Outperformance-Zertifikate

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Anleger, die Wert auf eine überproportionale Teilnahme an den erhofften Gewinnen auf Basiswertkurse legen, tun gut daran, sich eingehender mit dem Thema der Outperformance Zertifikate zu befassen → bedingt durch den „Partizipationsfaktor“ sind hier Renditen möglich, die bei vielen anderen Produkten der weltweiten Zertifikatbörsen nicht erreicht werden können;
  • Ein zentraler Vorteil der Outperformance Zertifikate ist darin zu sehen, dass trotz des Partizipationsfaktors kein überdurchschnittlich hohes Risiko besteht, Verluste zu realisieren; dies ist ein deutlicher Unterschied zu Produkten wie etwa Optionsscheinen
  • In jedem Fall erhalten Käufer eines Outperformance-Zertifikats im Moment der Fälligkeit den Kurs der Aktie, die das jeweilige Zertifikat abbildet – hier zeigt sich eine Parallele zum Verlustrisiko, das mit einem direkten Investment auf die Basiswerte verbunden wäre.

Zertifikate mit „Outperformance-Charakter“ mit optimierten Gewinnaussichten

Outperformance zertifikateZu den auffälligen Eigenschaften von Outperformance-Zertifikaten gehört die Tatsache, dass es sich bei diesen Formaten wie bei allen Zertifikatvarianten um strukturierte Finanzprodukte handelt. Ähnlich den Hebel-Zertifikaten können Anleger mit diesen Instrumenten auf überproportionale Art und Weise an der Entwicklung von Basiswerten unterschiedlicher teilhaben. Dazu gehören üblicherweise vorrangig Aktien oder Index-Werte. Eine durchaus große Ähnlichkeit weisen Produkte aus der Rubrik der Outperformance-Zertifikate den sogenannten Sprintzertifikaten. Im Unterschied zu diesen aber entfällt bei Angeboten mit Outperformance-Charakter der „Cap“, also die Deckelung der maximal erreichbaren Gewinne, die Investoren in diesem Umfeld realisieren können.

Die erklecklichen Erträge bei dieser Art Hebelinstrument winken Anlegern stets in verbriefter und klar terminierter Form. Die überproportionale Partizipation gelingt ausschließlich oberhalb des Basiswertkurses, zu dem Händler eingestiegen sind. In erster Linie sind es Indizes und Aktien, die als Underlying für Outperformance-Zertifikate dienen.

Welche Faktoren müssen Anleger kennen und im Vergleich berücksichtigen:

  • die infrage kommenden Basiswerte
  • der aktuelle Basiskurs der handelbaren Underlyings
  • die angebotenen Laufzeiten
  • die möglichen/erforderlichen Bezugsmengen
  • der Tag der Feststellung
  • der Hebelfaktor, mit dem Zertifikate gehandelt werden

Die Bedeutung des Fälligkeitstags bei der Berechnung

Vor allem der Feststellungstag und die möglichen Bezugsmengen sind relevante Kennzahlen, die Anleger zur Kenntnis nehmen müssen, um interessante Produkte ausfindig zu machen. Gleiches gilt für den Hebelfaktor, denn er gibt die Höhe an, die für die Outperformance bei Kursentwicklungen oberhalb des ursprünglichen Basiskurse im Moment des Kaufs von Bedeutung ist. Der Faktor ist ein Indiz für die realisierbaren Gewinne. Der Fälligkeitstag wiederum ist der Tag, an dem Inhaber der Schuldverschreibungen ihren Basisbetrag vom verantwortlichen Emittenten zurückerhalten. Den Basisbetrag berechnen Anleger durch die Multiplikation der Bezugsmenge und des Basiswertkurses am Tag der Feststellung. Zusätzliche Auszahlungen werden dann vorgenommen, wenn der Basiswert höher ausfällt aus der Basiskurs.

Klare Berechnung für den „Bonus“ beim Outperformance-Zertifikat

Wie hoch genau der Extrabetrag ausfällt, entscheidet sich anhand der Subtraktion des Basiskurses eines Outperformance-Zertifikats vom Basiswertkurs am Feststellungstag. Die Differenz wird ihrerseits mit dem vereinbarten Hebelfaktor multipliziert. Sofern der Basiswertkurs unterhalb des Basiskurses liegt, wird einzig und allein der anfangs investierte Betrag aufs Handelskonto/Depot ausgezahlt. Sofern dies passiert, erhalten Anleger im Grunde denselben Betrag, den auch direkte Investitionen in den Basiswert eingebracht hätten. Allerdings werden vom Ertrag zudem die anfallenden Handelskosten abgezogen. Ausgeschlossen sind bei der Emission von Outperformance-Zertifikate generell Gutschriften von Dividendenleistungen.

Im Zuge der Emission solcher Instrumente werden vom Herausgeber zwei Optionen mit Call-Funktion gestaltet. Option 1 wird mit dem Basispreis 0, Option 2 mit dem Basiswert gehandelt, der dem Basiskurs des Zertifikats entspricht. Die überproportionalen Gewinnchancen werden im Fachjargon auch „Partizipationsfaktor“ genannt.

Vorteil: Hebelwirkung ohne massive Risikosteigerung

Das Positive an Outperformancezertifikaten, die über Zertifikate Börsen oder den Direkthandel bezogen werden, ist darin zu sehen, dass trotz der Eigenschaften eines Hebelinstruments kein höheres Verlustrisiko zu befürchten ist – ein wichtiger Unterschied zu Produkten wie zum Beispiel Knock-Out-Zertifikaten, denn diese können völlig wertlos verfallen, sollte der Kurs unter die installierte Kursschwelle fallen während der Laufzeit. Allemal erhalten Investoren den Wert des Basiswertes zum Zeitpunkt der Fälligkeit. Aus eben diesem Grund gelten Outperformance-Zertifikate als eine der sichersten Varianten der Hebelprodukte aus diesem Bereich des Marktes. Vor dem Hintergrund dieses begrenzten Risiko nehmen Anleger gerne den Wegfall von Dividenden und anderen Extra-Ausschüttungen in Kauf. Emittenten nutzen diese sonst fälligen Ausschüttungen dazu, die Produkte zu finanzieren – genauer gesagt werden so die ergänzenden Kursmöglichkeiten finanziert bzw. abgesichert.

Verlust wird komplett weitergegeben

Dafür aber werden Verluste bei Kursen vom Herausgeber 1 :1  auf die Inhaber der Instrumente ausgelagert. Letztlich sind Käufer von Zertifikaten auf Augenhöhe mit Anlegern, die tatsächlich direkt Geld in die Basiswerte investieren. Die Frage danach, wann sich die Auswahl von Outperformance-Zertifikate (sowie auch Sprint-Zertifikaten) am ehesten lohnt, findet eine schnelle und verständliche Antwort. Ideal sind Umgebungen, in denen Interessenten davon ausgehen, dass Basiswertkurse zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit an Wert gewinnen. Dann nämlich realisieren sie Gewinne, die mehr oder weniger deutlich über den Renditen liegen, die bei Direktinvestments erreicht werden können.

Deutliche Unterschiede im Bereich der Partizipationsraten

Eine Gleichstellung von Outperformance- und Sprint-Zertifikaten ist nicht zulässig. Erklären lässt sich dies damit, dass Anleger bei Sprint-Zertifikate bedingt durch Caps vorab wissen, welcher maximale Gewinn möglich ist. Solche Caps existieren wie erwähnt nicht bei Produkten der Kategorie der Outperformance-Angebote. Die Kursschwellen für das Erreichen der Gewinnzone werden fachlich „Strike“ genannt, sie werden vom Herausgeber der Produkte definiert. Auch über die besagten Partizipationsraten entscheiden nicht die Anleger selbst.

Der Blick auf den Markt zeigt, dass Emittenten oft und gerne mit Raten im Rahmen von mindestens 200 und maximal 400 Prozent um die Gunst der potentiellen Kunden werben. Werte darunter sind indes ebenso denkbar. Bei höheren Raten kann es zu Begrenzung der Auszahlungssummen kommen. Mindestens aber profitieren Anleger im Gewinnfall von einer Rate ab 100 Prozent aufwärts.

Im Beispiel kann dies so aussehen:

Ein Emittent gibt ein Outperformance-Zertifikat auf eine Aktie heraus, die aktuell einen Kurs von 70,00 Euro am Aktienmarkt hat. Das Zertifikat wird zum Preis von 80,00 Euro angeboten. Der vom Herausgeber definierte Basispreis liegt bei genau 100,00 Euro, die Rate der Partizipation wird mit 150 % angegeben. Nun ist der Basiswertkurs an der Börse zum Laufzeitende auf 120,00 Euro gestiegen. Die Partizipation für Anleger ergibt sich nun aus dem Abstand zwischen dem Basispreis von 100,00 Euro und dem späteren Börsenkurs von 120,00 Euro. Diese Differenz ergibt multipliziert mit dem Partizipationsfaktor von 150 % einen Betrag in Höhe von 30,00 Euro. Der Auszahlungsbetrag ergibt sich nun aus dem Basiswert-Börsenkurses und dem Gewinn und beträgt somit 150,00 Euro.

Im Vergleich mit der Direktanlage fällt der Profit damit merklich besser aus. Zumal die Steigerungen der Kursgewinne beim Outperformance-Instrument keine Begrenzung vorsehen in der Theorie.

Risiko eines Totalverlusts bei Emittentenpleite

Diese günstige Faktenlage bei Outperformance-Zertifikaten führt übrigens dazu, dass letzten Endes nicht nur Einsteiger gerne auf solche Produkte vertrauen, sondern auch Fortgeschrittene und Profis zumindest gelegentlich ihr Portfolio um Instrumente dieses Formats ergänzen. Dass die Risiken dabei niemals außer Acht gelassen werden dürfen, versteht sich von selbst. Vorrangig ist in diesem Kontext das Emittentenrisiko zu nennen. So sind die investierten Gelder verloren, sollte es während der Laufzeit zur Insolvenz der Herausgeber kommen. Umso wichtiger ist es also, sich einen genauen Eindruck von der Bonität (Kreditwürdigkeit) der Anbieter zu verschaffen.

Für die Angebote sprich aus Sicht vieler Anleger, dass Outperformance-Zertifikate generell eine feste Laufzeit vorsehen. Diese meist längeren Laufzeiten sollten Händler auch einplanen, statt außerbörslich einen vorzeitigen Verkauf in die Tat umzusetzen. Denn nur zum planmäßigen Verfallszeitpunkt realisieren sie den festgelegten Maximalgewinn! Auch wenn Anleger natürlich das potentielle Risiko eines Totalverlusts vor Augen haben sollten.

Hoher Kursanstieg des Basiswertes macht sich extrem bemerkbar

Besonders lohnend sind Outperformance-Zertifikate, das zeigt das Exempel ziemlich genau, wenn die Anstiege der Kurse sehr üppig ausfallen. Schließlich muss im ersten Schritt erst einmal der Basiswert erreicht, besser noch übertroffen werden, damit Anleger in die Gewinnzone steuern und im Augenblick der Auszahlung zum Laufzeitende nicht nur denn aktuellen Wert der Basiswerte zurückbekommen. Je höher der Basiswertkurs, desto stärker macht sich die Partizipationsrate schlussendlich bemerkbar. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Partizipationsfaktor zur für den Fall eines Kursanstiegs greift – kommt es zu einem Rückgang des Basiswertkurses, bleibt die Vervielfachung des Verlusts zur Freunde der Schuldverschreibungsinhaber aus.

Basiswertkurs entscheidet auch über mögliche Verluste

Um nochmals auf den Fall eines sinkenden Basiswertes zu sprechen zu kommen: Im Falle eines solchen Szenarios mit einem Absinken unter den Startpreis ergibt sich der Anlegerverlust aus den Zertifikatkaufpreis und dem jeweils aktuellen Börsenkurs des Assets (Basiswerts). Einmal mehr ergibt sich in diesem Bereich eine Parallele zum Direktinvestment, wenn der zukünftige Börsenkurs dem Kaufpreis entsprechen sollte – hier fallen die Ergebnisse etwa identisch aus. Für die Auswahl angemessener Produkte gibt es diverse Kennzahlen und Entscheidungskriterien, die Anlegern in spe den Vergleich verschiedenster Offerten an der Zertifikatbörse überhaupt erst ermöglichen. Nicht oft genug kann dabei betont werden, welche enorme Bedeutung der Basiswerte in der Gegenüberstellung hat.

Kennen müssen Anleger natürlich im gleichen Maße die Risiken beim Handel mit derlei Instrumenten. Gemeint sind damit gleichermaßen die Nachteile der Produkte. Dazu gehört wie schon erwähnt unter anderem der Dividendenverzicht.

Weitere Knackpunkte sind

  • eine möglicherweise auftretende Kursabweichung von den theoretischen Ergebnissen
  • die Tatsache, dass der Einstiegspreis bedingt höher berechnet werden muss

Punkt 1 bedeutet, dass zum einen die Volatilität (die Schwankungsbreite) eines Basiswertes und zum anderen die verbleibende Restlaufzeit dazu führen können, dass die in der Theorie berechneten Werte zur Kursstellung nicht den praktischen Werten entsprechen. Punkt 2 bezieht sich darauf, dass es bei Instrumenten, die am/im Geld enden, eventuell im Zuge der Laufzeit (Ursache ist hierbei der Verzicht auf den Cap) höher zu kalkulieren sind.

Halten bis zum Laufzeitende bringt volle Partizipationsrate

Wissenswert für Händler ist des Weiteren, dass bei Erwartung einer deutlichen Kursbewegung nach oben eher Produkte mit einer kürzeren Laufzeit geeignet sind, wenn sich deren Kurse in der Umgebung des aktuellen Basispreises bewegen. Die volle Partizipationsrate ist nur zum Ende der Laufzeit realisierbar. Gehe ich als Anleger eher von einer überschaubaren Bewegung nach oben aus, spricht nichts gegen eine langfristige Investition. Positionen im Bereich des Basispreises sind dann sinnvoll, wenn Kunden für die Optimierung des Verhältnisses von Risiko und Gewinnchance Sorge tragen möchten.

Dabei muss der Aufschlag unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses mit in die Rechnung einbezogen werden. Geschieht dies nicht in der notwendigen Weise, kann es – auch und gerade in Relation zur direkten Investition in einen Index oder eine Aktie – zu schmerzlichen Einbrüchen bezüglich der Basiswerte kommen. Werden diese Faktoren ausreichend beherzigt bei der Produktauswahl, erreichen Anleger den besten Gewinnhebel.

Volatilität als relevante Größe bei der Chancenberechnung

Da Outperformance-Zertifikate in einem Teil aus einer Call-Option bestehen, ist die erwähnte Volatilität eine besonders wichtige Größe in der Berechnung der Chancen und Risiken. Sie ist neben der für den Emittenten relevanten Rendite aus Dividendenzahlungen die zweite Grundlage für die Gewinnkalkulation. Dabei gilt: Der Preis für die Kaufoption im Zertifikat wird von der Volatilitätshöhe beeinflusst. Eine geringe Schwankungsbreite hält den Preis für die Call-Option auf einem anlegerfreundlichen Niveau.

Fällt die Volatilität gering aus, steigt die Partizipationsrate des betreffenden Outperformance-Zertifikats, was daran liegt, dass Herausgeber für die eingestrichene Dividende mehr als Call-Optionen ordern und handeln können. Der Preis für Outperformance-Zertifikate steigt dementsprechend, sofern die Volatilität wächst/zunimmt. Damit ist ein Anstieg der Volatilität für Interessenten ein positives Signal. Die Gelegenheit zum vorzeitigen Verkauf sollten Händler angesichts der genannten Fakten im eigenen Sinne verzichten, um die zugrundeliegende Partizipationsrate in bestmöglicher Weise auszuschöpfen.

Wie erfolgt die Bestimmung des Kurses für das Outperformance-Zertifikat XY nun genau? Hierfür greifen Analysen ebenfalls auf eine recht einfache Formel zurück. Sie sieht wie folgt aus:

Basispreis + ((Aktienkurs - Basispreis) x Partizipationsrate))

Diese Berechnungen beziehen sich grundsätzlich auf das planmäßige Laufzeitende.

In Beispielkalkulationen zur Funktionsweise solcher Produkte wird recht schnell offensichtlich, dass sogar bei vergleichsweise leichten Anstiegen der Basiswertkurse schon spürbar höhere Renditen als beim direkten Kauf der Assets erreicht werden – selbst wenn etwa Aktienunternehmen Anleger mit der Ausschüttung von mehr oder weniger hohen Dividenden locken.

Es lohnt sich somit für Anleger immer, gerade auf die aktuellen Daten zum Thema Schwankungsbreite zu achten, bevor sie vorschnell ein vermeintlich rentables Outperformance-Zertifikat über einen der zahlreich am Markt vertretenen Emittenten erwerben.

Ein 5-Schritte-Programm kann hilfreich sein bei der Definition der sinnvollen Parameter sowie der abschließenden Auswahl der am besten geeigneten Instrumente:

Punkt 1: Auswahl des Basiswertes & Hinterfragung der Erwartungshaltung

Anleger sollten im ersten Schritt abwägen, welche Aktien mit Dividendenzahlung (denn diese sind Grundvoraussetzung für den Handel solcher Zertifikate) die besten Aussichten bieten. Es geht darum, Werte auszusuchen, bei denen ich als Händler mit möglichst deutlichen Steigerungen des Kurses rechne. Assets, die keine Kurssteigerungen vermuten lassen, lohnen sich in diesem Rahmen nicht und passen möglicherweise eher zu anderen Zertifikaten wie beispielsweise Discount-Zertifikaten.

Punkt 2: Abstimmung der handelbaren Laufzeiten & des gewünschten Anlagezeitraums

Da Outperformance-Zertifikate nur dann ihren vollen Nutzen entfalten, wenn Anleger dem Produkt bis zum Ende der Laufzeit die Treue halten, sollten auch der gewünschte Anlagehorizont diesen Rahmenbedingungen gerecht werden. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass Produkte vor Laufzeitende wieder verkauft werden können. Denn in einem solchen Szenario werden die endgültigen Preise generell hinter dem theoretisch ermittelten Ergebnis des Formats zurückbleiben.

Punkt 3: Klärung, ob die Dividendenabstriche vom erhofften Ergebnis ausgeglichen werden

Da Dividendenzahlungen in diesem Marktbereich niemals dem Anleger zugutekommen, müssen die angesetzten Partizipationsraten eben diese Dividenden abfangen bzw. vollständig ausgleichen können. Und zwar nach dem Steuerabzug. Hier lohnt sich explizit der präzise Vergleich von Emittenten vergleichbarer Produkte.

Punkt 4: Abpassen des richtigen Moments für den Einstieg

Bei einem typischen Outperformance-Zertifikat werden die Basispreise und Zertifikatspreise in aller Regel ähnlich hoch ausfallen wie der aktuelle Kurs des Basiswertes am Markt. Damit sind die Risiken gleich angesiedelt wie die Gefahren beim Handel mit dem direkten Basiswertwert. Wichtig ist hierbei einmal mehr der Partizipationsfaktor ausschlaggebend, da dieser Einfluss auf den Kaufpreis hat. Liegt der Kurs des Zertifikats über dem momentanen Basiswert, stehen die Chancen gut, dass bessere Resultate als bei einem direkten Aktien- oder Indexkauf erreicht werden können.

Punkt 5: Analyse der Kursentwicklungen bis zum Laufzeitende

Das stete Analysieren aktueller Kursveränderungen gehört auch bei diesen Instrumenten zum Alltag der Anleger. Ergeben sich zwischenzeitlich gänzlich andere Entwicklungen als erwartet, kann ein vorzeitiger Verkauf empfehlenswert sein.

Abschwächungen der Kurse werden vom Kurspuffer abgefedert

Eine Besonderheit innerhalb der Kategorie der Outperformance-Zertifikate stellen Angebote mit einem inkludierten Sicherheitspuffer dar. Sie sind immer dann eine Hilfe, wenn während der Laufzeit Schwächungen der Kurse deutlich werden. Diese Einbrüche bis unter den Basispreis können vom Puffer im Idealfall vollständig, mindestens aber anteilig aufgefangen werden. Sollte derlei nicht passieren (also der Basiswertkurs weder auf oder unter die Grenzmarke fallen), ist Anleger zumindest das Spekulationskapital aus der Position sicher zum Zeitpunkt der abschließenden Ausschüttung zum Ende der Laufzeit. Die Partizipationsrate bleibt in diesem Fall erhalten, wenn der Kurs über dem Basispreis liegen sollte zum Verfallszeitpunkt. Die Raten der Partizipation hingegen werden aufgrund der höheren Finanzierungskosten auf Seiten der Herausgeber auf einem geringeren Niveau liegen. Diese Differenz kann indes sehr gering ausfallen, weil der Puffer (bei volatilen Basiswerten mit langen Laufzeiten)nur ein einziges Mal greift.

stefan

Mein Fazit

Für manchen Händler ist es am Beginn seiner Karriere überraschend, dass Outperformance-Zertifikaten zwar zumindest zum Teil Eigenschaften eines Hebel-Zertifikats aufweisen, dabei aber nicht vergleichbar große Risiken beinhalten. Andererseits sind Angebot mit Outperformance-Qualität keineswegs ohne jedes Risiko. Es gibt etliche Begriffe, die Investoren in spe kennen müssen, um erfolgreich zu spekulieren. Zu den wichtigen Termini gehören unter anderem die Volatilität und die Partizipationsrate. Wissenswert ist außerdem gerade die Tatsache, dass der Hebel seine volle Wirkung erst am Ende der Laufzeit entfalten kann. Wer alle Faktoren kennt, kann die Risiken kalkulieren und der Marktlage entsprechend für die eigenen Zwecke ausnutzen.

Autor: Agnes Nitsche