Korridor-Zertifikate

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Wie in allen Bereichen, in denen hohe Umsätze winken, tauchen auch beim Zertifikathandel über die Jahre immer wieder neuer Produkte auf. Ein gutes Beispiel sind Korridor-Zertifikate, bei denen Händler darauf spekulieren, dass sich der Kurs eines Basiswertes weder während der Laufzeit noch im Moment des Verfalls außerhalb einer Kurszone – dem Korridor – einfinden wird.
  • Der Markt für Korridor-Zertifikate mit und ohne Bonus-Ausstattung steigt im internationalen Bereich weiterhin, sodass Händler komfortabel auch bei Kursen ohne größeres Wachstum oder Einbrüche rentabel wirtschaften können.
  • Die Bereiche, in denen sich Kurse bewegen müssen, können je nach Produkt und Emittent unterschiedlich eng abgesteckt sein → je enger, desto höher die Gewinne im Erfolgsfall.

Korridor-Zertifikate: Einsteiger scheuen das spezielle Risiko & übersehen Chancen

korridor zertifikateDie Suche nach interessanten Produkten in einem objektiven und möglichst umfangreichen Geldanlage-Vergleich hört für heutige Anleger eigentlich fast nie. Wer sein Wertpapierdepot immer optimal an den Markt und die dort bestehenden Chancen und Risiken anpassen möchte, muss die regelmäßige Bereitschaft für das Umschichten haben und für Erweiterungen des Depots offen sein. Engstirnigkeit oder das allzu fixe Festhalten an einem einzigen Finanzinstrument ist weder zeitgemäß noch sonderlich erfolgversprechend. Dieser Hinweis zielt auch auf Investoren ab, die gerne an der Zertifikate-Börse nach guten Gelegenheiten Ausschau halten. Faktisch ist es selbst in diesem Bereich immer ratsam, über den Tellerrand zu schauen und mögliche Chancen wahrzunehmen. Was für Zertifikate es alles weltweit am Markt gibt, wissen teilweise nicht mal Anleger, wenn sie etwa schon ihr Glück mit Indexzertifikaten, Bonuszertifikaten oder Discountzertifikaten versucht haben, aber zum Beispiel noch nie von der Produktvariante Korridor-Zertifikate gehört haben.

Vielfach handelt es sich bei den Anlegern um Personen, die in einem der anderen Bereiche lieber abwarten, bis dort wieder gute Chancen winken. Bis es endlich wieder so weit ist, schaut man sich eben einstweilen in anderen Sparten der Zertifikatbörsen um. Die zentrale Frage „Was bringen Zertifikate?“ müssen Einsteiger fraglos auch vor der Auswahl erster, mutmaßlich vielversprechender Korridor-Zertifikate stellen, bevor sie ihr Erspartes blindlings investieren.

Teilweise ähnlich wie Zertifikate mit Bonus-Funktion

Eine enge Verbindung zeichnet sich in vielen Zertifikat-Ratgebern und -Erklärungen ab mit Blick auf die an anderer Stelle präsentierten Bonus-Zertifikate. Nicht selten ist von Korridor-Bonus-Zertifikaten die Rede in Analysen des Marktes. Empfohlen werden diese Produkte in erster Linie Anlegern, die ein zu hohes Verlustrisiko scheuen und entsprechend lieber Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Wie beim klassischen Bonuszertifikate zielt die Tradingstrategie in diesem Fall darauf ab, dass zwei Kursbarrieren (eine obere und eine untere Hürde) definiert werden, die beide nicht „verletzt“, also berührt oder durchbrochen werden dürfen, damit es zu einem Gewinn kommt – genauer gesagt: zur Ausschüttung der vorab festgelegten Bonuszahlung. Nur wenn eine der Kursschwellen über- oder unterschritten wird, führt eine Investition in diese Art von Korridor-Zertifikat für die Käufer zu einem Verlust.

Schneller Weg zum gewünschten Produkt über die WKN

Kunden eines Brokers oder einer (Direkt-)Bank können auf den Plattformen über die Suchmasken frei nach Korridor-Zertifikaten oder Korridor-Bonuszertifikaten suchen. Alternativ können Investoren, die sehr genau wissen, mit welchen Produkten sie handeln möchten, die zugehörigen Wertpapierkennnummern direkt eingeben, um sich die Instrumente und die aktuellen Handelsbedingungen anzeigen zu lassen. Wie nahezu alle Zertifikate können Korridorzertifikate vielfach außerbörslich besonders preiswert gehandelt, während Emittenten an Zertifikate-Börsen nicht selten mehr für den Handel berechnen.

Sparte der Korridor-Instrumente wächst konstant

Die stetig steigende Nachfrage am deutschen Markt nach Produkten mit einer Korridor-Funktion erklären Analysen in erster Linie damit, dass sich viele potenzielle Investoren ein Instrument wünschen, mit dem sie auch in Phasen einer mehr oder minder langen Seitwärtsbewegung weiterhin Renditen realisieren können. Ob dabei immer Renditen im Bereich von weit mehr als fünf Prozent erreichbar sind – wie es viele Anleger in Befragungen als klares Renditeziel nennen –, soll an dieser Stelle nicht weiter kommentiert werden. Nur so viel: Wer den Mut zum Risiko hat, kann sehr wohl beachtliche Erträge mitnehmen, wenn die Kurse zwischenzeitlich seitwärts verlaufen.

Analyse der Marktnachrichten eröffnet gute Anlagechancen

Gerade in Marktsituationen, in denen die Kurse ständig auf- und abwärts pendeln, fällt es letztlich sogar Händlern mit professionellem Hintergrund durchaus schwer, die tagesaktuellen Entwicklungen der Kurse richtig zu deuten und enorme Gewinne zu verbuchen. Je schwieriger es ist, eine Richtung am Markt zu erkennen, desto eher können gerade Korridor-Zertifikate spannende und nicht minder lukrative Gelegenheiten in Aussicht stellen. Denn eine eindeutige Prognose, wann die Preise für Aktien, Indizes und andere Basiswerte steigen bzw. fallen werden, ist noch komplizierter.

Die Produktfunktion bei Korridor-Zertifikaten sieht wie folgt aus:

Produkte dieser Variante zeichnen sich wie alle Angebote der Zertifikate-Börsen durch gewisse Eigenschaften aus. In diesem Fall werden im ersten Schritt klar begrenzte Laufzeiten vom Emittenten bzw. Anbieter vorgegeben. Die Zertifikate richten sich an Anleger, die einen Profit aus einem Markt oder einem einzelnen Basiswert ziehen möchten, obwohl sich die Kurse eher neutral entwickeln.

Kursfenster müssen mit Bedacht gestaltet werden

Das Festsetzen eines angemessenen Korridors für die erwartete Kursentwicklung verlangt vom Händler durchaus ein gesundes Sachverständnis. Als Goldene Regel ließe sich in diesem Zusammenhang formulieren, dass die maximalen Renditen bei Korridor-Zertifikaten umso höher ausfällt, je enger der Korridor-Spielraum definiert wird. Dies wiederum bedeutet zwangsläufig, dass Händler die Basiswerte sehr gezielt hinsichtlich der Risiken und Chancen beim Kursverlauf aussuchen sollten. Diese Suche nach der geeigneten Risiko-Chancen-Relation stellt Anfänger jedoch durchaus vor einige Schwierigkeiten, mit denen sich die Anleger erst einmal überhaupt auskennen müssen, um erfolgreich werden zu können.

Aus Korridorzertifikaten können Index-Zertifikate werden

Die Korridor-Zertifikate können je nach Verlauf des Kurses eine Art Metamorphose durchlaufen. Wie das? Nun, sollte der Kurs des zugrundeliegenden Aktien- oder Indexwertes (oder auch vom Underlying aus anderen Finanzmarkt-Nischen wie dem Rohstoff- oder Devisensektor) während der Laufzeit die untere Kursschwelle des Korridors durchbrechen, wird aus dem vormals als Produkt mit Korridor formierenden Angebot im Grunde ein klassisches Index-Zertifikat – ganz automatisch, ohne dass Besitzer der Wertpapiere etwas dagegen tun können oder selbst für eine Umstellung sorgen müssten. In diesem Fall partizipieren Anleger also wie gewohnt 1 : 1 an der Kursentwicklung des Basiswertes. Ganz gleich, ob sich der Marktkurs bis zum geplanten Ende der Laufzeit nun negativ oder positiv entwickeln wird.

Zu einem generellen Verlust wird es kommen, sollte die obere Kursbarriere überschritten werden – jedoch nicht grundsätzlich, sondern sobald der Preis übertroffen wird, den der Basiswert aufwies, als das Zertifikat aufgelegt wurde.

Modell des Korridor-Zertifikats findet immer mehr Anhänger

Etwas überraschend ist es tatsächlich, dass Korridor-Zertifikate so vielen Anlegern weitaus weniger vertraut sind als andere Klassiker wie Bonus-Zertifikate oder Index-Zertifikate. Denn am Anfang fällt es normalerweise schwer, in Seitwärtsphasen an Zertifikate-Börsen passende Produkte ausfindig zu machen, die mit neutralen Kurstendenzen dennoch als Optionsscheine kompatibel sind. Die begrenzte Laufzeit der Korridor-Zertifikate erweist sich als vorteilhaft, weil Einsteiger vielfach die Sorge haben, sie könnten den zeitlichen Überblick verlieren. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass Totalverluste selbst in diesem Sektor nicht auszuschließen sind, wenn getroffene Entscheidungen und Marktentwicklung einfach nicht zueinander passen wollen. Wer jedoch auf sinnvolle Art und Weise an der Festlegung der Investitionsrisiken und -chancen arbeitet, leitet die nötigen Sicherheitsmaßnahmen in die Wege.

stefan

Mein Fazit

Die Produktvariante der Korridor-Zertifikate fristet an Zertifikate-Börsen längst kein Nischendasein mehr, auch wenn manch anderes Format gerade bei privaten Anlegern nach wie vor eher das Rennen macht in der Analyse. Dabei sind die Korridor-Zertifikate gerade auch in der Ausführung als Zertifikat mit installiertem Bonus vielfach gut geeignet, um Zeiten an der Börse zu überbrücken, in denen die Kurse eben nicht explosionsartig steigen oder rapide in den Keller gehen. Natürlich braucht es ein Verständnis für die Märkte und das konsequente Verfolgen der wichtigen Nachrichten, die Einfluss auf die Kurse möglicher Basiswerte haben können oder zwingend werden. Höhere Renditen im Rahmen knapp kalkulierter Kursbereiche dürfen in diesem Kontext nicht in Vergessenheit geraten lassen, dass schmalere Korridore immer auch ein deutlicheres Verlustrisiko beinhalten. Wer clever plant und sich auf den Handel an Zertifikatbörsen versteht, kann das Risiko jedoch positiv spürbar senken.