Warum sollte man Zertifikate verwenden?

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Gerade Anleger, die sehr großen Wert auf Flexibilität legen, verwenden oft und gerne Zertifikate, da die Auswahl am Markt so enorm ausfällt → zudem sind die Instrumente dieser Art durchaus gut geeignet, um eine Risikostreuung innerhalb des Depots zu erreichen.
  • Nicht nur am heimischen Markt können die Angebote gehandelt werden, Zertifikat-Anleger können vielfach über die Anbieter auch weltweit Transaktionen durchführen.
  • Die Gelegenheit, Zertifikate aus nahezu jedem Marktbereich kaufen zu können, ist ein eindeutiges Argument für den Einstieg, denn so können Investoren eine sehr genaue Abstimmung auf die angestrebte Rendite und in besonderer Weise die Risikobereitschaft vornehmen, um keine bösen Überraschungen erleben zu müssen → selbst für Krisenzeiten gibt es passende Modelle.

Viele Argumente für den Handel an den Zertifikate-Börsen

zertifikate verwendenIm Grunde können für nahezu jede Geldanlage Argumente für und wider den Handel gefunden werden. Beim Edelmetall Gold zum Beispiel müssen Anleger in aller Regel sehr geduldig sein und ein gewisses Budget aufbringen, um mit größeren einmaligen Einlagen lohnende Renditen zu realisieren. Klassische Anlagen wie Tages- und Festgeld wiederum werfen in Zeiten niedriger Zinssätze am Markt kaum etwas ab und gleichen vielfach nicht einmal die aktuelle Inflationsrate aus. Ähnlich verhält sich die Lage dementsprechend auch beim Zertifikate-Handel. Es gibt keineswegs ausschließlich Pro-Argumente, dennoch kristallisieren sich bei der Fragestellung „Warum sollte man Zertifikate verwenden?“ diverse positive Eigenschaften heraus – mit denen sich Anleger in spe in diesem Teil des Ratgebers vertraut machen können.

Einer der wichtigsten und zugleich auffälligsten Vorteile des Zertifikatehandels ist ganz ohne Frage die Tatsache, dass die Palette der handelbaren Werte in diesem Bereich des Finanzmarktes schier unerschöpflich ausfällt. Diese Erkenntnis trifft umso mehr zu, wenn Investoren nicht nur den Markt in der Heimat im Blick haben, sondern auch Börsen und Handelsplätze im Ausland als Standort für Anlagen in Betracht ziehen. Was es braucht, ist vor allem ein Verständnis für die grundsätzlich bestehenden Risiken.

Genaue Zielsetzungen sind das A und O für spätere Erfolge

Experten raten zu Beginn vorrangig eines: „Definieren Sie als Anleger so genau wie möglich, welche Ziele Sie verfolgen möchten beim Handel mit Zertifikaten!“ Und genau diese Information ist aus professioneller Sicht unerlässlich – letztlich nicht nur für Anfänger – die enorme Auswahl kann phasenweise selbst erfahrene Händler verwirren.

Was also können Zertifikate bieten?

  • Zertifikate können genutzt werden, um sich als Aktionär gegen Verluste abzusichern
  • Zertifikat-Werte können Gewinne aus Aktiengeschäften weiter steigern
  • Investoren können von Aktien als Basiswerte profitieren, ohne die Wertpapiere direkt kaufen zu müssen
  • Zertifikate bieten die Chance, mit Basiswerten aus diversen Marktbereichen zu spekulieren → Rohstoffe, Aktien, Indizes, Devisen, Fonds, Anleihen etc.
  • Verschiedene Zertifikat-Varianten mit unterschiedlichen Rendite- und Risiko-Aussichten

Produkte lassen sich unterschiedlichen Risikogruppen zuordnen

Warum man Zertifikate verwenden sollte, zeigt sich gerade mit Blick auf die Gewinnerwartungen. So gibt es einerseits sehr sichere Produkte, bei denen eher von überschaubaren Anstiegen der Basiswert-Kurse auszugehen ist, während auf der anderen Seite ebenso riskante Angebote unterbreitet werden, bei denen sehr hohe Gewinne locken. Im gleichen Maße lassen sich die verschiedenen Modelle an der Zertifikate-Börse in unterschiedlichen Marktlagen mehr oder weniger gut einsetzen, um trotz möglicherweise schwieriger Zeiten für Aktionäre dennoch rentabel zu spekulieren.

Zertifikate auch interessant, wenn die Kurskurven nach unten zeigen?

Garantie- und Knockout-Zertifikate zum Beispiel passen durchaus in Phasen stark fallender Kurse, darüber hinaus sind Garantie-Zertifikate zusammen mit Discount-Zertifikaten bei erwarteten stark fallenden Kurserwartungen interessant. Zusammen mit Angeboten aus der Sparte der Bonus-Zertifikate können die genannten der Modelle zudem bei wahrscheinlich leicht fallenden Kursen geeignet sein, um dennoch zu einem Gewinn führen. Bei stagnierenden Kurserwartungen sind Knockout-Varianten unangemessen. Alle vier Modelle sind ein guter Weg, wenn von leichten Kursanstiegen ausgegangen wird. Stark steigende Kurserwartungen wiederum schließen Investments in Garantie- und Discount-Zertifikaten eher aus.

So wird eine elementare Antwort auf die Überlegung „Warum sollte man Zertifikate verwenden?“ offensichtlich: Zumindest einige Produkte aus diesem Marktbereiche bieten je nach der Lage am Markt gewisse Chancen. Anleger müssen „lediglich“ verstehen, in welcher Phase sie sich derzeit bewegen und welches Zertifikat gute Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.

Der Handelsstart verlangt nicht zwingend nach Extra-Brokerkonto

Die grundlegenden Infos sind eben deshalb so wichtig, weil Zertifikat nicht gleich Zertifikat ist. Darüber hinaus sind Kunden auf ein Konto angewiesen, um in den Markt einsteigen zu können. Allerdings braucht es meist keinen speziellen Account bei einem (Online-)Broker, durch dessen Einsatz wiederum gewisse Gebühren – vor allem die sogenannten Spreads – beim Handel berechnet werden. Das normale Konto reicht in aller Regel aus, um Investitionen zu tätigen. Oder Anleger verfügen bereits über ein Konto bei einem Broker und können dieses im Idealfall auch für Spekulationen an der Zertifikate-Börse verwenden. Dass die Paletten der handelbaren Werte zwischen den diversen Herausgebern und Anbietern mehr oder weniger deutliche Unterschiede aufweisen und auch die Arbeitsweisen nicht in jedem Fall identisch sind, macht einen genauen Konditions- und Portfolio-Vergleich dringend nötig.

Zudem treten sehr viele verschiedene Anbieter als Emittenten (Herausgeber) auf, was die Auswahl ohne einen objektiven Blick auf die Handelsmodelle fast unmöglich macht.

Wichtiger Vorteil bei Zertifikaten: meist keine Mindestanlagevolumen!

Wer bereits mit Zertifikaten handeln möchte oder bei der Frage landet, warum man Zertifikate verwenden sollte, stößt irgendwann auf die Tatsache, dass Anleger in diesem Segment meist ohne ein bestimmtes, vom Emittenten vorgegebenes Mindestanlagevolumen einsteigen können. Wenigstens in der Theorie, denn Broker sehen ihrerseits oft durchaus klare Anforderungen an potentielle Neukunden vor, die im Normalfall ziemlich genau und Produkt-spezifisch auf den Webseiten formuliert werden. Gleichermaßen informieren die zugehörigen Emissionsprospekte über die jeweiligen Konditionen. Ein gewisses Minimum gibt es außerdem natürlich durchaus: Denn mindestens eine Einheit des Zertifikats muss gehandelt werden.

Wir haben gesehen: Zertifikate sind bestens für Anleger geeignet, die entweder

  • nicht physisch in Aktien, Rohstoffe (z.B.), Gold etc. investieren möchten
  • nicht allein in guten Zeiten am Markt spekulieren möchten

Generell müssen sich Investoren in spe vor Augen führen, dass Zertifikate nicht ohne Grund in der Finanzkrise zum Teil heftig kritisiert wurden. Denn in der Tat waren die hochspekulativen Produkte aus diesem Marktbereich in gewisser Weise mit verantwortlich für die dramatischen Entwicklungen ab dem Jahr 2007. Als bestes Stichwort sei hier die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers stellvertretend für andere Bankenhäuser genannt.

Unterschied zwischen Brief- und Geldpreis

Berücksichtigen müssen interessierte Anleger außerdem die verschiedenen relevanten Aspekte, die sich auf die Erfolgsaussichten mal mehr, mal weniger deutlich auswirken. Hier seien unter anderem die Unterschiede zwischen dem Geld- und Briefkurs genannt, die wie am Aktienmarkt auch beim Handel mit Zertifikaten eine zentrale Rolle spielen. Sowohl die Banken als auch die Produkt-Herausgeber sind unter Umständen für das Stellen dieser Kurse zuständig. Als „Geldkurs“ wird hierbei der Wertpapier-Ankaufspreis bezeichnet, während der Briefkurs der Kurs ist, zu dem Emittenten oder Börsen Zertifikate (und andere Wertpapiere) verkaufen. Als Spread wiederum tituliert man im Fachjargon den preislichen Abstand zwischen beiden Kursen. Eine geringere Differenz ist vorteilhaft für Händler, eine große Spanne ist ein Profit für Herausgeber, Broker und Emittenten.

Weite Teile des Zertifikate-Handels unter staatlicher Kontrolle

Warum man Zertifikate verwenden sollte, kann auch damit erklärt werden, dass Produkte dieser Art an vielen Börsen weltweit gehandelt werden können. In Deutschland dominieren die Börsen in Stuttgart und Frankfurt am Main (also der deutschen Börsenmetropole schlechthin) das Trading mit derlei Angeboten. Der börsenbasierte Handel hat für Anleger einen entscheidenden Vorteil: Die Handelsplätze unterstehen hierzulande der Kontrolle durch die HÜSt, also die Handelsüberwachungsstelle. Diese Aufsichtsbehörde wacht über die Abwicklung aller an den Börsen getätigten Transaktionen. Nicht zuständig ist die Überwachungsstelle hingegen für den Handel im außerbörslichen Umfeld. Dort sollten Investoren umso genauer hinschauen, um seriöse Anbieter ausfindig zu machen. Der Zertifikate-Handel an sich erfolgt meist über Broker, die den Kontakt zwischen den Herausgebern und Käufern in spe herstellen. Für Zertifikate spricht weiterhin, dass sie nicht an bestimmte Haltezeiten gebunden sind. Während der geltenden Handelszeiten der Börsen und Märkte können Händler ihre Werte jederzeit wieder abstoßen, wenn sich zum Beispiel der Preis nicht wie erwartet entwickeln sollte. Der außerbörsliche Handel erweitert den zeitlichen Spielraum sogar nochmals aus Anlegersicht.

stefan

Mein Fazit

Alle genannten Aspekte zusammengefasst sind eine verständliche Antwort dahingehend, warum man Zertifikate verwenden sollte als Anleger. Die Auswahl ist ausgesprochen üppig, zumindest die Angebote der Börsen werden reguliert und zudem braucht es nicht immer eine sehr hohe Investitionsbereitschaft, um sich in diesem Marktbereich erfolgreich bewegen zu können. Die Produkte können zudem zur Risikostreuung im Depot und zum Ausgleich drohender Verluste bei gehaltenen Aktien und anderen Basiswerten dienen. So kann ich als Anleger gegensteuern, falls die Kurse zu fallen drohen, indem ich in Kontrakte mit einem anderen definierten Kurswert investiere. Auf der anderen Seiten sind im gleichen Maße Gewinnsteigerungen möglich, wenn Händler mit den besonderen Eigenschaften der Zertifikate umzugehen wissen.