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Diskretionäres Trading: manuell Gewinne erreichen

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Der Begriff des manuellen Tradings meint im Grunde nichts anderes, als dass Händler zwar wie gewohnt auf einen Computer vertrauen, da dies der einzige Zugangsweg zu den weitgehend digitalen Handelsplätzen ist – die Orders aber werden an den Märkten eigenhändig und ohne automatisiertes Trading ausgeführt.
  • Der manuell Weg bietet sich oftmals gerade bei kurzen Analyse-Zeiträumen an, da viele der üblichen Indikatoren beim Trading nicht für die Auswertung der Kurse geeignet sind.
  • Die Arbeit „aus dem Bauch heraus“ verlangt Händlern einiges ab. Vor allem müssen sie Nachrichten und wichtige Marktdaten richtig lesen können. Die Entscheidungen als solche fallen beliebig aus und müssen nur den Anforderungen der Trader selbst gerecht werden.

Flexible und unabhängige Entscheidungsfindung

Diskretionaeres tradingOhne tiefer gehende professionelle Bewertung dieses Tradingstils ließe sich sagen, dass diskretionäres Trading im Grunde nichts anderes als der klassische Ansatz ist, also so etwas wie die zwar digitale, aber eben manuelle Arbeitsweise beim Trading mit Forex- und CFD-Werten. Natürlich spielt dieser Stil auch beim Aktienhandel eine nicht minder große Rolle. Schließlich waren Anleger in der Zeit vor dem Aufkommen des automatischen Handels über „Expert Advisors“ als Handelssysteme (wie sie an anderer Stelle noch eingehend dargestellt werden) grundsätzlich dazu gezwungen, als Mensch für sich selbst eine Analyse der Märkte oder der Kursentwicklungen einzelner Handelswerte vorzunehmen und anschließend manuell Positionen am Markt zu eröffnen oder zu schließen. Diese manuelle Praxis war beim ursprünglichen Börsenhandel natürlich auch dann üblich, wenn Mitarbeiter der Hausbank im Kundenauftrag Trades an Märkten ausführten.

Selbst Grundlagen für den Handel erkennen und bestimmen

Zwar hatten sie über Banken als Marktteilnehmer Zugang zum ausgewählten Handelsplatz – automatisch aber wurden Orders eben nicht auf den Weg gebracht. Stattdessen erfolgte die manuelle Weitergabe des Order-Wunsches am Ende schlicht durch einen menschlichen Broker. Als „manuelles Trading“ im eigentlichen Sinne sollte das diskretionäre Trading im Grunde aber nicht missinterpretiert werden. Denn statt als „von Hand“ muss der Begriff „diskretionär“ genau genommen etwa mit dem „nach eigenem Ermessensspielraum“ ins Deutsche übersetzt werden. Auch die Übersetzung mit dem Wort „beliebig“ ist im fachsprachlichen Kontext sehr gebräuchlich.

Als erste Erklärung dieses Tradingstils auf Entscheidungsgrundlage ließe sich wohl sehr treffend formulieren:
„Es gibt nur eine Regel. Und diese heißt: Es gibt keine Regel.“

Gefühle sind wichtig, dürfen aber nicht Überhand gewinnen

Hierbei handelt es sich um eine aus dem cineastischen Umfeld bekannte Redewendung, die mittlerweile durchaus in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen ist. Und dieser Satz hat auf ganzer Linie seine Berechtigung. Denn diskretionäres Trading wird nicht grundlos von vielen Experten als die einzig wahre „Königsdisziplin“ unter den Handelsstilen bezeichnet. Dieser Weg zeichnet sich auf der einen Seite durch ein enormes Gewinnpotenzial aus. Diesen Chancen auf eindrucksvoll hohe Renditen steht aber stets ein ebenso beachtliches Verlustrisiko gegenüber. Die Ursache für diese positiven und negativen Eigenschaften des diskretionären Trading-Ansatzes wiederum liegt darin, dass das Fehlen fester Regeln einen hohen Anspruch an die Intuition und das Bauchgefühl der Trader stellt. Anders gesagt: Die Komponente der Emotion nimmt einen sehr hohen Stellenwert ein. Und genau dies macht die Entscheidungen der Trader automatisch immer wieder aufs Neue anfällig für Risiko und Verluste.

Manuelle Orders gegen übermäßige Verluste absichern

Jeder Mensch, der sich nach diesem Modell manuell als Trader verdingt, kann im Ernstfall zum Opfer der eigenen Psychologie werden. Dies gilt natürlich vorrangig dann, wenn es an den nötigen Erfahrungen fehlt, da dann Signale, die eigentlich einer anderen Entscheidungsgrundlage bedürfen, falsch gedeutet werden könnten. Jede Investitions- und Spekulationsentscheidung verlangt für sich nach einer emotionalen und nicht geregelten Bewertung, ohne dass zuvor automatische Systeme oder eine Trading-Software zum Einsatz kommen muss. Die Schwierigkeit für professionell arbeitende Händler besteht logischerweise in erster Linie darin, eben nicht allein die Emotionen entscheiden zu lassen, welche Call- und Put-Positionen in welchem Moment gehandelt werden und in welcher Weise Stops oder Limits einen Sinn ergeben bei diesen Orders. Wobei diese Order-Zusätze ja letztlich bereits einer ersten Automatisierung entsprechen, um die es beim diskretionären Trading ausdrücklich eher nicht geht.

Risiken genau abschätzen und auf die Ziele abstimmen

Diese Informationen dürfen aber nicht dahingehend missverstanden werden, dass Trader generell auf Kenntnisse der Märkte sowie Wissen um die Markttechnik und die charttechnische Analyse verzichten können. Vielmehr ist das Gegenteil richtig: Für diskretionäres Handeln am Markt müssen Trader begreifen, wie die Märkte funktionieren und sich zudem eine Strategie zurechtlegen, die sie konstant verfolgen. Diese Strategie wiederum muss sprichwörtlich Hand und Fuß haben. Fachlich bedeutet dies, dass die strategische Arbeitsweise zum einen „reproduzierbar“ sein muss und zum anderen möglichst profitabel sein sollte. Natürlich sollte die Strategie im gleichen Maße schlüssig sein und in der Marktumgebung Erfolge wahrscheinlich machen. Auch müssen Händler wissen, gegen welche Marktteilnehmer sie spekulieren und welches Money- und Risiko-Management im eigenen Fall ratsam und angemessen ist.

Wichtig ist es, trotz der oft spontanen Trade-Planung niemals in die Verlegenheit zu kommen, sich ausschließlich auf das eigene Glück zu verlassen. Denn exakt darum geht es bei diesem Stil nicht.

Wie gehen Trader beim diskretionären Trading vor?

Oft sieht die Vorgehensweise folgendermaßen aus:

  1. Trader X eröffnet bzw. kauft eine mehr oder weniger große Menge Positionen.
  2. Diese Positionen werden für eine gewisse Zeit gehalten, in der Hoffnung, dass die Entscheidungen zur Marktlage passen und tatsächlich einen Gewinn abwerfen.
  3. Zum geeigneten Zeitpunkt werden die Positionen später passend zur Entwicklung am Markt wieder verkauft.

Strategien braucht es in jedem Fall beim manuellen Trading

Andersherum können natürlich ebenso gut Put-Positionen gehandelt werden, wenn also von Kursverlusten ausgegangen wird, so dass später zu einem günstigen Moment eben diese Orders durch einen Kauf geschlossen werden. Ohne eine Strategie jedenfalls gelangen Händler auch bei diesem Tradingstil mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum geplanten Ziel, also dem Gewinn. Ihre Rendite realisieren Anleger in diesem Segment nicht durch einzelne große Positionen, sondern dadurch, dass sie einen Gesamtgewinn durch eine ganze Reihe kleinerer Gewinne erreichen. Die Positionen werden dabei auf die Situation abgestimmt konstant wiederholt.

Niedrige Frustrations-Grenzen sind ein zusätzliches Risiko

Das Risiko fehlerhafter Handelsentscheidungen, wie sie gerade Anfängern schnell unterlaufen können, liegt oftmals in der Unsicherheit und den fehlenden Erfahrungen begründet. Manuell zu handeln verlangt dem Trader einiges ab. Dazu gehört auch gerade ein gesundes Maß Geduld, um Schwankungen der Werte sozusagen aussitzen zu können, ohne vorschnell zu reagieren, sobald sich die gehandelte Kurse nicht so entwickeln, wie man dies erwartet hat. Nochmals der Hinweis: Emotionen sollten, so gut es geht, ausgeblendet werden und in den Hintergrund rücken.

Was braucht Mensch als Händler beim diskretionären Trading?

Die Antwort ist eben so leicht gefunden, wie sie für Einsteiger mitunter schwer umzusetzen ist: eine nüchterne Herangehensweise und sachlich-fundiertes Wissen um die ständigen Aufs und Abs am Finanzmarkt in seinen verschiedenen Bereichen. Der schmale Grat ist darin zu sehen, dass Trader leider nicht zu großes Gewicht auf den Aspekt der Sachlichkeit legen sollten. Vielmehr geht es darum, mit dennoch auftretenden Fehlentscheidungen richtig umzugehen. Faktisch passiert es selbst Profis, dass sie von Zeit zu Zeit Trades mit guten Erfolgsaussichten vor ihrer Zeit schließen. In anderen Phasen kann es vorkommen, dass Positionen mit hohem Verlustrisiko über den sinnvollen Stichtag hinaus gehalten werden (bzw. beim Daytrading und Scalping über solche Zeitpunkte während des Handelstages hinaus). Beide Arten von Krisenmomenten müssen Händler emotional zu bewältigen wissen.

Mit guter Lektüre in den Handel starten

Grundsätzlich sollte niemand blind auf das manuelle Trading über das diskretionäre Trading vertrauen. Empfohlen wird allgemein, dass sich Neulinge im Trading-Bereich vorab in aller Ausführlichkeit auf ihren ersten eigenen Trade vorbereiten. Fachliteratur von Profi-Händlern kann ein guter Weg für den Einstieg sein. Webinare, Trading-Videos helfen beim Studium, wie auch Demokonten, wie sie gerade von vielen Online-Brokern für den FX- und CFD-Handel wenigstens zeitweise vergeben werden. So ist der Grundstein für intensive Einarbeitung in die Materie gelegt. Händler lernen so die zentralen Vorteile wie auch kritischen Aspekte der verschiedenen Tradingstile von A bis Z kennen. Was bringt dies für Anfänger? Sie vermeiden erste hohe Verluste und schaffen dennoch einen Einstieg ins Handeln unter realen Bedingungen. Beachten sollte Mensch unbedingt, dass diskretionäres Trading innerhalb der Schulungsmodelle beim jeweiligen Broker eine zentrale Position einnehmen sollte.

Demo-Modus kann Anfangsrisiken dramatisch reduzieren

Dies bedeutet aus Sicht von Anfängern zugleich, dass sie beim Echtgeld-Handel nicht direkt mit hohen Beträgen einsteigen müssen. Broker, die Neulinge willkommen heißen, erlauben diskretionäres Trading oft schon ab sehr geringen Mindesteinlagen und Mindesteinsätzen pro Trade. Eine statistische Information, die verdeutlicht, wie wichtig die professionelle Vorbereitung ist: Bei neun von zehn Konten mit Kleinst-Budgets ist das Guthaben aufgrund der entstandenen Verluste spätestens nach 12 Monaten verbraucht. Wer es schafft, zur Gruppe der Erfolgreichen zu gehören, kann sich damit rühmen, beim manuellen Trading die wichtigsten Schritte berücksichtigt zu haben – und natürlich auch das bisschen Glück gehabt zu haben, das auch fortgeschrittenen Tradern von Zeit zu Zeit gute Dienste leistet.

larserichsen

Mein Fazit

Diskretionäres Trading heißt letztlich also „nur“, dass Händler auf einen automatischen Handel verzichten. Stattdessen geht es den Tradern darum, beliebige Entscheidungen treffen zu können, die der jeweils aktuellen Entwicklung des Marktes angemessen sind. Faktoren für die Trades gibt es zuhauf, es geht also darum, diese wichtigen Merkmale am Finanzmarkt und einzelnen Nischen herauszufiltern und dann manuell per Computer neue Orders auszuführen oder bestehende Positionen zu schließen bzw. Korrekturen nach veränderten Bedingungen auf den Weg zu bringen. Zeitliche Einschränkungen für das Handeln „auf diskretionäre Art“ gibt es eigentlich nicht: Langfristige Entscheidungen sind ebenso denkbar wie akut ausgeführte Orders, wenn sich kurzfristige Möglichkeiten abzeichnen.