Unterstützungs- und Widerstandspunkte

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Unterstützungs- und Widerstandspunkte sind für analytisch arbeitende Händler unverzichtbare Hilfsmittel → sie erlauben das Definieren bestimmter Kursbereiche, aus denen wiederum Entscheidungen mit guten Gewinnaussichten abgeleitet werden können.
  • Eindeutige und starke Kursmarken dieser Art sorgen dafür, dass Trader insbesondere im Bereich derivater Finanzinstrumente mit höherer Sicherheit spekulieren können.
  • Händler, die bei der Analyse auf diesen Weg vertrauen, müssen verstehen, welche Aussagen die Kursfenster erlauben und welche Gefahren an Handelsplätzen eventuell dennoch lauern.

Klare Informationen aus Unterstützungs- und Widerstandspunkten lesen

Unterstützungs- und Widerstandspunkte sind zwei sehr wichtige, unverzichtbare Faktoren, die unter anderem im Rahmen des Range Tradings, aber im gleichen Maße bei anderen Tradingstilen nach Handelsstrategie und Marktsituation Verwendung finden. Zumindest dann, wenn Händler die professionellen Tipps von Experten beherzigen und der technischen Analyse die nötige Aufmerksamkeit zuteilwerden lassen. Ein Basiswissen zur Analyse anhand technischer Indikatoren sollten Trader mindestens vorweisen können, um das Risiko eines Verlusts beim Handel mit Finanzderivaten in Grenzen zu halten.

Eine Grundregel für den Einsatz dieser Instrumente kann schon vor der genauen Betrachtung formuliert werden: Je stärker Unterstützungs- und Widerstandspunkte ausfallen, desto geringer das Risiko für die Nutzer. Nur wer sich halbwegs mit der Funktionsweise auskennt, kommt in die günstige Lage, sich am Markt bietende Chancen auch als solche ausfindig machen zu können.

Wichtige Aufgabe im Kontext der technischen Analyse

Kennzeichen für Unterstützungen und Widerstände sind für Trader im Rahmen der technischen Analyse ebenso wichtig wie Gaps (also Lücken in der Kursstellung, etwa im Zusammenhang mit dem Schließen und Öffnen der Märkte übers Wochenende), Trendlinien oder aktuelle Tiefststände. Für die meisten Analysten aber spielen Unterstützungs- und Widerstandspunkte nicht weniger als die Hauptrolle im analytischen Umfeld. Wichtigste Grundbedingung fürs Analysieren aber sind natürlich die Fähigkeiten auf Seiten der Trader, diese Werte überhaupt erst einmal erkennen zu können. Dazu gehört ein gewisses Analyse-Geschick, denn es braucht eine Interpretation der Kurs-Niveaus. Nicht weniger bedeutend ist ein Verständnis dafür, wie die Punkte innerhalb des Handels mit Finanzderivaten sinnvoll verwendet werden.

Werkzeuge wie Trendlinien können Hinweisgeber mit Blick auf eine Unterstützung oder einen Widerstand sein. Dies gilt jedenfalls für einen relativ starken Markt-Trend. Vielfach werden die Linien mit anderen Tools kombiniert, da sie allein nicht in jeder Umgebung aussagekräftig genug sind, um darauf beruhend Entscheidungen treffen zu können.

Wechselwirkung zwischen Angebot und Nachfrage im Trader-Alltag

Der charttechnische Hintergrund der Unterstützungs- und Widerstandspunkte: An jedem Markt geht es darum, in welchem Verhältnis das Angebot auf der einen und die Nachfrage auf der anderen Seite zueinander stehen und wie sich Angebot und Nachfrage wechselseitig beeinflussen während der Handelszeiten. Beide Aspekte wirken sich auf den Preis aus, den Trader am Markt für den Kauf eines Basiswertes zahlen müssen oder im Falle eines Verkaufs erhalten können.

Was sind Unterstützungen genau?

Im Zusammenhang mit einem sinkenden Preis eines bestimmten Vermögenswerts gibt es vielfach einen Moment, in dem der Kursrückgang ausgebremst wird. Nicht selten wird bei Erreichen dieses Schwellenwertes – eben der Unterstützung – eine Bewegung nach oben einsetzen. Diese Aufwärtsbewegung dient vielen Tradern als richtiger Zeitpunkt für einen Einstieg in einen zu solchen Phasen interessanten Markt. Experten sprechen hierbei gerne auch vom Anfangspunkt für eine mögliche Hausse. Freilich sind solche Bewertungen niemals eine Garantie, sie beruhen jedoch auf Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Was versteht man unter einem Widerstand?

Wie kaum anders zu erwarten, stellen Widerstände das Gegenstück zu den kurz vorgestellten Unterstützungen dar. Als Grenzwert dient ein Widerstand als Schwelle, durch die ein steigender Kurs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht brechen wird. Vielfach kommt es infolge eines bestimmten Widerstandes auch zu einer abwärts gerichteten Bewegung. Dies ist in vielen Fällen ein gutes Zeichen, dass sich Put-Positionen lohnen können – dass also Händler Signale für einen Verkauf richtig lesen. Die Widerstands-Schwelle geht zugleich oftmals mit einer Korrektur des Preises nach unten einher.

Anfängliche Schwierigkeiten sollten keine abschreckende Wirkung haben

Das Interpretieren von Unterstützungs- und Widerstandspunkten kann am Anfang der Ausbildung zum Trader noch schwerfallen. Dabei braucht es gar nicht allzu viele sachdienliche Hinweise, um charttechnisch ans Werk zu gehen. Schon zwei oder drei Werte, die im Chart mit einer Linie verbunden werden, können in vielen Phasen ausreichend sein, um eine sinnvolle Interpretation abgeben zu können beim Derivate-Handel. Nichtsdestotrotz müssen Trader diese Phänomene korrekt lesen können, denn andernfalls droht Chart-Nutzern die Gefahr, die Unterstützungslinien und Widerstandslinien falsch auszulegen. Mehr eingezeichnete Punkte sorgen diesbezüglich für mehr Analyse-Sicherheit. Von einem Kurs-Durchbruch ist auszugehen, wenn die oberen bzw. unteren Grenzwerte der Linie mehrfach erreicht wurden. Eine tatsächliche Korrektur der Preise in die betrachteten und prognostizierten Richtungen können Unterstützungs- und Widerstandspunkte nur sehr bedingt zeigen.

Grenzwerte können im Alltag immer wieder durchbrochen werden

Für den Fall, dass die zu diesem Zeitpunkt sich ergebenden Kauf- oder Verkaufspositionen in nicht ausreichender Zahl umgesetzt werden, können die Durchbruchs-Ereignisse inklusive der gegenteiligen Entwicklung durchaus ausbleiben. Somit entfällt also auch die einleitende Korrektur des Kurses. Gerade im Zusammenhang mit (überraschenden) speziellen Gegebenheiten an einem Markt kann es dazu kommen, dass die Linien durchbrochen werden und die Kurse anschließend höhere bzw. tiefere Niveaus der Unterstützungs- und Widerstandspunkte anstreben. Dies wiederum bedeutet im Einzelfall, dass sich eine Fortsetzung der vorherigen Baisse oder Hausse durchsetzt, und zwar genau so lange, wie ein anderes Unterstützungs- oder Widerstandsniveau erreicht wird. An diesem Punkt käme es dann erneut zu einer vergleichbaren Chance für eine Trendfortsetzung oder eine Preiskorrektur.

Aussagen für die Zukunft basieren auf vergangenen Ereignissen

Eine Sorge, mit der sich Trader bei den Unterstützungs- und Widerstandsbereichen beschäftigen müssen, beruht darauf, dass man in diesem Zusammenhang natürlich stets nur bereits vergangene Ereignisse behandeln kann. Alles, was in Charts offenkundig wird, ist genau genommen also bereits Geschichte. Diese Werte aus der Vergangenheit haben aber dennoch eine Bedeutung, auch wenn diese vielleicht in erster Linie psychologischer Natur sein mag. Wurde mehrfach ein Kurs X als Höchststand in einem Chart erkennbar, spricht dies dafür, dass sich dieser Kurswert eventuell als positives Niveau für einen Widerstand eignen kann. Wie oft aber müssen solche Momente auftreten, damit sich die Kurse wirklich als ideale Indizien für Unterstützungs- und Widerstandspunkte erweisen können? Grundaussagen der fundamentalen Analyse wie auch mögliche Trends am Markt dürfen nicht unbeachtet bleiben, wenn Händler nach einer Unterstützung und/oder einem Widerstand suchen. Akute Nachrichten müssen die Trader immer berücksichtigen – denn nur so können Trader ein Gespür dafür entwickeln, auf welche Handelswerte man sich eigentlich verlässt beim Trading.

Es geht also um den Zusammenschluss der Daten und Fakten aus der Fundamentalanalyse mit jenen Aussagen, welche die technische Analyse erlaubt. Selbst bei genauester Umsetzung des jeweiligen Tradingstils nach Handelsstrategie und Marktsituation können insbesondere Breakouts Verluste nach sich ziehen, die manchen Händler hart treffen. Nicht zuletzt nach Kurs-Rallys können solche Probleme auftreten.

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Mein Fazit

Wie bei allen analytischen Trading-Aktivitäten müssen Händler auch den Umgang mit den sogenannten Unterstützungs- und Widerstandspunkten zunächst einmal in aller Ausführlichkeit und Ruhe kennenlernen und testen, inwieweit diese Variante nach Handelsstrategie und Marktsituation für die eigenen Zwecke wirklich geeignet ist. Hat man jedoch die nötigen Erfahrungen gesammelt, zeigen sich rasch die Stärken des Ansatzes. Es gilt Punkte zu finden, die möglichst unmissverständliche und eindeutige Aussagen zulassen, um das Risiko so gering wie irgend möglich zu halten. Eine höhere Risikobereitschaft erlaubt dabei durchaus das Ausnutzen weniger offensichtlicher Hinweisgeber beim Trading.

Autor: RP