ETF Trading – Spekulieren auf ganze Indizes

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Anleger, die zwar am Aktienmarkt handeln möchten, sich aber nicht entscheiden können, welche einzelnen Aktien sie handeln möchten, sollten einen Blick auf die Indexfonds wagen: ETFs bilden unverfälscht und identisch die Kurs-Veränderungen der in ihnen zusammengefassten Wertpapiere ab.
  • Die Mehrheit der ETF-Produkte zeichnet sich durch ein passives Fonds-Management aus, so dass die Kosten für Transaktionen in diesem Bereich des Marktes gering ausfallen im Vergleich mit anderen Fonds am Markt.
  • für den Handel und Investitionen mit ETFs benötigen Anleger ein Depot bei einem Broker.

Junges Geschäftsmodell mit vielversprechenden Aussichten

Exchange-Traded Funds – mit diesem sperrigen Begriff können private Anleger vielfach eher wenig anfangen. Die Kurzform „ETF“ ist Lesern von Finanz-Fachzeitschriften dagegen schon eher bekannt. In Deutschland sind diese Wertpapiere erst seit einigen Jahren in aller Munde. Dazu sei erwähnt, dass diese Art der börsengehandelten Fonds in der Tat ohnehin noch relativ jung ist. Gerade in der Zeit der Finanzkrise ab dem Jahr 2006 suchten Spekulanten nach neuen Wegen, um gewinnbringend zu investieren, obwohl die Kurse von Aktien in vielen Branchen weltweit in den Keller gingen. Selbst Star-Investoren wie zum Beispiel der US-Milliardär Warren Buffett wussten dann ETFs als innovative Anlageklasse zu schätzen. Als Fonds ermöglichen diese derivaten Finanzprodukte Anlegern das Spekulieren auf Basis von Indizes.

Geltendes Recht sieht Trennung von Kunden- und Emittentengeldern vor

Das eigentliche Prinzip hinter den im Deutschen als „Indexfonds“ bezeichneten Exchange-Traded Funds ist auch für Laien verständlich: Jede Bewegung, jede Wertentwicklung eines bestimmten Börsenindex wird 1:1 in einem solchen Fonds wiedergegeben. Am deutschen Markt wird der ETF-Handel nach den Vorgaben des „InvG“, also des Investmentgesetzes, abgewickelt. An dieser Stelle greift die Bedingung, dass es kein „Emittentenrisiko“ gibt. Dabei geht es darum, dass die Kundengelder strikt getrennt vom Anbieter-Kapital verwahrt werden.

Gehandelt werden Produkte aus diesem Marktbereich:

  • aktiv gemanagte Fonds
  • „passiv“ gemanagte Fonds-Modelle

Volumen des globalen ETF-Marktes legt weiter zu

Im Klartext bedeutet dies beim ETF-Trading für Anleger, dass sich Gewinne und Verluste beim Wert des Basisfonds gleichermaßen niederschlagen. Will heißen: Jede prozentuale Veränderung des Index wird im gleichen Anteil eine Veränderung des ETF-Kurses zur Folge haben. Mutmaßungen deuten auf ein Marktvolumen von weit mehr als 2.000 Milliarden US-Dollar in diesem Bereich des Finanzmarktes hin. Der Grund für das rasche Wachstum binnen weniger Jahre ist zweifelsohne in den guten und hohen Rendite-Chancen zu sehen. Gerade die Einschränkung, dass die Fonds der Sparte ohne ein aktives Fonds-Management auskommen und stattdessen eine direkte Index-Änderung im eigenen Kurs erkennen lassen, spricht Studien zufolge für Exchange-Traded Funds. Der Aktienmarkt insgesamt weist in den meisten Fällen selbst die beste Wirkung als Börsenbarometer auf, mit dem sich kein Fondsmanager messen kann.

Statt einzelne Aktienwerte zu kaufen oder auf ihre Entwicklungen zu wetten, wie im Falle binärer Optionen oder CFDs, wird im Grunde in ganze Märkte investiert. Der Markt – das ist in diesem besonderen Fall eben der jeweilige Index, da er den Markt zusammenfassend abbildet. Ein Argument für diese Produkte ist aus Sicht vieler Privatanleger darin zu sehen, dass ETFs im direkten Vergleich günstiger gehandelt werden können als „normale“ oder „klassische“ Fonds. Die relativ niedrigen Gebühren beim ETF Trading sind zumindest zum Teil darauf zurückzuführen, dass auf das erwähnte aktive Management verzichtet wird. Zugleich sind die Spekulationsguthaben der Trader über die nationale oder internationale Einlagensicherung gegen einen vom Broker verursachten Ausfall abgesichert. Dies liegt daran, dass Investoren-Kapital als „Sondervermögen“ eingestuft wird. Auch wenn Anbieter beispielsweise Insolvenz anmelden, bleiben die ETFs dank dieser Regelung im Investoren-Besitz.

Unterscheiden lässt sich im Bereich börsengehandelter Fonds zwischen:

  • Leitindizes
  • Nebenindex-Werten
  • Fonds auf Basis von Staatsanleihen
  • „exotischen“ Indizes

Große Indexfonds gerade für Anfänger gut geeignet

Es liegt nahe, dass nicht nur die großen Leitindizes wie der Dow Jones oder die diversen DAX-Werte Grundlage für Exchange-Traded Funds sein können. Exotischere Werte aus Asien oder Südamerika können durchaus eine Option sein, wenn Anleger die erforderliche Risikobereitschaft mitbringen. Je nach Broker fällt die Auswahl schwer, denn im Einzelfall bestehen die Portfolios aus einigen tausend ETFs. Die Qual der Wahl ist insbesondere für Anfänger dementsprechend groß. Gerade Einsteiger sollten laut Profi-Tipps am ehesten Erfahrungen mit ETFs zu bekannten Indizes sammeln. Die Kurse sind hier – sieht man von akuten Krisenzeiten ab – vergleichsweise stabil, so dass eher keine massiven Verluste zu erwarten sind. Ein gutes Beispiel ist neben dem DAX30 der Deutschen Börse der EURO STOXX 50 als wichtigstes Börsenbarometer auf europäischer Ebene. Vorteilhaft sind ETFs unter anderem auch deshalb, weil die Kursentwicklungen sehr einfach nachvollzogen werden können.

Zusammenfassung der wesentlichen Vorteile des ETF Tradings

  • Mittel der Anleger sind als Sondervermögen abgesichert
  • Kursstellung erfolgt sehr präzise und direkt (Aktualisierung meist im Minutentakt)
  • Etliche 1.000 Exchange-Traded Funds weltweit handelbar
  • Betreiber der Fonds übernehmen Risikostreuung für ihre Investoren
  • Leitindizes bieten besonders sichere Entwicklungschancen
  • Exotischere Werte oft mit besonders hoher Maximalrendite
  • Hohe Transparenz & faire Gebührenmodelle

Verschiedene Gewichtungen bei der Index-Zusammensetzung

Global interessierte Trader sind beim Index „MSCI World“ an der richtigen Adresse, um ihr Risiko weltweit zu streuen (Stichwort „Diversifikation“). Bestandteile des Fonds sind neben Werten aus diversen Schwellenländern gerade auch Aktien aus den USA und aus Deutschland. Die Gewichtung innerhalb der Fonds basiert auf dem Handelsvolumen und dem Kurs der einzelnen Aktienwerte. Es gilt das sogenannte „Prinzip der Marktkapitalisierung“, wobei es bei einigen Produkten durchaus Ausnahmen von dieser Regel gibt. Fonds auf Basis von Anleihen sind ein solcher Sonderfall, denn hier sind besonders deutlich von Schulden belastete Staaten bzw. Unternehmen die Schwergewichte in der Index-Darstellung. Dabei ist die Rede vom „Konstruktionsprinzip“. Von derartigen Anleihe-Fonds raten Experten Neulingen in der Regel ab und empfehlen zu Beginn eher Investitionen in Aktien-ETFs.

Auffallend ist beim Blick auf den Markt, dass etwa im Falle des DAX vielfach nicht nur ein einziger ETF angeboten wird. Denn einzelne Anbieter entwickeln teilweise eigene Fonds, die sich am Deutschen Aktienindex orientieren. Bezüglich der Kosten liegt die Spanne zwischen dem Geld- und dem Briefkurs üblicherweise etwa im Bereich von nur 0,05 bis maximal 0,5 % Entgelten für die Verwaltung.

ETF-Instrumente im steilen Aufwind an internationalen Märkten

Hier gilt es also genau zu analysieren, welche Produkte die besten Chancen bieten im Moment des Vergleichs. Auch wenn die Handelsinstrumente aus diesem Bereich vielen Anlegern erst seit einigen Jahren bekannt sind, gibt es sie schon deutlich länger. Im Jahr 1993 konnte in den Vereinigten Staaten erstmals ein börsengehandelter Indexfonds für Spekulationen ausgewählt werden, in Deutschland tauchte der erste an der Frankfurter Börse gehandelte Investmentfonds unter dem Namen „XTF“ im Frühjahr 2000 auf. Damals wie heute profitieren Anleger unter anderem davon, dass bei solchen Produkten im Falle eines Kaufs von Anteilen an einem ETF keine Ausgabe-Aufschläge in Rechnung gestellt werden. Dies stellt einen eindeutigen Unterschied zu klassischen Investmentfonds dar.

Zinsen bei Long- und Short-Positionen nicht vergessen!

Die Mehrheit der Exchange-Traded Funds werden über die digitale Börse XETRA abgewickelt und gehandelt, wobei das ETF Trading während des gesamten Handelstages möglich ist. Inzwischen sind derivate Finanzprodukte dieser Art auch international EUREX-basiert handelbar. Ein noch recht junges Modell sind „Short ETFs“, bei denen die Kursabbildung exakt andersherum erfolgt als bei Standardmodellen. Dies bedeutet, dass der ETF-Kurs um den Prozentsatz steigt, um den der zugrunde liegende Indexwert gefallen ist. Ein Index-Zuwachs lässt somit den Index-Wert sinken.

Order-Zusätze wie Limits dienen der Risikobegrenzung

Eine Parallele zum normalen Aktien- und Wertpapierhandel allgemein zeichnet sich insofern ab, als auch beim Trading von ETFs im Falle eines Kaufs oder Verkaufs Orderzusätze wie ein „Limit“ oder „Stop Loss“ installiert werden können, um sich als Händler gegen allzu hohe Verluste abzusichern bzw. Gewinne vorzeitig mitzunehmen. Ein konzeptuelles Bindeglied zwischen ETFs und Investmentfonds besteht darin, dass bei beiden Fonds-Modellen in eine bestimmte Auswahl verschiedener Wertpapiere (z.B. Aktien) investiert wird. Auf diesem Wege wird letztlich insbesondere eine gute Streuung des Spekulationsrisikos (Diversifikation) erreicht zu günstigen Konditionen und ohne hohe Mindestanforderungen. Die Basis für die Kalkulation des Fonds-Anteils ist der sogenannte „Net Asset Value“. Dabei geht es darum, dass der Fondswert einzelner Aktien als Durchschnittswert ermittelt wird.

Einzelne Aktienkurse werden durch die Masse relativiert

Dabei wird der gesamte Wert des börsengehandelten Fonds durch die Menge der in ihm zusammengefassten Wertpapiere geteilt. Daraus ergibt sich dementsprechend ein anderer Kurs als der, zu dem die Einzelwerte an der Börse gehandelt werden. Das Ziel der Exchange-Traded Funds ist die unverfälschte 1:1-Abbildung eines Index-Kurses. Gerade diese Eigenschaft sorgt dafür, dass die Verwaltung von ETFs problemlos ohne kostenintensives Management auskommen kann – dennoch gibt es diverse Produkte, bei denen die Anbieter trotzdem auf ein aktives Management setzen. In diesem Fall steigen die Kosten für Anleger natürlich bedingt.

Ein interessanter Ansatz für Kleinanleger – Fonds-Sparen mit ETFs

Wie viele andere Fonds-Modelle eignet sich neben dem ETF Trading auch das Aufbauen eines Sparplans für Anleger, die sich aufgrund geringerer Budgets eher keine größeren Einmal-Investitionen leisten können. Sparpläne dienen dem Vermögensaufbau über regelmäßige Einzahlungen, wobei nicht vergessen werden darf, dass in diesem Bereich generell das Risiko eines Verlusts besteht, weshalb Fonds-Einzahlungen selbstredend meist nur in schwachen Zeiten an den Börsen sinnvoll sind.

Konstantes Sparen mit dauerhafter Wirkung für ETF-Händler?

Bei der Auswahl sollten sich Händler die Risiken vor Augen führen, die bei kleineren ausländischen Indizes und dementsprechend auch bei den auf ihnen basierenden Fonds oft höher zu bewerten sind als bei den relativ stabilen Leitindizes. Der eigentliche Zeitpunkt des Einstiegs ist somit nicht immer essentiell, wenn Anleger auf eine langfristige Wertentwicklung vertrauen. Dabei punkten ETFs nicht zuletzt durch die präzise Kurswiedergabe. Eine genauere Index-Spiegelung ist am Finanzmarkt genau genommen nicht möglich.

larserichsen

Mein Fazit

Exchange-Traded Funds sind für ganz unterschiedliche Anlegertypen von Interesse. Zum einen sprechen Emittenten Anfänger an, denen es noch schwer fällt, geeignete Einzelwerte am Aktienmarkt ausfindig zu machen. Darüber hinaus landen viele fortgeschrittene und professionelle Händler ihrerseits oft beim ETF Trading, weil sie um die hohen Gewinnchancen wissen, die an dieser Stelle potentiell erreicht werden können. Dabei überzeugen die Handelsinstrumente aus diesem Bereich der derivaten Finanzprodukte als börsengehandelte Fonds letztlich gerade auch durch die oft sehr stabile Wertentwicklung sowie die gute Sicherheit, die sich Tradern dank der strikten Trennung der Anbieter-Gelder vom Kundenkapital bietet. Verluste indes können natürlich auch so nicht generell ausgeschlossen werden.

Lars Erichsen
Autor: Lars Erichsen
Bereits während meines Betriebswirtschaftsstudiums begann ich mich intensiv mit den Aktienmärkten und Trading zu beschäftigen. Vor 14 Jahren traf ich dann die Entscheidung meinen Lebensunterhalt als Vollzeit-Trader zu verdienen und meine Passion zum Beruf zu machen. Durch Daytrading lernte ich unabhängig vom jeweiligen Marktumfeld positive Erträge zu generieren und auch die mentalen Herausforderungen des Tradings erfolgreich zu meistern. Als Strategieentwickler, Trader und Handelssystem-Entwickler ist es mein Anspruch, mit den Musterdepots meines CFD- und Trading-Briefs kontinuierlich Gewinne für meine Leser zu erzielen.