Hebel-Zertifikate

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Wie der Name der Hebel-Zertifikate bereits vermuten lässt, kommen Anleger in diesem Bereich in den Genuss einer Hebelwirkung – der genaue Faktor, um den Investoren bei diesen Zertifikaten ihren Eigeneinsatz an Kapital erhöhen können, hängt vom jeweiligen Produkt und den Vorgaben des Emittenten ab
  • Anleger müssen sich vor Augen führen, dass der sogenannte „Leverage-Effekt“ nicht nur eine Erhöhung der Rendite-Chancen beinhaltet, sondern auch mit einem höheren Risiko einhergeht
  • Je nach Hebel-Zertifikat können Anleger ein Vielfaches ihres eigenen Kapitals pro Position einsetzen → ein Vorteil kann dies auch im Hinblick auf die Handelsentgelte sein, die mit den Produkten verbunden sind

Hebel-Zertifikat: nur ein Angebot unter vielen am Markt?

hebel zertifikateStrukturierte Produkte gibt es am Markt für Optionsscheine und an den Zertifikate Börsen mehr als reichlich, was Einsteigern die Auswahl nicht unbedingt leichter macht. Auf der anderen Seite aber ist ein großer Spielraum eine gute Basis, um den eigenen Erfolg kurz- oder langfristig planen zu können. Die Beschäftigung mit den wichtigen Zertifikate Kennzahlen und der erreichbaren Rendite p.a. erleichtert den Start. Am Lesen einer ausführlichen Zertifikate Definition führt generell kein Weg vorbei. Denn nur durch den genauen Vergleich von Zertifikaten mit Kapitalschutz, Discount-Zertifikaten und ähnlichen Formaten wird deutlich, welcher Zertifikate-Typ zum jeweiligen Investor passt. Wo werden Zertifikate gehandelt – diese Frage ist relativ einfach zu beantworten, da Händler zwischen den Börsen und dem außerbörslichen Weg wählen können.

Eines der jüngeren Produkte der internationalen Zertifikatbörsen

Wer Zertifikate kaufen möchte, stößt im Bereich dieser Art Wertpapiere irgendwann auf Hebel-Zertifikate. Sie sind ein besonderer Bereich des Marktes, der wie alle Varianten natürlich gleichermaßen Chancen wie Risiken beinhalten. Hebelzertifikate gehören als eigene Gattung in Deutschland zu den Produkten, die erst nach der Jahrtausendwende in Erscheinung traten. Eine frühe Erkenntnis zum Thema ist die, dass diese Zertifikate eher nicht als Anlageobjekt für Anfänger infrage kommen. Denn Hebel-Zertifikate gehören grundsätzlich zu den sehr spekulativen Angeboten der internationalen Zertifikatbörsen.

Vor allem die Vervielfachung des Einsatzes ist bei Händlern beliebt

Im Herbst des Jahres 2001 konnten Anleger hierzulande erstmals in Hebelzertifikate investieren. Damals zeichnete neben dem Bankenhaus BN Amro die renommierte BNP Paribas für die ersten Emissionen verantwortlich. Schon mit diesen frühen Modellen, die unter anderem unter dem Namen „Listed Stock Futures“ in Umlauf gebracht wurden, hatten endlich auch private Interessenten die Gelegenheit, über Zertifikate an sinkenden und steigenden Kursen von Basiswerten wie Aktien oder Indizes zu partizipieren.

Hintergrund der Produkte war und ist vor allem eines: Anleger investieren ihr Kapital im Spektrum der Hebel-Zertifikate in Produkte, bei denen sie eine überproportionale Wertentwicklung erreichen können in Relation zum Basiswertkurs. Der Hebel gibt in diesem Zusammenhang an, um das Wievielfache Zertifikatbesitzer von der erwarteten Kursentwicklung profitieren werden. Oder eben nicht profitieren, denn die Hebelwirkung greift ähnlich wie bei Differenzkontrakten oder Spekulationen über einen Forex-Broker eben nicht nur, wenn Trader auf die richtige Richtung gewettet haben. Der Hebel bezieht sich grundsätzlich auf den Einsatz, der wiederum die Basis der Gewinn- und Verlustkalkulation ist. Eine wichtige Vorinformation an dieser Stelle bezieht sich auf die Nachschusspflicht, die Forex- und CFD-Tradern nach wie vor bei einigen Brokern begegnen wird.

Emittentenrisiko muss stets berücksichtigt werden

Anders als beispielsweise im Falle vieler Futures-Produkte am Markt ist die Nachschusspflicht bei Hebel-Zertifikaten generell exkludiert. Dieser Ausschluss ist insofern von großer Bedeutung für Händler, da sie so nicht Gefahr laufen, mehr als ihren kompletten geleisteten Einsatz pro Zertifikat-Position einzubüßen, falls sich die Kurse zu ihrem Nachteil verändern. Im Ernstfall würde dies nämlich bedeuten, dass sie über ihren Einsatz hinaus mit weiterem eigenem Kapital haften müssen. Dies könnte im „Worst Case“ bedeuten, dass sogar eine Insolvenz drohen könnte, sofern die Verluste zu dramatisch ausfielen. Ein solches Risiko einer Verschuldung ist ausgeschlossen bei Investitionen in Produkte mit Hebel an einer Zertifikate Börse. Der gesamte Einsatz aber kann durchaus verloren gehen.

Im Beispiel sieht die Hebelwirkung wie folgt aus:

Das Hebel-Zertifikat X auf die Aktie/den Index Y sieht einen Hebel von 10 vor. Nun steigt der Kurs des Basiswertes im Folgenden um 10 %. Sofern Anleger eine Entscheidung zugunsten eines Long-Zertifikats (also einen Kauf) getroffen haben, profitieren sie bei diesem Szenario von der installierten Hebelwirkung. Denn der Hebel 10 entspricht einer Verteuerung von 100 %. Bei gleicher Kursentwicklung und einem Short-Zertifikate würde dies dieselbe Wirkung mit negativem Vorzeichen haben. Dies entspräche dem schon angesprochenen Totalverlust.

Steigt der Kurs des zugrunde liegenden Basiswertes möglicherweise um 3,00 %, bedeutet dies das Zertifikat einen Wertzuwachs von 30,00 % verbucht. Die Hebel und Wertentwicklungen werden in den Produktübersichten der Banken und anderer Anbieter in aller Regel direkt genannt. Auswählen können Anleger bevorzugte Angebote entweder über die Übersichten der Dienstleister oder sie wissen bereits, welches Zertifikat sie bevorzugen. In diesem Falle reicht die Eingabe der Wertpapierkennnummer in den entsprechenden Portalen, um eine Position zu eröffnen.

Dreistellige Hebel sind eher Ausnahmemodelle

In eher seltenen Fällen im Übrigen offerieren Emittenten sogar Zertifikate, bei denen Anleger in den „Genuss“ eines Hebels im dreistelligen Bereich kommen. Logischerweise mit einem extrem hohem Verlustrisiko. Auf der anderen Seite gibt es Hebelprodukte mit einem Wert kleiner als 1. Hier erfolgt die Entwicklung der Zertifikate natürlich in geringerem Umfang als beim Basiswert. Beide Varianten aber sind Ausnahmeerscheinungen an Zertifikate Börsen.

Unterschiedlichste Varianten von Hebel-Zertifikaten in Umlauf

Es gibt verschiedene Arten von Hebelzertifikaten, wie ein Blick auf die Auswahl der emittierenden Banken oder Online-Broker zeigt, die Anlegern ebenfalls den Einstieg in den Handel ermöglichen. Zwei Beispiele aus dieser Marktnische sind die sogenannten Faktor-Zertifikate oder Knock-out-Zertifikate. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie erlauben Anlegern, ein Vielfaches der normalerweise erreichbaren Renditen mitzunehmen – unter Berücksichtigung der drohenden Verlust, die ihrerseits entsprechend höher als bei Standardprodukten wie etwa Garantiezertifikaten oder Modellen mit Airbag-Funktion ausfallen werden.

Verständlich Bildung der Preise – nicht nur am Anfang ein Vorteil

Ein Vorteil von Hebel-Zertifikaten ist darin zu sehen, dass die Bildung der Preise (einmal mehr gerade im Direktvergleich zu Alternativen wie Optionsscheinen) auch für Anfänger durchaus nachvollziehbar ist. Der Kurs eines Long-Zertifikats kann relativ einfach berechnet werden. Zu diesem Zweck wird der Basispreis des Zertifikats vom momentanen Basiswertkurs subtrahiert werden, wobei zwangsläufig das definierte Bezugsverhältnis zu berücksichtigen ist. Noch ein Kriterium unterscheidet übrigens Optionsscheine von Hebel-Zertifikaten. Anbieter von Optionsscheinen sehen keine Schwelle für den „Knock-Out“ vor. Diese aber gibt es im Falle der gehebelten Zertifikate. Dies bedeutet, dass – je nachdem, ob es sich um ein Long- oder Short-Zertifikat handelt – bei Überschreiten oder einem Unterschreiten der Schwelle entweder das Produkt ohne jeden Wert verfällt oder eine Ausbuchung zum aktuellen Restwert durch den Emittenten vorgenommen wird.

Stop-Loss-Marken können Verlustrisiken senken

Möglich ist auch, dass neben der Knock-Out-Marke eine weitere Schwelle für einen Stopp-Loss eingerichtet wird. Dieser Grenzwert dient natürlich der Anlegersicherheit. So wird verhindert, dass es zum vollständigen Einsatzverlust kommen kann. Die Sicherheits- und Knock-Out-Schwellen trennen vielfach lediglich ein paar Prozent voneinander. Wird die Sicherheitsbarriere unter- oder überschritten, wird der Handel ausgesetzt, Anleger erhalten zum Laufzeitende aber dennoch denn dann geltenden Restwert ihrer Position vom Emittenten.

Deutscher Markt bietet vielfältige Investitionsmöglichkeiten

Anleger, die sich für den Zertifikate Handel allgemein oder Hebel-Zertifikate im Speziellen interessieren, steuern in Deutschland am besten die Digitalplattform „Scoach“ (ein Angebot der in Frankfurt am Main ansässigen Deutsche Börse AG) oder die Stuttgarter EUWAX-Börse an, da es sich hierbei um die beiden zentralen deutschen Zertifikate Börsen handelt. Ihrer Form nach sind Hebelzertifikate an sich nichts anderes als besondere Anleihen, die in den meisten Fällen von einem Bankhaus herausgegeben werden. Banken beschaffen sich auf diesem Wege von dem Gläubiger das für sie so wichtige Refinanzierungskapital. Spekuliert wird wie gehabt wahlweise auf steigende oder fallende Basiswertkurse. Neben Aktien oder Indizes können als Basiswerte auch Rohstoffe oder Währungspaare ausgesucht werden.

Abseits der Produkte mit Knock-Out existieren am Markt noch Faktorzertifikate, die zwar ebenfalls einen Hebel haben, der aber niedriger angesetzt wird und für die gesamte Laufzeit identisch bleibt, zudem wird auf das Festsetzen der Knock-Out-Schwelle verzichtet.

Bei der Frage nach den positiven und negativen Eigenschaften von Hebel-Zertifikaten sind diese Aspekte zu nennen:

Zu den Vorteilen gehören:

  • die ausgesprochen einfache Handhabung (die Produkte werden ähnlich wie Aktienpapiere gehandelt)
  • Anleger können ebenso auf steigende wie auf sinkende Kurse spekulieren
  • in nahezu alle Marktbereichen können Hebel-Zertifikate gehandelt werden
  • die sehr einfache & transparente Preisbildung → auch für Anfänger verständlich
  • Instrumente dieser Rubrik haben unbegrenzte Laufzeiten (Stichwort „Open end“)
  • Nachschusspflicht ist im Vorhinein ausgeschlossen → klare Verlustlimitierung

Gegen den Handel von Hebel-Zertifikaten spricht in erster Linie die Tatsache, dass Anlegern im Vergleich mit anderen Produkten ein überdurchschnittlicher Verlust drohen kann. Dafür aber können ebenso hohe Maximalgewinne winken. Ein Problem ist darüber hinaus das Kursrisiko. So kann es bei akuten Bewegungen am Markt bzw. einzelnen Basiswerten zu Problemen bei der Kursstellung kommen. Auch das zeitweise Aussetzen des Handels ist denkbar. Wie liquide Herausgeber sind, sollten potentielle Anleger vorab in Erfahrung bringen.

Unerfahrene Investoren sollten Vorsicht walten lassen

Von Interesse sind Hebelzertifikate in erster Linie für Anleger, die schon über ausreichend Erfahrungen an den Börsen verfügen. Zudem müssen Händler eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen, um in diesem Sektor erfolgreich zu sein – das Risiko eines Totalverlusts ist nicht jeder Investor einzugehen bereit. Nicht ohne Grund gehören Zertifikate mit Hebelwirkung an Zertifikatbörsen zu den spekulativsten Produkten, was die Folge der überproportionalen Partizipation an den Kursentwicklungen der Basiswerte geschuldet ist.

Ein wichtiges Thema für Anleger ist es generell, sich mit der Frage nach einem angemessenen Risikomanagement zu beschäftigen. Analysten raten zu Beginn zu vorsichtigen Investments. Dies kann so aussehen, dass höchstens ein bis zwei Prozent des Kapitals im Wertpapierdepot in eine einzelne Position investiert wird. So mancher Händler riskiert schlicht zu viel und beraubt sich so selbst der Chance, mit anderen Transaktionen Verluste auszugleichen oder den Gewinn weiter zu steigern. Wobei zu sagen ist: Oft betragen die Kaufpreise für einzelne Hebel Zertifikate nur ein paar Euro oder sogar noch geringere Summen. In diesem Fall macht es also wie so oft die Menge.

Wo kann ich Hebel-Zertifikate erwerben?

Viele bekannte Großbanken treten in diesem Bereich als Emittenten auf. So zum Beispiel die Commerzbank, die Royal Bank of Scotland oder das Unternehmen Goldman Sachs. Der bereits erwähnte Hinweis, dass es sich bei vielen Produkten um Open-End-Formate handelt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es durchaus Angebote gibt, bei denen klare zeitliche Vorgaben zum Auslauftermin gelten, sollte der Knock-Out zum Stichtag nicht erreicht werden. „Echte“ Open-End-Instrumente (auch Endlos-Zertifikate) verlangen vom Besitzer das eigenständige Auswählen eines passenden Zeitpunkts für den Verkauf. Der Terminus „Endlos-Zertifikat“ darf in diesem Zusammenhang jedoch nicht falsch verstanden werden. Denn der Strike-Preis (also der Basispreis für ein Produkt) dieser Instrumente wird an der Zertifikate Börse immer wieder neu angehoben oder reduziert, was zur Folge hat, dass die Produkte früher oder später verfallen müssen und auch werden. Ob die Kurse nun sinken oder fallen und ob diesbezüglich ein Verkauf vorgenommen werden muss, hängt entscheidend davon ab, ob Anleger ein Long- oder Short-Produkt handeln.

Der Hebel eines Zertifikats dieser Rubrik kann recht einfach berechnet werden. Die Formel lautet:
Hebel = Basiswertkurs : (Bezugsverhältnis: Zertifikat-Kaufkurs)

Der Kaufkurs kann dabei je nach Anbieter auch als Briefkurs tituliert werden.

Daytrader wissen Qualitäten der Hebelprodukte zu schätzen

Ein Vorzug der Hebel-Zertifikate zeichnet sich gerade auf dem Sektor Daytrading- bzw. Intraday-Handels ein, also im Bereich der Kontrakte, die innerhalb eines einzigen Handelstages eröffnet und geschlossen werden. Der Grund ist darin zu sehen, dass der Zertifikatpreis in diesem Fall derselbe wie der „innere Wert“ des Produkts ist. Was erreichen Trader auf diese Weise? Ganz einfach, einen noch höheren Hebel, der sich bei richtiger Entscheidung noch ergänzend positiv auswirken kann. Wer seine Zertifikat-Positionen hingegen über Nacht (Overnight-Trading) halten möchte, muss mit weiteren Kosten rechnen, die wiederum die Rendite schmälern. Normalerweise werden Daytrading-Instrumente weitgehend im Bereich des Direkthandels gehandelt, während Werte mit Laufzeiten ab einem Tag aufwärts in aller Regel eher an Zertifikatbörsen (z.B. der genannten Börse Stuttgart) erworben werden sollten. Dabei muss es sich nicht in jedem Fall um Hebel-Zertifikate auf einzelne Basiswerte wie Rohstoffe, Aktien oder Devisenpaare handeln.

Enorme Auswahl macht es Händlern mitunter schwer

Unter dem Namen „Basket-Zertifikate“ (abgeleitet vom englischen Begriff „Basket“ für „Korb“) sind darüber hinaus Produkte im Handel erhältlich, bei denen verschiedenste Kombinationen zusammengefasst werden. Informationen zu aktuellen Kursen für Hebelzertifikate finden Anleger über die klassischen Medien, insbesondere aber über (möglichst unabhängige) Onlineportale. Diese Portale wiederum spezialisieren sich zum Teil auf einzelne Sparten des Handels, was daran liegt, dass allein am deutschen Markt etwa 3.000 Produkte mit Hebelwirkung aus dem Zertifikatssegment in Umlauf sind. Für die Kursstellungen sind die Market Maker verantwortlich, was im Regelfall die emittierenden Bankenhäuser selbst sind. Dabei fällt die Kursstellung zumeist sehr direkt auf die Kursentwicklungen der Underlyings bezogen aus.

Turbo-Hebel-Produkte mit besonderen Rahmenbedingungen

Eine Art technisches Gegenstück zu den Endlos-Angeboten sind die noch recht jungen Zertifikate unter dem Oberbegriff „Rolling Turbos“. Ziel dieser Variante ist das Anstreben eines möglichst zeitnahen Erreichens des Knock-Outs. Hier ist die erwähnte Stop-Loss-Marke Standard. Allerdings kommt es bei Erreichen dieser Stop-Schwellen nicht direkt zum Verfall des Zertifikats; stattdessen geht es in diesem Bereich darum, dass Wertpapiere ungeachtet des Zeitpunkts während des jeweiligen Tags bis zum folgenden Handelstag quasi auf Eis gelegt oder eingefroren werden. Tags drauf kommt es zur Reinvestition des angelegten Kapitals in ein anderes Zertifikat, dessen Hebel derselbe wie beim vorherigen Angebot ist.

Jedoch wird an dieser Stelle eine Anpassung des Bezugsverhältnisses vorgenommen. Auch in diesem Produkt finden gerade Daytrading-Fans ein interessantes Format. Gerade weil sie sich Tag für Tag nach anderen Produkten vergleichbarer Art Ausschau halten müssen. Anleger sollten sich abschließend vor der Auswahl eines neuen Produkts aus dem Sektor der Hebel-Zertifikate immer wieder bewusst machen, dass die durchaus realistischen beträchtlichen Renditen stets mit einem nicht minder hohen Risiko einhergehen.

Zu Beginn lieber mit kleinen Hebeln spekulieren

Dabei ist es gar nicht zwingend entscheidend, ob nun Turbo-Varianten, Knock-Out-Zertifikate, Faktorzertifikate oder andere Angebote dieser Rubrik im Vergleich als ideales Produkt das Rennen machen. Gerade das Risiko eines Totalverlusts darf nicht in Vergessenheit geraten, damit Anleger nicht davon überrascht werden, dass ihr Produkt plötzlich völlig wertlos ist, weil sich die Kurse nicht wie erwartet entwickelt haben. Aus diesem Grund empfehlen Insider neugierigen Investoren generell dazu, Hebelprodukte nur Schritt für Schritt kennenzulernen. Am Anfang ist es ratsam, lieber Produkte mit einem überschaubaren, kleineren Hebel zu verwenden, um so Erfahrungen ohne massive Verluste bei bereits guten Ertragsaussichten zu sammeln. Die Suche nach dem richtigen Broker muss in der Vorbereitung dafür sorgen, dass dank geringer Handelskosten vom Gewinn möglichst viel übrig bleibt.

Unterm Strich werden selbst erfahrene Händler dann und wann einen Verlust erleiden. Denn mitunter entwickeln sich Aktien-, Index- und andere Werte eben doch anders als erwartet. Durch ein gutes Basiswissen aber erreichen Anleger dennoch ein lohnendes Verhältnis aus Gewinnen und Verlusten auf Grundlage der Hebelzertifikate.

stefan

Mein Fazit

Hebelzertifikate sind Produkte, die – wie alle anderen Angebote der Zertifikate Börsen – sowohl einige positive wie negative Besonderheiten aufweisen. In erster Linie ist es natürlich die Hebelwirkung, die Anleger zum Anlass für einen Einstieg ansehen. Allein die Aussicht, ein Vielfaches der Rendite dessen zu realisieren, was bei einem klassischen Zertifikat erreichbar wäre, sollte nicht der dominierende Beweggrund für den Kauf eines typischen Hebel-Zertifikats. Empfohlen wird generell der schrittweise Start in diesem Bereich. So ist es sinnvoll, nicht direkt mit dem riskantesten Investment beginnen. Stattdessen lohnt es sich, das Risiko nach und nach zu erhöhen – quasi als Anpassung an den Erfahrungsschatz, den Händler sich mit jeder neuen Position in diesem Bereich des Marktes aufbauen. Das Risiko eines massiv höheren Verlusts aufgrund der besonderen Produktform inklusive einer möglichen Haftung über den eigenen Einsatz hinaus darf dabei niemals zu weit in den Hintergrund rücken.

Autor: Agnes Nitsche