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Newstrading

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Newstrading kann sich prinzipiell an allen Märkten und bei allen handelbaren Werten als lohnender Ansatz erweisen → am Aktienmarkt kann die Nachrichtenlage zeigen, wann der Augenblick für einen Verkauf gekommen ist. Bei Optionen, Devisen und CFDs hingegen können wichtige News auf anhaltende Trends und eine akute Trendumkehr hindeuten.
  • Welche „News“ Einfluss haben, hängt vor allem von den bevorzugten Handelswerten ab. Zinsentscheidungen etwa wirken sich in erster Linie auf die Devisenkurse aus, während Unternehmensmeldungen gerade beim Aktienhandel massive Auswirkungen auf die jeweiligen einzelnen Wertpapierkurse haben können.
  • Nachrichten sind unterschiedlich einflussreich – manche Meldung wirkt sich eher akut im Rahmen des Daytradings günstig aus, andere Informationen haben auch auf lange Sicht Wirkung auf bestimmte Finanzinstrumente oder sogar ganze Märkte und Marktbereiche.

Auch Newstrading birgt stets ein gewisses Verlustrisiko

newstrading zusammenfassungUm keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die aktuelle Nachrichtenlage sollten und müssen Händler am Devisenmarkt und in anderen Bereichen des Finanzsektors ohne jedes Gegenargument im Vorfeld einer jeden neuen Entscheidung für das Eröffnen oder Schließen einer Position im Blick haben. Denn schon vermeintlich unwichtige Ereignisse können durchaus einen tiefen bleibenden Eindruck am Markt hinterlassen. Doch neben dieser Berücksichtigung aktueller Nachrichten geht das sogenannte „Newstrading“ als Tradingstil aus der Kategorie nach Handelsstrategie und Marktsituation noch einen großen Schritt weiter. Viele Experten weisen vordergründig darauf hin, dass es sich bei diesem Ansatz um eine Strategie handelt, durch deren Einsatz im Grunde ausnahmslos jeder Händler Geld an den Märkten verdienen kann.

Eine in der Theorie zutreffende Einschätzung. In der Praxis indes sieht die Sache, wie so oft bei Finanzthemen, doch etwas anders aus. Denn natürlich müssen Nutzer dieses Stils erst einmal richtig mit dem Newstrading umzugehen wissen.

Wie erkenne ich die richtigen Momente für Orders?

Begrifflichkeiten wie der oft bemühte „gesunde Menschenverstand“ oder die Redewendung „Geschwindigkeit ist keine Hexerei“ tauchen in Ratgebern zu diesem strategischen Handelsmodell immer wieder auf – nicht ganz unberechtigt. Denn oft braucht es auf Seiten der Trader eine gute Auffassungsgabe und ein vorbildliches Reaktionsvermögen, um zeitnah auf die Marktnachrichten reagieren zu können und angemessene Orders aus den News abzuleiten. Um auf diese Weise erfolgreich sein können, reicht es beim besten Willen nicht aus, nur morgens zum Frühstück die Tageszeitung auf interessante politische oder wirtschaftliche Nachrichten hin zu durchforsten. Aktualität ist alles, Händler müssen ständig auf dem Laufenden sein und zu diesem Zweck die richtigen Nachrichtenquellen nutzen.

Infrage kommen hierbei:

  1. allgemein Nachrichtenportale im WWW
  2. Fachportale, die bewusst über marktrelevante Ereignisse berichten
  3. die Newsticker, die bei vielen Online-Brokern angeboten werden
  4. die aktuelle Berichterstattung
  5. soziale Medien wie Facebook oder Twitter
  6. die Webseiten der Börsen und anderer Handelsplätze
  7. Webseiten von Banken, Aktiengesellschaften, Anleihen-Emittenten etc.

Nicht alle Quellen sind verlässlich und für Trader relevant

Die Auswahl der Bezugsquellen von Nachrichten fürs Newstrading ist also ausgesprochen groß. Dies ist zunächst einmal positiv zu verbuchen, bedeutet für Händler aber im gleichen Maße, dass sie sehr genau abwägen müssen, welche Quellen sie für ihre Investitionen als sinnvoll einschätzen. Die Handelsplattformen der meisten Broker zeichnen sich durch Unterbereiche aus, die Namen wie „Marktkalender“ oder „Marktnachrichten“ tragen können. In diesen Kategorien können Trader – je nach Umfang und Zeitrahmen – oft nicht nur brandaktuelle Informationen zu Zinskorrekturen durch Zentralbanken wie die EZB oder die US-amerikanische Fed oder auch Arbeitsmarktdaten abrufen. Sie können auch vielfach gesondert nach Nachrichten von bestimmten Märkten oder aus Ländern suchen, in/an denen sie schwerpunktartig spekulieren. Ganz ohne Geduld gelingt das Newstrading nicht. Mitunter können neue Chancen zwar während der Handelstage im Minutentakt lauern, wenn Händler international ausgerichtet agieren. Je zentraler und begrenzter getradet wird, desto eher kann es aber ein wenig dauern bis zur nächsten Positionsabwicklung.

Wirtschaftliche News und politische Meldungen haben Gewicht

Neben zu erwartenden Szenarien wie einer Anhebung oder Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank im Umfeld einer Ratssitzung waren es im Jahr 2015 zum Beispiel die dramatischen Terroranschläge in Frankreich, die für einigen Wirbel an den weltweiten Börsen sorgten. Einmal mehr zeigt sich in diesem Punkt, dass es nicht immer nur positive Nachrichten sind, die Einfluss auf die Kurse an den Handelsplätzen haben können. Im Gegenteil sind es häufig gerade Skandale und Negativ-Schlagzeilen, die für Turbulenzen am Finanzmarkt führen. Jedoch können es durchaus Meldungen zu neuen Rohstofffunden, Unternehmensmeldungen zur Erhöhung von Dividendenzahlungen oder Produkt- und Dienstleistungs-Neuentwicklungen eines bestimmten Aktienkonzerns sein, die sich günstig oder ebenso gut negativ auf Aktienkurse und die Kurse anderer Finanzinstrumente auswirken und somit eine gute Grundlage fürs Newstrading sein können.

Dabei gilt:

Je früher Newstrader von Ereignissen informiert werden (bzw. sich dank ständiger Bereitschaft selbst informieren!), desto kürzer fällt die Reaktionszeit aus. Ein zunehmend wichtigeres Tool sind Mobile Apps für den Handel von unterwegs, wie sie bei immer mehr Brokern fürs Smartphone oder den Tablet PC heruntergeladen und installiert werden können. So kommen die relevanten News besonders zügig direkt aufs mobile Endgerät, so dass Händler umgehend Entscheidungen aus den Entwicklungen ableiten können. Ein zurecht gern bemühtes Sprichwort im Zusammenhang mit dem Nachrichten-basierten Trading (ob nun bei Direktinvestments in Aktien, bei Optionen, Devisen oder Differenzkontrakten) lautet bekanntlich: „Nichts ist älter als die Zeitung von gestern.“ Die mobilen Zugänge zum Handelskonto erweisen sich deshalb als so nützlich, ja regelrecht unverzichtbar, weil Händler unmittelbar nach Bekanntwerden der Neuigkeiten weitere Positionen eröffnen oder bestehende korrigieren und schließen können.

Schlechte Nachrichten? Handeln Sie einfach und schnell gegen Trends

So können nicht nur sehr akut Gewinne mitgenommen werden – eine gute Informationspolitik in diesem Rahmen erlaubt auch das Ausnutzen von Maßnahmen zur Verlustabsicherung, falls sich die Lage am Markt gänzlich entgegen den bisherigen Erwartungen entwickeln sollte. Aus gutem Grund tituliert mancher Insider das Newstrading auch als eine Art Königsweg des Tradings an den internationalen Märkten. Schon ein paar Stunden nach Veröffentlichung sind Chancen verstrichen – im Ernstfall braucht es sogar nur ein paar Minuten, bis neue Trends entstehen oder die Kurse einbrechen. Spekulieren können Newstrader dabei natürlich nicht nur auf steigende Kurse. Durch Betätigungen auf dem Gebiet der derivaten Finanzprodukte wie der CFDs oder binären Optionen können Händler ohne Schwierigkeiten auch gegen den aktuellen Trend wetten. Schnelle Entscheidungen sind dabei grundsätzlich gefragt. Wer zu spät handelt, verbucht im schlimmsten Fall Verluste, bekommt aber zumindest nicht allzu viel von den Auswirkungen mit. Nur wer umgehend handelt, erreicht Gewinne.

Ein Höchstmaß an Seriosität der Nachrichtenquellen ist bei diesem Tradingstil die Basis für Erfolge. Nur dann lassen sich verlässliche Aussagen über die Volatilität am Markt ablesen. Gerade an Handelstagen, an denen die Kurse von Aktien, Devisen und Co. ansonsten eher auf Schleichfahrt sind, können gravierende Ereignisse für reichlich Wirbel sorgen. So kann es dazu kommen, dass eine bisher seit längerem erkennbare Seitwärtsphase plötzlich durch überraschende Nachrichten völlig auf den Kopf gestellt wird.

Welche Ereignisse können von Relevanz sein beim Newstrading?

Eben weil viele Nachrichten nicht vorhersehbar sind, ist es schwierig, eine genaue Aussage zu möglichen Ereignissen zu treffen, auf die Händler beim Newstrading vorbereitet sein sollten. Eine erste knappe Zusammenstellung aber lässt sich natürlich dennoch formulieren. Typische – massive oder wenigstens in geringem Umfang relevante – Einflüsse sind:

  • Naturkatastrophen
  • Publikationen von Arbeitsmarktdaten (vor allem aus den USA)
  • Meldungen zu neuen Konjunkturprogrammen
  • positive/negative Unternehmensmeldungen → z.B. der VW-Skandal
  • aktuelle Zinsentscheidungen der Zentralbanken
  • Unruhen & Kriege
  • Terroranschläge und ähnliche Szenarien
  • Pressekonferenzen der Zentralbanken, Bilanzen von Großkonzernen

Vorausschauende Anleger profitieren am ehesten vom Trading nach Nachrichtenlage

Dass die Bilanzen oder Hiobsbotschaften von großen Unternehmen wie beispielsweise zuletzt vom Automobilhersteller Volkswagen nicht allein den Kurs der jeweiligen Unternehmensaktie beeinflussen, lässt sich damit erklären, dass gerade in so einer Branche viele Zulieferer direkt von den Entwicklungen abhängen. Solche Zusammenhänge müssen Newstrader ebenfalls kennen, so sie den optimalen Nutzen aus der Nachrichtenlage ziehen möchten. Empfohlen wird Händlern bei diesem Tradingstil aus dem Bereich „nach Handelsstrategie und Marktsituation“ vor allem eines: Im Idealfall schließen Sie ihre Trades ab, bevor bedeutende Nachrichten publik werden! Mindestens aber sollten sich Händler durch einen Stop-Loss angemessen absichern, um drohende Verluste zu begrenzen. Eine eigene Strategie müssen Broker-Kunden mit Interesse für den Newstrading-Stil eigenständig bzw. mithilfe analytischer Tools und Handelsindikatoren selbst entwickeln. In diesem Punkt unterscheidet sich dieser Ansatz nicht wesentlich von anderen Stilen.

Erkennbar wird, dass Newstrading zumindest in manchen Phasen deutliche Schnittmengen mit dem noch eingehender zu betrachtenden fundamentalen Trading aufweisen kann. In manchen Marktumgebungen spielen gerade die dort gebräuchlichen Kennzeichen und ökonomischen Daten eine zentrale Rolle für die Entscheidungen der Händler, die sich bei ihren Spekulationen auf die Nachrichtenlage verlassen.

larserichsen

Mein Fazit

Der ausführliche analytische Blick auf die möglichen Faktoren beim Newstrading bringt es ans Licht: Es gibt weitaus mehr potentielle Einflussnehmer, als es sich Anfänger zum Teil für die Rubrik der Marktnachrichten vorstellen können. Notenbank-Entscheidungen können ebenso von Bedeutung sein wie Meldungen aus der Politik oder „einfache“ Unternehmens-Publikationen zu Bilanzen – ganz gleich, ob die betreffenden Informationen nun positiver oder negativer Art sind. Geschicktes Newstrading kann bei bewusstem Umfang eine gesunde Kombination aus dem Handeln mit dem Trend und antizyklischem Trading darstellen. Wenn, ja, wenn Spekulations-freudige Trader wissen, was sie tun und was die Meldungen genau für die Handelsplätze und Börsen bedeuten in der jeweiligen Situation.