Beispiele für den Handel von Zertifikaten

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Die Beispiele für den Zertifikathandel fallen unterschiedlicher aus, als es viele Laien erwarten, bevor sie erste eigene Erfahrungen vorweisen können. Die Funktionsweise vieler Instrumente ist aber durchaus selbst für Anfänger und Einsteiger in die Materie nachvollziehbar.
  • Die Auswahl an Zertifikaten ist inzwischen so groß, dass Anleger unterschiedlichste Bedürfnisse hinsichtlich der Renditen und Risiken befriedigen können → Was es braucht, ist ein exakter Vergleich der Bedingungen, um sich dem idealen Angebot rasch zu nähern.
  • Einzelne Zertifikate erlauben eine Vervielfachung des eigenen Kapitals für den Handel. Andere Produkte wiederum beinhalten eine Risikoabsicherung oder einen Kapitalschutz, falls die Preise der Basiswerte nicht die erwartete Richtung einschlagen.

Blick in die Details führt im Vergleich zum besten Produkt

Handel von ZertifikatenWie im Grunde in allen Bereichen des globalen Finanzmarktes gibt es auch bei Produkten aus dem Sektor der Zertifikate niemals nur einen einzigen Weg, den Händler beschreiten können. Vielmehr ergeben sich für Händler, die sich gewissenhaft vorbereiten, gefühlt endlos viele Gelegenheiten, was wiederum der Tatsache geschuldet ist, dass es faktisch eine ganze Reihe zum Teil durchaus sehr unterschiedlicher Instrumente an der Zertifikatbörse gibt. Diese Produkte sind nicht immer alle gleichermaßen von Interesse, da Anleger im Idealfall genaue Vorstellungen vom geeigneten Produkt haben – und diese Vorstellungen variieren je nach Budget und Risikofreude recht klar.

Umso wichtiger sind also die folgenden Beispiele für den Handel von Zertifikaten, damit auch Anfänger erkennen, bei welchen Formaten sie angesichts ihrer Ziele und Möglichkeiten am ehesten ein gutes Gewinn-Risiko-Verhältnis in die Tat umsetzen können. So verschieden die Anleger sind, so unterschiedlich fallen oft auch die Eigenschaften der Zertifikate aus.

Was möchte ich mit dem Zertifikat-Investment überhaupt erreichen?

Bevor wir an diesem Punkt präzise und weitreichend auf Beispiele für den Handel von Zertifikaten eingehen können, muss nochmals thematisiert werden, wie wichtig bei der Entscheidungsfindung die Frage nach den Zielen der Anleger ist. Denn im Grunde gibt es mindestens drei Anlässe, die Investoren an die Zertifikate-Börsen treiben. Diese Gründe sind

  • eine zusätzliche Steigerung der bisherigen Renditen
  • eine Beschleunigung bei der Realisierung von Gewinnen
  • eine Absicherung der derzeitigen Depot-Inhalte

Für jeden Risiko- und Anlagetypus existieren passende Zertifikate

Je nachdem, was ihr Interesse für Zertifikat-Produkte ausgelöst hat, müssen Anleger ihren Schwerpunkt beim Handel definieren. Sinnvolle Zertifikate-Tipps rund um diese Spielart der Inhaberschuldverschreibungen müssen dementsprechend in Beispielen gezielte und vor allem verständliche Informationen dazu enthalten, welche Produkte bei welcher „Strategie“ am ehesten geeignet sind. Die Tatsache, dass Zertifikate-Käufer letztlich „nur“ dem Emittenten ihr mehr oder weniger mühsam erspartes Geld leihen, ist manchem Händler in spe überraschenderweise gar nicht bewusst. Auch wenn Geld in diesem Fall in aller Regel Banken geliehen wird, heißt dies nicht, dass bei etlichen tausend Zertifikaten, die am globalen Markt in Umlauf sind, keinerlei Risiko bezüglich der Rückzahlung besteht.

Vor allem große Bankhäuser treten als Emittenten auf

Deutsche Bank, UBS und andere Großbanken gelten aufgrund ihrer Bonität und Aufstellung als sehr liquide Emittenten. Treten aber kleinere Institute als Herausgeber auf, kann die Situation durchaus etwas anders sein. Und in diesem Fall kann es für Anleger zu erheblichen Problemen kommen, sofern sie als Gläubiger erst an zweiter oder dritter Stelle stehen, da Zertifikate nicht als Sondervermögen gelten und aus diesem Grund erst nachrangig bewertet werden, wenn es zu einer Insolvenz des Zertifikatanbieters kommen sollte. Auch die Tatsache, dass Händler ihre Transaktionen nicht allein an Börsen, sondern auch ohne Weiteres direkt über die emittierenden Banken abwickeln können, muss im Rahmen der Risikobewertung zur Kenntnis genommen werden.

Modelle mit Verlustabsicherung vs. Totalverlust-Risiko

Ein Weg, um Produkte am Markt zu finden, ist die Suche über die zugehörige Wertpapierkennnummer, die bei Anbietern oft als „WKN“ oder „ISIN“ abgekürzt wird. Für die Erläuterungen rund um die Beispiele für den Handel von Zertifikaten ist diese Information ausgesprochen wichtig, da Anfänger ohne diese Nummer sonst eher nach dem Zufallsprinzip, allemal aber mit größerem Aufwand nach interessanten Angeboten Ausschau halten müssen. Wissen müssen Neulinge außerdem, dass die Kurse von Zertifikaten immer an die Kursentwicklungen der Basiswerte gekoppelt sind – ganz gleich, ob dies nun Devisen, Rohstoffe, Indizes oder Aktien sind. Jedoch entscheidet die Produktart darüber, unter welchen Bedingungen im Einzelnen Auszahlungen und Verkäufe umgesetzt werden.

Letztlich kann im Ernstfall bei vielen Zertifikaten durchaus ein Totalverlust entstehen, wenn falsche Entscheidungen getroffen wurden und die ausgesuchten Produkte zu einem schlechten Zeitpunkt ge- oder verkauft wurden.

Jedes Format hat eigene Vorteile und Nachteile

Schnell werden Anleger insbesondere eines erkennen: Pauschale Beispiele für den Handel von Zertifikaten können nur schwerlich formuliert werden. Dies lässt sich vor allem damit erklären, dass es zwischen den Funktionsweisen verschiedener Zertifikate teils eher minimale, teils aber auch sehr deutliche Unterschiede gibt. Und genau diese kleinen oder größeren Feinheiten müssen Händler kennen und verstehen, um die erhofften Ziele erreichen zu können. Es kommt beim Anlageerfolg also leicht erkennbar darauf an, geeignete Produkte zu finden, die in puncto Risiko und Rendite-Aussicht zum eigenen Anlagetyp passen!

Indizes & Aktien besonders beliebte Assets

Durch den Erwerb von Index-Zertifikaten zum Beispiel können sich Anleger unter Umständen auch Dividenden mit sichern. Beachten sollten Investoren in spe dabei natürlich, ob etwa die Anbieter von Zertifikaten auf den wichtigsten deutschen Index, den DAX-30, in den Prospekten zu ihren Produkten darauf hinweisen, dass Anleger in den Genuss solcher Zahlungen kommen. Herausgeber von Kursindex-Zertifikaten wiederum sehen der Funktionsweise wegen keine Dividendenzahlungen vor. Anders sieht die Situation im Falle von Angeboten auf einen Performance-Index vor. Erwähnenswert für derartige Beispiele für den Handel von Zertifikaten ist: Index-Zertifikate kommen (als sogenannte „Open-End“-Produkte) typischerweise ohne eine Begrenzung der Laufzeit zu Beginn aus.

Von Interesse ist dies logischerweise gerade für Investoren, die sich nicht schon bald nach dem Einstieg wieder mit einer späteren Verwendung freiwerdender Mittel auseinandersetzen möchten.

Beispiele für den Handel von Zertifikaten (inklusive bereits genannter) sind:

  • Garantie-Zertifikate
  • Korridor-Zertifikate
  • Bonus-Zertifikate
  • Kapitalschutz-Zertifikate (mit/ohne Cap)
  • Discount-Zertifikate
  • Index-Zertifikate
  • Hebel-Zertifikate
  • Outperformance-Zertifikate
  • Tracker-Zertifikate
  • Knock-out-Zertifikate

Alle gelisteten Produkte zeichnen sich durch mehr oder weniger offensichtliche Besonderheiten aus sowie auch durch Gemeinsamkeiten mit anderen Angeboten der Zertifikatbörsen. Je nach Format eignen sie sich eher für das Spekulieren auf Basiswerte wie Aktien oder Indizes, während andere Angebote am besten in Verbindung mit sehr volatilen Underlyings wie zum Beispiel Devisenpaaren ihr volles Potenzial entfalten können.

Zertifikate mit Bonus, Rabatt und anderen speziellen Eigenschaften

Insbesondere die Analyse der Risiken, die Händler einzugehen bereit sind, entscheidet in weiten Teilen darüber, welche Zertifikate die besten Aussichten bieten können. Anfänger bevorzugen oft weniger riskante Formate wie Garantie-Zertifikate oder Zertifikate mit Kapitalschutz, bei denen sie selbst im Falle falscher Entscheidungen zumindest einen Teil ihrer Einsätze zurückbekommen. Andere Angebote wie Hebel-Zertifikate sprechen hingegen eher professionelle vorgehende Investoren an, die maximal erreichbare Gewinne durch den sogenannten Leverage-Effekt dramatisch verbessern möchten. Schnäppchenjäger wiederum halten gerne nach Discount-Zertifikaten Ausschau, bei denen ihnen Rabatte auf die aktuellen Marktpreise an den Börsen für den Handel mit Schuldverschreibungen winken können.

Ebenfalls eher von Interesse für risikofreudige Anleger sind Knock-out-Zertifikate und bedingte „Korridor“-Modelle, bei denen Anleger schon recht genaue Vorstellungen von der Funktionsweise des Marktes haben müssen, um wie erhofft Renditen mitnehmen zu können – v.a. ohne zeitnah einen Totalverlust hinnehmen zu müssen, weil der Basiswertpreis an der Zertifikatbörse wider Erwarten schon frühzeitig das Kursfenster nach oben oder unten verlassen hat.

stefan

Mein Fazit

Wir haben erkannt: Der Zertifikatmarkt ist seit seinem Entstehen in den 1990er Jahren so rasant gewachsen, dass die verschiedenen Varianten der Schuldverschreibungen durchaus nicht nur fortgeschrittene und echte Profi-Investoren ansprechen können. Anleger, die sich die Zeit nehmen, um zu hinterfragen, welchen Einsatz sie sich leisten möchten und welches Risiko sie einzugehen bereit sind, können die Auswahl sehr genau eingrenzen. Eine Budgetaufstockung kann durch Hebel-Zertifikate erreicht werden; bei einem hohen Sicherheitsanspruch und eher geringer Risikofreude eignen sich günstige Discount-Zertifikate oder Zertifikate mit Kapitalschutz. In jedem Fall ist es lohnend, die diversen Zertifikate-Modelle nicht vorschnell in einen Topf zu werfen, sondern Zeit für abstrakte und vor allem objektive Vergleich der positiven wie nachteiligen Eigenschaften aufzuwenden. Denn nur dann finden Anleger die Wertpapierkennnummern der Produkte, die wirklich zu ihnen und Anlageverhalten passen werden.

Autor: Agnes Nitsche