Worin unterscheiden sich Zertifikate - Ein Überblick!

 

worin unterscheiden sich zertifikateIn den Bereichen Basis-Wissen und Einsteiger-Wissen ging es in erster Linie darum, einen allgemeinen Eindruck der Zertifikat-Funktionsweise zu vermitteln und zu erläutern, wie der Handel an einer Zertifikat-Börse oder im außerbörslichen Umfeld vonstatten geht. Dieses Wissen ist und bleibt das unverzichtbare Fundament, damit die ersten richtigen Investitionen überhaupt gelingen und zu einer möglichst guten Rendite führen können. Schon aus diesem Grund darf es niemanden überraschen, dass auch in den ersten Ratgeber-Abschnitten durchaus das eine oder andere Finanzinstrumente vergleichsweise kurz in Erscheinung trat. Denn selbstverständlich streben auch Anfänger zügig einen Einstieg in die Praxis an, selbst wenn sie um die Wichtigkeit theoretischer Informationen wissen.

Beim Fortgeschrittenen-Wissen zu Zertifikaten hingegen geht es ans sprichwörtlich Eingemachte. Gemeint ist damit in erster Linie die Frage, durch welche Vor- und Nachteile sowie Risiken sich die unterschiedlichen Zertifikate am Markt unterscheiden. So funktionieren Discount-Zertifikate anders als Korridor-Zertifikate, während Outperformance-Zertifikate gewisse eigene Eigenschaften aufweisen, die etwa bei Tracker-Zertifikaten eher nicht zu finden sind. Index-Zertifikate sind insofern unter allen Umständen etwas, womit sich Fortgeschrittene befassen sollten, weil sie im Grunde der Ursprung des Zertifikathandels an sich sind – seit den 1990er Jahren, als das erste Produkt dieser Art auf den Deutschen Aktienindex (DAX) emittiert wurde.

Die Themen Emittentenrisiko, Laufzeit, Bonität und Spread, die Lesern schon in den anderen Ratgeberbereichen begegnet sind, werden auch bei den im Folgenden präsentierten Modellen wie Kapitalschutz-Zertifikaten und Hebel-Zertifikaten zur Sprache kommen, um Gefahren der diversen Zertifikate eingehend zu definieren – ohne dabei die generell immer existierenden Chancen aus dem Blick zu verlieren. Last but not least widmen wir uns in der Analyse auch exotischen Zertifikaten, die vielleicht in einigen Ländern oder bei kleineren Zielgruppen mit besonders hohem Sicherheitsanspruch oder extremer Risikobereitschaft sehr begehrt sind, der Mehrheit aber kaum oder gar nicht bekannt sind.

Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, was gerade der Tatsache geschuldet ist, dass Emittenten (Herausgeber) so weite Freiheiten bei der Entwicklung neuer Produkte haben. Das ist wiederum ein klarer Vorteil für Händler, die sozusagen aus dem Vollen schöpfen können und immer irgendwo einige Angebote finden werden, die ihren Zielen gerecht werden. Im Hinblick auf die Reihenfolge war die alphabetische Ordnung die einfachste – einzig die exotischen Zertifikate passen aufgrund der Zusammenstellung verschiedener Varianten nicht in das sonst durchstrukturierte Schema. Bei den einzeln dargestellten Angeboten erwies sich dieses System als angemessen, weil eine qualitative Anordnung schlicht und ergreifend nicht möglich ist. Denn schon die Interessen zweier Anleger können derart unterschiedlich ausfallen, dass jeder für sich die erklärten Zertifikat-Arten möglicherweise in einer vollkommen anderen Reihenfolge thematisieren würde.

Für Fortgeschrittene, die sich ohnehin mit allen Optionen befassen möchte, ist die Aufreihung letztlich so oder so irrelevant, da sie sich sowohl mit dem ersten wie dem letzten vorgestellten Produkt beschäftigen werden. Jedenfalls wird zügig erkennbar, dass uns die Fragen „Was sind Zertifikate und Optionsscheine?“ und „Was bringen Zertifikate eigentlich genau“ auch beim Fortgeschrittenen-Wissen abermals begleiten werden. Zeigen wird sich des Weiteren, dass nicht jedes Produkt an jeder Zertifikatebörse gekauft und verkauft werden kann. Mitunter ist der Umweg über den Zweitmarkt gerade beim Wunsch eines vorzeitigen Verkaufs die einzige Chance, die Besitzern von Zertifikaten bleibt, um kurzfristig Geld für andere Zwecke zu erhalten.