcen (sogenannte „Primärrohstoffe“) für die Weiterverarbeitung und den normalen Konsum begrenzt ist. Darüber hinaus existieren „Sekundärrohstoffe“, bei denen es sich um Stoffe handelt, die beispielsweise im Rahmen von Recycling-Maßnahmen der Verarbeitungskette zugeführt werden können. Besonders beliebt bei normalen Anlegern, aber auch bei institutionellen Investoren ist das Edelmetall Gold. Der Goldpreis legte in den vergangenen Jahren rapide zu, wie auch in weiten Teilen mit ihm der Preis der „kleinen Schwester“ Silber. Dies liegt vorrangig daran, dass Gold seit jeher als sicherer Hafen gilt, auf den sich Anleger verlassen, wenn die Börsen und Märkte Krisenzeiten durchlaufen. Im international gebräuchlichen Sprachgebrauch wird die Anlageklasse der Rohstoffe als „Commodities“ bezeichnet.

Die Kurse in diesem Bereich sind sehr anfällig für Schwankungen (Volatilität), weshalb sich Rohstoffe in vielen Fällen besonders gut für hochspekulative Investitionsvorhaben anbieten. Dies betrifft auch Naturprodukte wie Mais, Weizen und Co., wobei hier nicht allein Angebot und Nachfrage über die Entwicklungen der Rohstoff-Kurse entscheiden, da hier in besonderer Weise auch die Umstände der Produktion, also von Anbau und Ernte, eine Rolle bei der preislichen Gestaltung spielen. Die Ernteerträge wiederum hängen maßgeblich von der Wetterlage ab. Werden beispielsweise große Teile der gepflanzten Ressourcen in einem Jahr durch Unwetter zerstört, lässt dies die Preise massiv steigen.

Weitere Einflüsse im Bereich der Rohstoffkurse:

  1. Anpassungen der Leitzinssätze
  2. politische Entscheidungen (neue Steuersätze, Handelsembargos u. a.)
  3. allgemeine Umstände, auch Naturkatastrophen
  4. Kriege, Aufstände und andere Krisen
  5. zusätzliche Rohstoffmengen durch neu erschlossene, bisher unbekannte Vorkommen

Rohstoffe vielfach wichtiger Bestandteil von Fonds

Basis für diese Spekulationen sind in vielen Fällen Fonds-Produkte oder Transaktionen am Terminmarkt – der physische Rohstoff-Kauf ist (vom Erwerb von Barren oder Münzen abgesehen) eher selten. Geschäfte mit Rohstoffen werden schon seit den Kindertagen der großen Börsen und Handelsplätze weltweit getätigt. Neben Gold, Silber, Öl, Gas und Strom kommt auch den immer relevanteren „Seltenen Erden“ innerhalb der Sparte der Industriemetalle eine wachsende Bedeutung zu. Auch Aluminium, Blei, Nickel und andere Metalle werden als Rohstoffe börslich gehandelt. Die Nummer 1 unter den europäischen Rohstoff-Börsen in diesem Bereich ist die LME – die London Metal Exchange.

Rohstoffe können auch am Terminmarkt, an außerbörslichen Handelsplätzen oder über Optionen gehandelt werden. Selbstredend existieren seit Jahren auch gesonderte Rohstoffindizes, in denen wichtige Werte der Branche zusammengefasst werden. Einer der bedeutendsten Indizes ist der „Bloomberg Commodity Index“ (bis 2014: „Dow Jones-UBS Commodity Index). Natürlich gibt es auch außerhalb der USA Indizes, die einen hohen Stellenwert für den Rohstoffhandel haben und wichtige Indikatoren für die Entwicklungen der einzelnen Preise sind.

larserichsen

Mein Fazit

Wir haben gesehen, dass die Kurse beim Trading mit Rohstoffen nicht allein vom momentanen Handelsvolumen im jeweiligen Bereich gesteuert werden. Viele Unbekannte spielen in die Entwicklungen der Rohstoffpreise mit hinein. Dies hat zur Folge, dass Händler vor dem Einstieg erkennen müssen, welche Faktoren eine mehr oder weniger große Bedeutung für die Marktveränderungen haben. Dass die Märkte heute weltweit stärker in Verbindung stehen, erlaubt Tradern gerade im Rohstoffsektor schnelle Order-Ausführungen und Gewinnmitnahmen. Wer ein schlechtes Gewissen wegen der Rohstoffpreise befürchtet, sollte sich vor Augen führen, dass es ausreichend andere Märkte und Handelsinstrumente fürs Traden gibt, bei denen sich vergleichbar gute Renditen abzeichnen können.