Marktzyklen – Trading in Anlehnung an Phasen des Marktes

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Anleger, die nach dem richtigen Moment für den Ein- oder Ausstieg in den Markt suchen, werden meist ziemlich rasch erkennen, dass es verschiedene Marktzyklen gibt. Diese zyklischen Veränderungen können Börsianer zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen, wobei sie zu diesem Zweck vorab ein Verständnis für die Entwicklungen erarbeiten müssen.
  • Einige Zyklen fallen auch Anfängern sehr schnell ins Auge, während andere Entwicklungen eher umfangreiches Fachwissen verlangen, das sich Anleger am besten mit einem Demokonto und Tradingschulungen aneignen können.
  • Viele Broker gewähren ihren Kunden bereits durch mehr oder weniger umfangreiche Marktnachrichten Einblicke in die zyklischen Bewegungen der Märkte dies spart zunächst Zeit und kann zudem dabei helfen, Verluste zu vermeiden oder akute Gewinnaussichten mitnehmen zu können.

Jeder Markt bewegt sich in gewissen Zyklen

Es ist wohl kein Geheimnis, dass sich der Finanzmarkt zumindest in eigenen Nischen zyklisch entwickelt, während andere Sparten weniger anfällig sind oder gar von Zeit zu Zeit antizyklische Entwicklungen erkennen lassen können. Genau diese erwähnten Marktzyklen macht sich eine berühmte Tradingstrategie gleichen Namens zunutze zum Nutzen der Händler, die auf diesen Ansatz vertrauen bei der Bewertung der Märkte. Im Grunde lassen sich gewisse Zyklen an nahezu allen Märkten erkennen, dafür braucht es lediglich einige Erfahrungen. Denn auf den ersten Blick fällt es Laien oft eher schwer, die betreffenden Marktzyklen direkt als solche zu identifizieren. Dies ist schon deshalb der Fall, weil keine pauschalen Hinweise zur Dauer eines Zyklus gegeben werden können. Je nach Branche, Markt oder Nachrichtenlage können die Zyklen teilweise früher oder später als erwartet auftreten. In anderen Situationen bleibt der Wechsel von einem in den anderen Zyklus aufgrund gewisser, vorher nicht absehbarer Ereignisse vielleicht sogar gänzlich aus.

Woran erkenne ich eine neue zyklische Richtung am Markt?

Was also braucht es für die erfolgreiche Verwendung einer Tradingstrategie unter Berücksichtigung der Marktzyklen? Vor allem Erfahrung, Sachverstand und die nötige Übersicht. Oft zeichnen sich die einleitenden Indizien für einen Zyklus in minimalen Kursentwicklungen ab, die Anfänger schlimmstenfalls kaum ausfindig machen werden. Wie bei allen strategischen Ansätzen müssen Händler vor dem Start ins zyklische Trading abwägen, in welchem Zeitrahmen sie sich bewegen möchten. Das muss nicht bedeuten, dass kurzfristige Gewinne nicht durchaus innerhalb längerfristiger Marktzyklen angestrebt werden können. Durch den Einstieg im richtigen Augenblick können auch während einer Trendphase oder im Rahmen einer Trendumkehr Renditen realisiert werden.

Strategisches Vorgehen gezielt auf die Zyklen abstimmen

Eine wichtige, generell zutreffende Erkenntnis besagt: Grundsätzlich alle Märkte bewegen sich in Zyklen – ganz gleich, um welchen Markt oder welche Nische eines Finanzmarktes es sich handelt. Anleger und Händler müssen sich darauf verstehen, die Kurse zu lesen und aktuelle Marktphasen so früh wie nur möglich zu deuten, um die richtigen Schlüsse für das eigene Trading ziehen zu können. Unverzichtbar ist das Wissen um die Marktzyklen deshalb, weil sich manche, auch berühmte Tradingstrategie in einer Phase vielleicht als Erfolgsgarant erweist, in anderen Phasen aber zum Scheitern verurteilt wäre. Zu analysieren, wo sich ein Markt in seiner Entwicklung zu einem Zeitpunkt Y befindet, ist also das A und O für alle Händler, die nichts dem Zufall überlassen möchten. Schließlich geht es um nicht weniger als das eigene Kapital. Insgesamt kann attestiert werden, dass es berühmte Tradingstrategien gibt, die stärker von Marktzyklen abhängig sind und diese nutzen, während manch anderer strategischer Ansatz weniger auf die zyklischen Muster eines Marktes oder Einzelwertes angewiesen ist.

Letzten Endes lässt sich der Markt mit seinen Zyklen in vier verschiedene Phasen unterteilen:

  1. Kaufphasen (oft als Bodenbildungsphase tituliert)
  2. Phasen eines Aufwärtstrends
  3. Verkaufsphasen oder „Topbildungsumgebungen“
  4. Phasen eines Abwärtstrends

Zeitliche Rhytmen bei der Analyse nicht vergessen

Es gibt darüber hinaus verschiedene zyklische Bewegungen, die sich bei den Verläufen der Kurse am Markt bemerkbar machen. Am einfachsten können diese im Rahmen der technischen Analyse ausfindig gemacht werden. Vor allem Preisbewegungen spielen in diesem analytischen Spektrum eine wesentliche Rolle. Zeitfaktoren bleiben bei dieser Analysemethode weitgehend unberücksichtigt. Dabei ist die Zeit nicht zuletzt beim Handel mit binären Optionen oder auch Differenzkontrakten ein wichtiges Element, um Prognosen zu Kursentwicklungen abgeben zu können. Es gibt nicht ohne Grund Anleger, die vor allem Zyklen den bestmöglichen Wahrheitsgehalt zusprechen. Richtig ist in jedem Fall, dass zeitliche Kreisläufe Einfluss auf die Märkte haben – und zwar im Grunde bei wirklich jedem Handelsinstrument. Zum Beispiel lässt sich so eine Unterscheidung zwischen zufällig auftretenden Kursmustern und „echten“ Trendlinien in Charts erreichen.

Vier Phasen-Varianten sind vorrangig von Bedeutung

Mal sind diese Phasen offensichtlicher, mal ist die Auswertung mit etwas mehr Aufwand für Händler verbunden, wenn sie auf der Suche nach der idealen Strategie für ihre Spekulationen sind. Vielfach geben die Marktzyklen sogar den Ausschlag dahingehend, welches Risiko und welchen Einsatz Kunden eines Online-Brokers wagen. Das gerade im Hinblick auf den Handel mit dem maximalen Hebel (Leverage), da – trotz aller fraglos guten Gewinnaussichten – hier ein erhebliches Verlustrisiko lauern kann. Einige Analysten unterteilen die vier genannten Phasen noch weiter, jedoch reicht diese Gliederung für die ausführliche Erklärung des (anti-)zyklischen Trading vollkommen aus. Sagen lässt sich noch mehr über Trends an den Märkten: Immer wieder wird in Analysen deutlich, dass Markttrends nicht zuletzt auch die Folge emotionaler Zyklen sein können, was auf die Verhaltensmuster der Anleger zurückgeführt werden kann.

In Fachberichten taucht zu den Börsen in schöner Regelmäßigkeit der Hinweis auf, dass Börsenzyklen zum Beispiel in den vergangenen Jahrzehnten in einem Rhythmus von sieben Jahren aufgetreten sind. Die psychologische Komponente darf in diesem Kontext also generell nicht außer Acht gelassen werden. Nicht nur die Märkte beeinflussen die Anleger, sondern auch Händler und Anleger haben Einfluss auf die Marktzyklen.

Was ermöglichen Analyse-Tools Anlegern im Einzelnen?

Doch nicht immer zeichnen sich zyklische Veränderungen in Jahresintervallen ab. Die Erfahrungen zeigen, dass gerade am Devisenmarkt und anderen Märkten mit einem immensen Handelsvolumen eben auch mehrere Marktzyklen pro Tag auftreten können. Das Aufspüren dieser – oft periodisch wiederkehrenden – Zyklen ist eine Aufgabe von Tradern. Die Strategie wird beispielsweise von Dr. John F. Ehlers theoretisch fundiert, der im Jahr 2006 zu dem Ergebnis kam, dass Phasen der Markt-Periodizität auch vollautomatisch durch geeignete Analyse-Instrumente entdeckt werden können, wenn Händler mit den zentralen Trading-Indikatoren vertraut sind. Ehlers’ Analyse zeigt darüber hinaus aber auch, dass Zyklen nicht immer strikt zeitlich voneinander getrennt auftreten. Faktisch kann es im Handel dazu kommen, dass eine Überlappung verschiedener Marktzyklen abzulesen ist. Dies bedeutet gerade für Anleger, die im Depot Werte aus verschiedenen Branchen mit unterschiedlichen zyklischen Entwicklungen sehr gezielt vorgehen müssen, um jederzeit die Übersicht zu behalten.

Einzelne Marktbranchen von regelmäßigen Entwicklungen geprägt

Zu den klassischen Marktbereichen, die von Zyklen dominiert werden, ist die Baubranche zu zählen. Sie erlebt ihre Hochphase logischerweise eher in der Zeit von Frühjahr bis zum Spätsommer, während die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen in den kalten Monaten des Jahres meist rückläufig ist. Akute Zyklus-Phasen bieten sich unter anderem für Daytrading-Anhänger oder Swingtrader und Scalper an, die allesamt eher von kurzfristigen Kurssprüngen nach oben oder unten profitieren beim Derivathandel. Automatisches Trading mit Blick auf Marktzyklen ist ideal für nebenberuflich tätige Händler, die nur wenig Zeit für manuelles Spekulieren haben. Eine andere Option ist das halbautomatische Handeln, da Broker-Kunden in diesem Segment auf der einen Seite Handelssysteme auf Basis installierter Indikatoren Entscheidungen treffen lassen, zugleich aber eigenständig von Hand Trades und Orders über die Handelsplattformen ihres Brokers ausführen können.

larserichsen

Mein Fazit

Anleger kennen Zyklen aus vielen Finanzmarktbereichen. Allerdings sind diese nicht in allen Sparten gleichermaßen stark ausgeprägt. Zudem gibt es neben Kurs-Entwicklungen auf Basis aktueller Nachrichten zusätzliche Zyklen, die saisonal auftreten, wie die besagte Baubranche oder zum Teil auch der Pharmazie-Sektor zeigt. Die erst genannte Branche erlebt im Sommer und Frühjahr meist einen deutlichen Zuwachs, während die Winterzeit die Umsätze der Pharmakonzerne im Normalfall steigen lässt. Marktzyklen sollten im Zuge analytischer Arbeitsweisen stets berücksichtigt werden – vor allem natürlich, wenn Anleger zum Beispiel auf die Kursveränderungen von Fonds statt einzelner Werte spekulieren. Doch auch einzelne Wertpapierkurse können sich zyklisch verändern.

Autor: RP