Wurzeln der Angebote liegen im Sektor Investmentfonds

 

wurzeln der angebote sektor investmentfondsUm zum einen eine Erklärung und Einführung zum Thema Zertifikate aus Sicht deutscher Anleger formulieren zu können, braucht es im ersten Schritt einen Blick ins Wertpapierrecht. Denn genau wie erwartet sind alle wichtigen Fakten und Rahmenbedingungen definiert, die es vor dem ersten Investment braucht. Die Ursprünge der Zertifikate finden sich im Bereich der Investmentfonds. Dort waren die Produkte eine Art von Anteilsscheine, über die Investoren ein verbrieftes Recht am Vermögen eines Fonds als Beteiligung erhielten – bzw. weiterhin erhalten, denn nach wie vor bietet der Finanzmarkt natürlich auch Zertifikate im Fondsbereich. Vor allem aber treten heute Banken als Emittenten (Herausgeber) von Zertifikaten auf, die alternativ auch als Schuldverschreibungen oder Schuldscheine tituliert werden können.

Herausgeber stammen vor allem aus der Finanzwelt

Auch andere Unternehmen aus der Finanzbranche wie Kreditinstitute geben solche Finanzinstrumente mitunter aus, um „frisches“ Kapital zu beschaffen, das wiederum für neue Projekte, Anschaffungen oder das Begleichen von Schulden verwendet werden kann. Per Definition gehören Zertifikate (wie auch Futures oder Optionen/Optionsscheine) in die Rubrik der derivaten Finanzprodukte, die für private Anleger noch nicht allzu lange zu einem interessanten, wenn auch ziemlich riskanten Investment geworden sind. Gehandelt werden die Wertpapiere – denn um solche handelt es sich hierbei – vor allem an der Börse, doch hat sich zunehmend auch ein außerbörslicher Markt entwickelt. Wer kauft also Zertifikate? In erster Linie spekulieren in diesem Bereich Anleger, die sich zumindest rudimentär mit der Funktionsweise der Börsenwelt auskennen.

Wissen müssen Interessenten, dass ihnen von Seiten der Emittenten keine Zins-Garantien ausgesprochen werden. Im Moment des Erwerbs geht es der Derivat-Ausrichtung entsprechend nicht um direkte, sondern eher um indirekte Transaktionen, wie die ausführliche Erklärung und Einführung von Zertifikaten noch verdeutlichen wird.

Instrumente mit verschiedensten Eigenschaften im Umlauf

Schnell zeigt sich, dass es eine ganze Reihe unterschiedlicher Zertifikate gibt, die allesamt eine Erwähnung in der Definition verdient haben. An den Zertifikate-Börsen weltweit werden unter anderem diese Varianten gehandelt:

  • Discount-Zertifikate
  • Garantiezertifikate
  • Outperformance-Zertifikate
  • Index-Zertifikate
  • Bonus-Zertifikate

Darüber hinaus gibt es einige weitere mehr oder minder Neben- oder Unterklassen, mit denen sich Anleger je nach Bedürfnis, Risikobereitschaft und Rendite-Wunsch im Handelsalltag beschäftigen können. Zuerst aber muss es in dieser Zertifikate-Erklärung und -Einführung darum gehen, wie das Trading mit diesen Angeboten überhaupt in der Praxis abläuft. Als Derivate gilt bei Zertifikaten dasselbe, was im gleichen Maße auf andere derivate Finanzprodukte zutrifft.

Und zwar werden sie auf direktem Wege erworben, so wie es bei „normalen“ Aktien der Fall ist. Es geht darum, sein Geld indirekt zu investieren, indem man im ersten Schritt einen Basis- bzw. Vermögenswert auswählt (auch „Underlying“ oder „Asset“ genannt). Die Auswahl dieser Basiswerte fällt je nach (Online-)Broker sehr unterschiedlich umfangreich aus. Auch verteilt sich die Vielfalt der Werte auf verschiedene Zweige des Marktes.

Infrage kommen:

  • Anleihen
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Währungen
  • Fonds
  • Aktien

Die Transaktion läuft kurz und knapp formuliert so ab, dass die am Ende realisierte Rendite davon abhängt, wie sich die Basiswert-Kurse zukünftig entwickeln – also ob sie sinken, steigen oder unverändert auf ihrem aktuellen Kurswert verweilen werden.

Angebote mit und ohne festes Profil für die Rückzahlung

Eine weitere Unterscheidung ist zu erkennen zwischen Zertifikaten mit einem zum Zeitpunkt des Kaufs definierten Kurs zum Fälligkeits-Termin und sogenannten Partizipationszertifikaten auf der anderen Seite. Die zuletzt genannte Gruppe sind jene Produkte, bei denen der Zertifikat-Wert am Kursverlauf des Basiswerts orientierte Entwicklungsstadien durchläuft. Existiert ein anfangs festgelegter Wert in Abhängigkeit von bestimmten, ebenfalls vertraglich geregelten Konditionen, spricht man von einem fest definierten Rückzahlungsprofil. Auch hinsichtlich der Laufzeiten sind abweichende Bedingungen erkennbar. Discount-Zertifikate, Bonus-Zertifikate, klassische Optionsscheine und Aktienanleihen zum Beispiel haben eine feste Laufzeit, die im Augenblick der Emission bekannt ist. Auch auf Outperformance-Produkte trifft diese Eigenschaft zu.

Index-Zertifikate, Strategie-Zertifikate sowie die ebenfalls beliebten Basket- und Tracker-Zertifikate lassen sich zusammen mit „Themen“-Angeboten klar den Partizipationszertifikaten zuordnen, die dieser Zertifikate-Erklärung und -Einführung zufolge zumindest theoretisch keinerlei zeitliche Befristung vorsehen müssen im Moment des Einstiegs durch die Händler.

Einzelne Anbieter offerieren oft schon hunderte Produkte

Schon die schiere Menge der angebotenen Varianten ist ein gewichtiger Hinweis darauf, aus welch reichhaltiger Menge an Zertifikaten überzeugte Anleger wählen können. Nur wenige Finanzmarktbereiche bieten Händler eine ähnliche Vielfalt. Je nach Bank oder Broker wählen Investoren aus einer vier- bis fünfstelligen Zahl von Produkten die für sie – zumindest unter idealen Umständen – besten aus. Grundlage für die Entscheidungen sollte unter anderen die Frage sein, welche Budgets zur Verfügung stehen und welche Risiken eingegangen werden sollen. Wer nicht einzig und allein an den heimischen Märkten nach guten Renditen fischen, sondern auch international spekulieren möchte, erhöht den Handlungsspielraums nochmals erheblich. In diesem Fall aber muss ich die Risiken der Zertifikate-Handels umso genauer kennen, um sie den möglichen Gewinnchancen auf realistische Art und Weise gegenüberstellen zu können.

Abweichende Konditionen bei verschiedenen Zertifikat-Produkten

Tausende unterschiedliche Zertifikate werden innerhalb der Bankenbranche offeriert – nicht alle zeichnen sich durch eine identische Abwicklung und ähnlich komplexe Strukturen aus. Anfänger sollten nach Auffassung von Experten zunächst einmal Produkte mit eher geringem Risiko und unkomplizierten Rahmenbedingungen auswählen, um Erfahrungen in diesem durchaus anspruchsvollen Sektor des Marktes zu sammeln. Dies gilt ohne Frage für Werte aus allen Sparten des Marktes, denn wirklich überall gibt es neben einfachen und relativ sicheren Zertifikaten eben auch sehr kompliziert gestaltete, hochriskante Angebote.

Index-Zertifikate bieten transparente Kurs-Wiedergabe

Das erste jemals emittierte Zertifikat, das aus historischer Sicht in einer Erklärung und -Einführung zwingend angesprochen werden muss, war ein DAX-Indexzertifikat im Jahr 1989, bei dem es um eine 1 : 1-Abbildung der Kursentwicklung ging. Dies bedeutet im Klartext, dass sich der Produkt-Wert jeweils um denselben Prozentsatz veränderte, um den sich auch der Kurs des DAX selbst nach oben oder unten entwickelte. Bei dieser direkten Abbildung der Kursveränderungen kann mit Fug und Recht von einem Zertifikat der eher einfachen Art gesprochen werden, das zudem auch in die Rubrik der Produkte mit geringem Risiko einzuordnen ist.

Keine Überraschungen bei Gewinnen und Verlusten

Das Risiko als solches ist beim Binärhandel also durchaus kalkulierbar. Dieser Hinweis darf nur nicht missverstanden werden: Eine Gewinngarantie gibt es nicht. Und je rentabler und aggressiver Trader vorgehen, desto eher entsteht ein Minus auf dem Konto. Wie hoch aber dieses Minus ausfällt, darauf können Händler mit Blick auf ihr Budget, die Handelsarten und mögliche Extra-Funktionen zur Absicherung auch bei Binäre-Optionen-Brokern Einfluss nehmen. Schon im Augenblick der Trade-Ausführung zu wissen, was man gewinnt oder verliert, sehen viele Anhänger dieser Art Optionshandel als eindeutigen Vorteil. Eine gut funktionierende Handelsplattform bildet dabei von Anfang an die Basis für den späteren Erfolg. Eine Broker-Ausbildung mit Video-Erläuterungen zu Handelsarten, ein Glossar mit allen relevanten Fachbegriffen und auch Webinare dienen dem Wissensaufbau, der wie in allen Nischen der Finanzmärkte schlicht unverzichtbar ist. Und an dieser Stelle schließt sich somit im Grunde der Kreis, denn die zuletzt getroffenen Aussagen treffen im gleichen Maße auf jedes andere Finanzinvestment zu.

Rahmenbedingungen müssen gewissenhaft gestaltet sein

Diese anfängliche Einfachheit aber trifft heute längst nicht mehr auf alle Produkte dieses Bereichs zu. Nicht nur bei Einsteigern sorgen die Eigenschaften zahlreicher Zertifikate der heutigen Zeit für eine gewisse Verwirrung, was nicht allein an der Namensgebung liegt, die vielfach auch in Deutschland (siehe obige Zusammenstellung) an den internationalen Sprachgebrauch angelehnt ist. Insbesondere beim Thema der Gebührenabrechnung zeichnen sich doch nur allzu oft mehr oder minder große Abweichungen zwischen den verschiedenen angebotenen Werten ab. Weiterhin müssen Anleger die Höhe des Risikos, die garantierte Sicherheit und die Laufzeit mit in die Waagschale werfen. Ein weiteres unverzichtbares Kriterium in einer Zertifikate-Erklärung und -Einführung ist der Faktor der Preisentwicklung des ausgesuchten Basisproduktes. Gerade bei Immobilienzertifikaten ist diese in vielen Fällen nicht unbedingt leicht verständlich.

Zwei Beispiele:

→ Indexzertifikate eignen sich durchaus für Neulinge auf dem Gebiete des Zertifikathandels

→ Knockout-Zertifikate sind hoch riskant und damit beim besten Willen nichts für Anfänger, gerade weil ein Totalverlust entstehen kann

Meist keine garantierten Zins-Gewinne in Aussicht

Wer sein Geld in einer dieser Sparten anzulegen gedenkt, sollte vor allem daran denken, dass Banken und andere Herausgeber in den allermeisten Fällen keine fixen Zinssätze am Ende eines Anlagejahres ausschütten. Suche ich als Sparer nach solchen Garantien, bin ich bei Festgeldkonten oder Anleihen in der Regel besser aufgehoben. Es braucht also ein gewisses Vertrauen in die ausgesuchten Basiswerte, die als Grundlage der erworbenen Zertifikate dienen. Eine gewisse Ausnahme stellen diesbezüglich Aktienzertifikate dar, die zwar ebenfalls keine sicheren Gewinne (wie etwa Dividenden) bringen, dafür aber mit Eigentümerrechten verbunden sein können, die für manchen Anleger von Interesse sind.

Weltweiter Markt wächst stetig weiter und bietet immer mehr Auswahl

Weshalb eine objektive Zertifikate-Erklärung und -Einführung so gezielt auf die bewusste und bedarfsgerechte Entscheidung bei der Produktauswahl hinweist, wird vor allem vor dem Hintergrund einer wichtigen Information offensichtlich: Allein im Jahr 2008 konnten – bei steigender Tendenz – bereits über 200.000 Zertifikate am weltweiten Markt gehandelt werden. Und besagtes Jahr stand noch eng im Zusammenhang mit der erst kurz zuvor ausgebrochenen Finanzkrise, die Anleger viele Milliarden US-Dollar aus dem Markt abziehen ließ, nachdem sie die teils enormen Risiken und brancheninternen Ausfälle erkannt hatten. Die Folge war ein zeitweiser Markteinbruch. Inzwischen aber spielen Zertifikate wieder in den Depots professioneller Trader und privater Anleger eine wichtige Rolle.

stefan

Mein Fazit

Nur wenn Anleger sich in ausreichender Form mit dieser Zertifikate-Erklärung und Einführung auseinandergesetzt haben, ist ein Einstieg ratsam. Wissenswerte Aspekte gibt es schließlich mehr als genug. Durch welche Risiken zeichnet sich der Handel an Zertifikate-Börsen aus, welche Fakten sprechen für oder gegen den außerbörslichen Einsatz? Diese Fragen sind nur zwei von vielen, die zu stellen sind, bevor Investoren in spe einen mehr oder weniger großen Teil ihrer verfügbaren finanziellen Ressourcen in diesem Bereich des Finanzmarktes anlegen. Denn der Sektor bietet zwar gute Chancen, gerade auf mittlere bis lange Sicht gute Renditen zu erreichen, ist aber im gleichen Maße von Verlustgefahren gekennzeichnet, die insbesondere bei Unwissenheit sehr schnell in Erscheinung treten können. Beispielsweise wissen unerfahrene Anleger oft nicht, dass sie ihre Zertifikate durchaus vorzeitig wieder verkaufen können.