Wie und wo kann man Zertifikate kaufen?

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Beim Handel ist in erster Linie zu unterscheiden zwischen „echten“ Zertifikat-Börsen und außerbörslichen Handelsplätzen, an denen die Produkte ebenso gehandelt werden. Gerade bei vorzeitigen Verkaufswünschen gelingt das Verkaufen außerhalb der normalen Börse oft besonders schnell.
  • Wichtig für Interessenten ist in vielen Fällen die Tatsache, dass Zertifikate nicht eines speziellen Handelskontos bei einem Broker bedürfen, sondern über ein normales Wertpapierdepot gekauft und verkauft werden können.
  • Den Ausschlag für oder gegen eine Plattform und einen bestimmten Emittenten geben oft Faktoren wie die Börsenaufsicht, besonders gut überschaubare Verlustrisiken oder die gute finanzielle Absicherung, durch die sich Herausgeber im Wettbewerb von anderen Anbietern abheben können.

Händler können Zertifikate auf verschiedenen Wegen kaufen und verkaufen

wo zertifikate kaufenWas Anleger schon aus den Gegenüberstellungen von Zertifikaten und Angeboten für binäre Optionen, CFDs oder Aktien-Geschäften wissen, trifft auch auf die Zertifikate selbst zu: Es gibt niemals nur einen einzigen Weg, um sich aktiv mit dem Handel zu beschäftigen. Deshalb verdient die Frage, wie und wo man Zertifikate kaufen kann, eine genaue Analyse. Die Möglichkeiten sind zahlreich, wenngleich es im eigentlichen Sinne natürlich nicht endlos viele Optionen gibt – bzw. besser: „Möglichkeiten“, um ein Missverständnis im Hinblick auf den Begriff „Option“ zu verhindern, da dies ein Terminus für eine andere Art der Finanzderivate ist. Im genauen Überblick zum Thema Zertifikate-Handel wird deutlich, die Handelsmöglichkeiten lassen sich generell in eine von zwei Kategorien einordnen:

  1. den Handel an Zertifikate-Börsen, also im Bereich des börslichen Umfelds
  2. den Sektor des außerbörslichen Handels

Produkte werden nicht nur vom eigentlichen Herausgeber offeriert

Der Unterschied besteht im ersten Schritt darin, dass Trader Zertifikate an Börsen in aller Regel direkt vom Emittenten oder einem seiner Partner am Finanzmarkt kaufen. Im außerbörslichen Sektor bietet sich den Anlegern die Gelegenheit, die bis dato in ihrem Besitz befindlichen Produkte an andere Interessenten – privater oder institutioneller Art – weiterzuverkaufen. In den allermeisten Fällen treten Banken als Herausgeber (Emittenten) von Zertifikaten in Erscheinung. Wie Aktien werden die Produkte dieser Sparte ganz klassisch an eigenen Börsen gehandelt, also gekauft oder verkauft. Im Unterschied zum Aktienhandel aber spielt das Verhältnis zwischen dem aktuellen Angebot und der ihm gegenüberstehenden Nachfrage eine untergeordnete bis gar keine Rolle.

Die Ursache für diese Eigenschaft ist darin zu sehen, dass die Emittenten als Anbieter im Grunde zu jedem Zeitpunkt neue Bedingungen für den Verkauf ihrer Produkte sowie gleichermaßen die optionale Rücknahme definieren können.

Keine staatliche Aufsicht beim Handel abseits der Börsen

Basis für derlei Entscheidungen ist jeweils die Lage am Markt, sodass zum Beispiel die Konditionen bei vergleichbaren Zertifikaten Einfluss auf die Kurse haben können. Dass es keine Nachfrage braucht, um als Besitzer die eigenen Zertifikate wieder veräußern zu können, spricht in der Bewertung ohne Frage für derartige Wertpapiere. Der Handel im außerbörslichen Bereich bedeutet für Anleger einen Verlust der sonst garantierten Börsenaufsicht, aber die Preise von Seiten der Herausgeber, die ihre Angebote auch außerhalb der Zertifikate-Börsen offerieren, weichen beim Direkthandel ohne börsliche Beteiligung in aller Regel nicht vom sonst üblichen Kurs ab.

Diesbezüglich müssen Investoren also nicht mit etwaigen Nachteilen rechnen, weshalb Anleger umso mehr Spielraum zu eigene Gunsten ausschöpfen können, wenn am bevorzugten Börsenplatz vielleicht im Moment keine Zertifikate der ausgewählten Art gehandelt werden. Wobei: Solche Szenarien sind zumindest bei sehr gefragten Papieren eher nicht zu erwarten.

Online-Anbieter oft mit guten Konditionen

Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage, wie und wo man Zertifikate kaufen kann. Hierfür wiederum braucht es eine Vorstellung davon, welche Voraussetzungen im ersten Schritt erfüllt sein müssen, damit ein Einstieg in den Markt überhaupt möglich ist. Benötigt wird zunächst einmal ein Wertpapierdepot. Ein solches Konto für Investitionen in Zertifikate können Anleger problemlos bei ihrer aktuellen Hausbank führen. Günstiger ist allerdings in vielen Fällen ein zusätzlicher Account bei einer Direktbank oder einem Broker im Internet. Denn gerade online entsteht seit Jahren eine immer schneller wachsende Konkurrenz für die klassischen Filialbanken, die früher die einzige Möglichkeit für den Zertifikate-Handel darstellten. Kunden erteilen der Bank oder dem Broker im Anschluss an die Kontoeröffnung mit geringem Zeitaufwand den Auftrag zum Kauf eines bestimmten Papiers.

Direktbanken kooperieren vielfach mit den Emittenten

Gerade bei etlichen der Direktbanken haben Anleger außerdem auch die Chance, außerbörslich tätig zu werden, um jenseits der Zertifikatebörse direkt Wertpapiere kaufen oder verkaufen zu können. Die Transaktionen werden indes normal mit der emittierenden Bank abgewickelt. Der außerbörsliche Handel ist vor allem dann eine Option, wenn die ausgesuchten Zertifikate Angebote größerer Herausgeber – zum Beispiel eines Bankhauses wie der Deutschen Bank oder anderer international bekannter Unternehmen wie der Citigroup – sind. Wer sich für die Produkte kleinerer Herausgeber entscheidet, ist in aller Regel an den Weg über die Börse gebunden, um mit Zertifikaten spekulieren zu können. Mit dieser Prozedur sind Anlegern oft schon vom Investieren in Optionsscheine und andere Finanzprodukte vertraut.

Spezialisierte Börsen bieten oft vorbildliche Auswahl an Zertifikaten

Der Börsenhandel muss dabei keineswegs ein Nachteil für Händler sein. Faktisch gibt es an den Märkten einige Plattformen und Börsenplätze, die explizit eine Spezialisierung auf Produkte aus dem Sektor der Zertifikate erkennen lassen. In Deutschland beispielsweise ist dies neben der renommierten Frankfurter Börse vor allem die Börse Stuttgart. Bei der zuletzt genannten Börse erhalten Anleger in spe rund um die Uhr über das Euwax-Portal Einblicke in die aktuellen Kurse für eine Vielzahl von Zertifikat-Angeboten. Diesen Daten gegenüber stehen auf der anderen Seite die Preise, die von den Herausgeber-Banken für die betreffenden Wertpapiere offeriert werden.

Der Vorteil ist offensichtlich:

Anleger können auf diese Weise sehr bequem entscheiden, ob ihnen der direkte Handel mit dem Emittenten oder eine alternative Börsen-Order lieber ist angesichts der derzeitigen Kurse. An der Stuttgarter Börse werden am deutschen Markt im Moment die meisten Produkte gehandelt, weshalb sie für Anleger – nicht nur aus Deutschland – natürlich die erste Wahl in diesem Kontext ist.

Wie genau kann ich Zertifikate denn nun erwerben?

Interessant beim Handel von Zertifikaten ist, wie zu Beginn der Erklärung angesprochen, nicht allein das Wo beim Spekulieren, um möglichst flexibel vorgehen zu können. Aufgrund der vielseitigen Investitionsmodelle – auch wenn die Mehrheit der Produkte an der Stuttgarter Börse gehandelt wird – ist insbesondere das Wie ein heißes Thema für Anleger, die vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben auf diese Variante vertrauen möchten.

Zur Wahl stehen die Versionen

  • „billigst“
  • „bestens“

Limit-Installation kann der Optimierung der Chancen dienen

Dies bedeutet, dass Anleger, die ihre Orders entweder über die Börsen aufgeben oder bevorzugte Produkte direkt beim Herausgeber erwerben, die Chance haben, zwischen verschiedenen Vorgehensweisen zu wählen. Einerseits können Zertifikate wie gewohnt schlicht und ergreifend zum nächstmöglichen Kurs gekauft oder verkauft werden, was aus der Sicht vieler mit besonders hohem Risiko verbunden ist. Alternativ können jedoch auch Limits installiert werden. So können Besitzer selbst definieren, zu welchem Preis sie einen Kauf oder Verkauf auf den Weg bringen möchten. Verstehen sollten Verbraucher, die auf dem Sektor der Zertifikate aktiv werden möchten, dass ihnen mit diesem Bereich ein facettenreiches Instrument zur Verfügung steht. Mit diesem Facettenreichtum können gerade private Anleger sehr genau genau entscheiden, welche Risiken sie eingehen möchten.

So können mit etwas Erfahrung im Grunde endlos viele unterschiedliche Anlagestrategien realisiert werden. Stets eben unter der Bedingung, dass ein Wertpapierdepot geführt wird, über das die Transaktionen abgewickelt werden.

Viele Handelswerte können Basis für Zertifikate sein

Denn nur so gelingt der Handel mit dieser Art von Schuldverschreibungen, um die es sich der Form nach genau genommen handelt. Diesbezüglich sind die Kurse der Zertifikate von der Entwicklung der Preise ihrer Basiswerte abhängig. Als Basiswerte dienen vielfach Aktien und Indices wie der Deutsche Aktienindex (DAX), aber auch Devisenpaare, Rohstoffe und andere Finanzinstrumente können als Grundlage dienen. Verglichen mit der klassischen Variante einer Schuldverschreibung erzielen Anleger mit Zertifikaten allerdings keine fixe Verzinsung. Nur im Erfolgsfall – also bei positiven Kursentwicklungen – verdienen Investoren mit derlei Börsengeschäften einen Gewinn. Die Risiken und Gewinnchancen variieren, je nachdem, für welchen Zertifikatstyp sich die Geldgeber entschieden haben.

Anbieter können aus dem sprichwörtlich Vollen schöpfen

Wie und wo kann man Zertifikate kaufen? Vor allem das Wo wirkt sich deutlich auf die Kosten aus. Denn die Entgelte, die von Brokern und Banken für den Handel erhoben werden, weichen oft recht deutlich voneinander ab. Und gerade bei eher überschaubaren Kursanstiegen an der Börse entscheiden die Gebühren, ob unterm Strich ein Gewinn für Anleger übrig bleibt. Auf der anderen Seite führen hohe Kosten dazu, dass ein eventueller Verlust noch höher ausfallen wird. Der Gebührenvergleich ist deshalb also im Prinzip unerlässlich für Anleger, ganz gleich, ob der börsliche oder außerbörsliche Handel als Mittel der Wahl erkannt wurde. Außerhalb der Börsen bewegen sich in erster Linie die Direktbanken und Online-Broker, wobei es in diesem Punkt keine Standards gibt. Anbieter entscheiden selbst, in welchem Bereich sie sich bewegen möchten.

Normale Börsenentgelte nur eine Seite der Gebühren-Medaille

Dank der übersichtlichen Zusammenstellungen der Börsen selbst und der Banken fällt es Anlegern in aller Regel mit etwas Erfahrung recht einfach, Orders in Angriff zu nehmen. Transaktionsentgelte sollten ganz ohne Frage gleichermaßen transparent dargestellt werden, damit Kunden von Anfang an wissen, welche Kosten der erhoffte Gewinn mindestens abdecken muss. Dazu gehören übrigens nicht allein die anfallenden Börsengebühren, sondern auch die Kontoführungskosten. Für einen Direktkauf beim Herausgeber der Papiere kann auf der anderen Seite ein Ausgabeaufschlag fällig werden.

Wichtige Informationen zu den wahrscheinlichen Handelskosten

Beim Börsenhandel wiederum schlagen die sogenannten Spreads als Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis zu Buche. Der Ankaufskurs ist dabei generell höher angesiedelt als der Verkaufspreis am Markt. Werte von 0,5 % des Zertifikat-Preises oder darunter gelten gemeinhin als günstig, während alles ab 1,5 % aufwärts eher als teuer bezeichnet werden kann. Gerade in diesem Punkt wissen die Online-Discount- oder Direkt-Broker besonders zu überzeugen. Schon deshalb, weil die Depotkonten dort in aller Regel sehr preiswert geführt werden können – zumindest im Vergleich zu den Banken, die ganz klassisch ein Netz aus eigenen Niederlassungen unterhalten und somit durch die Gebühren für den Handel mit Zertifikaten und anderen Produkten hohe laufende Kosten abfangen müssen.

Liquidität und Kreditwürdigkeit der Emittenten als entscheidendes Merkmal

Wie und wo ich handele, sollten Anleger vorrangig von einem Aspekt abhängig machen – gemeint ist die Analyse des Status der jeweiligen Emittenten. Welcher Herausgeber verbirgt sich hinter den mutmaßlich lohnenden Angeboten an der Zertifikatebörse oder einem außerbörslichen Handelsplatz? Der Blick auf die Unternehmensdaten ist dringend angeraten. Befindet sich der Anbieter zum Beispiel im Moment des geplanten Kaufs in einer wirtschaftlichen Schieflage, droht also im schlimmstmöglichen Fall schon bald eine Insolvenz, sollten Käufer in spe Abstand von ihrer Investition nehmen.

Dies ist einmal mehr der Grund, weshalb gerade Anfängern in erster Linie zum Kauf von Produkten großer Emittenten geraten wird. Denn große Banken wie die Deutsche Bank, andere internationale Großbanken und Global Player sind in aller Regel besser aufgestellt als etwa kleinere Emittentenhäuser, auch wenn die Produkte der zuletzt genannten Dienstleister in den Produktbeschreibungen noch so verlockend klingen mögen.

Abweichungen bei Anforderungen für die Depoteröffnung

Der Hinweis „Augen auf!“ sei zum Schluss insbesondere im Hinblick auf die an Kunden gestellten Anforderungen der Banken und Broker für die Depoteröffnung formuliert. Bezüglich der möglicherweise notwendigen Ersteinlage oder eines Mindestbestands zur kostenlosen Depotführung weichen die Bedingungen der Broker doch recht spürbar voneinander ab. So trennt sich die Spreu vom Weizen, denn nicht jeder Anbieter richtet sich an normale Privatanleger, sondern vielleicht eher an institutionelle Händler, die in Zertifikaten einen rentablen Arbeitsbereich erkannt haben. Einsteiger hingegen sollten eher darauf Wert legen, kein allzu hohes Budget für die Eröffnung des neuen Accounts mitbringen zu müssen. Denn nicht immer ist direkt offensichtlich, dass die Zertifikatebörsen auf lange Sicht die angemessene Umgebung für das Spekulieren ist.

stefan

Mein Fazit

Viele Anlaufstellen erlauben Anlegern den Einstieg in den Handel mit Zertifikaten. Klassische Zertifikate-Börsen sind nur ein möglicher Partner. Wer Sicherheit liebt, bevorzugt Emittenten mit guter Bonität, erhält dann aber mitunter eher durchschnittliche Renditen für seine Papiere. Je risikofreudiger Investoren ans Werk gehen, desto höher fallen die möglichen Gewinne im Falle eines zeitnahen Verkaufs aus. Doch gerade der Handel über bekannte (Direkt-)Banken ist bei Fans der Produkte oft besonders gerne gesehen. Der Kauf und Verkauf über eine regulierte und kontrollierte Zertifikatebörse mag bezüglich der Gebühren und Erträge zunächst nicht als Ideallösung erscheinen. Doch gerade Anfänger verzichten aus nachvollziehbaren Gründen vielfach auf extra hohe Gewinne und gehen stattdessen auf Nummer Sicher.