Einlagenschutz bei Emittenten

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Auch wenn Investments im Bereich der Zertifikate stets mit einem gewissen Verlustrisiko verbunden sind, braucht es den genauen Blick auf den Einlagenschutz bei Emittenten, um zu erfahren, wie riskant welche Investments für Anleger tatsächlich sind
  • Die Unterschiede beim Thema Einlagenschutz variieren teilweise nur minimal, in anderen Fällen aber sollten Anleger sehr genau hinschauen, welchen Schutz Emittenten oder Anbieter versprechen
  • Je nach Produkt bieten zumindest die Anbieter für den Zertifikathandel gesonderte Bedingungen; wenngleich der Handel niemals ganz ohne Risiko vonstatten gehen kann

Einlagenschutz als eines der Hauptmerkmale im Emittentenvergleich

einlagenschutz emmttentenAus logischen Gründen gibt es keinen Anleger, der sich nicht wenigstens zu Beginn seiner Karriere mit dem Aspekt eines möglichen Einlagenschutzes für seine Investments und die ausgewählten Anlageklassen auseinandersetzt. Oder dies tun sollte, um mit den genauen Bedingungen vertraut zu sein, unter denen sie spekulieren. Denn natürlich liegt es im Interesse eines jeden Anlegers und Händlern, für den Ernstfall einen möglichst guten Schutz durch Produktanbieter, spezielle Fonds oder letzten Endes den Staat selbst zu erhalten. Der „worst case“ – das kann einerseits ein umfassender oder gar totaler Verlust eines Zertifikats (oder anderer Produkte) durch die potentiellen Kursverluste am Markt infolge einer sinkenden Nachfrage sein. Auf der anderen Seite geht es bei der Frage nach einer möglichen Regulierung von Zertifikaten vor allem um eine drohende Insolvenz, also die Zahlungsunfähigkeit eines Herausgebers.

Wer haftet, wenn Schäden auftreten?

Eben dieser muss bekanntlich im ersten Schritt die späteren Auszahlungen an die Inhaber seiner Schuldverschreibungen leisten. Entweder am Ende der geplanten Laufzeit und damit im Moment der Fälligkeit oder im Augenblick eines selbst gewählten Verkaufszeitpunktes durch die Zertifikatinhaber. Können Emittenten ihren Zahlungspflichten nicht wie erforderlich nachkommen, hat dies auch für die Geldgeber im schlimmstmöglichen Falle fatale Folgen. Anleger sollten auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, um eine Vorstellung davon zu haben, wie es um den Einlagenschutz bei Emittenten im In- und Ausland steht.

Finanzmarktkrise hat zum Umdenken geführt bei Anlegern

Die Internationalisierung und Digitalisierung des Marktes haben den Handel an den Zertifikate Börsen wie erwartet binnen weniger Jahre gravierend verändert. Heute stoßen Anleger nicht mehr nur an den bekannten deutschen Börsen in Frankfurt am Main oder Stuttgart auf günstige und nicht selten sehr ertragreiche Chancen für den Zertifikathandel. Gerade die weltweite Wirtschaftskrise ab dem Jahr 2006 und insbesondere die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers hatte gezeigt, dass Zertifikate durchaus gewisse Gefahren bergen, wenn Anleger falsche, nicht zu ihrem Typus passende Entscheidungen treffen. Korrekt ist: Es gibt einzelne Zertifikate, bei denen ohne Limit eine Haftung durch die Einlagensicherung garantiert ist.

Die Frage vorab sollte aufgrund der schlechten Erfahrungen während der globalen Finanzkrise und genannten Sonderfälle lauten: Sind meine Einlagen in diesem Umfeld geschützt? Und wenn Ja, in welcher Weise und Größenordnung?

Welche Einlagen unterliegen denn nun genau dem Einlagenschutz?

An dieser Stelle muss bereits auf einen wichtigen Punkt hingewiesen, der per Gesetz für die staatliche Einlagensicherung in Deutschland von Bedeutung ist. Hierzulande beziehen sich die gesetzlichen Vorgaben zur Einlagensicherung auf folgende drei Bereiche:

  1. Sichteinlagen
  2. Termineinlagen
  3. Spareinlagen

Banken und Emittenten sehen verschiedene Absicherungen vor

Der Gesetzgeber meint damit neben angespartem Kapital auf dem normalen Girokonto auch Anlagemodelle Tages- und Festgeld sowie Sparkonten auch sogenannte Namensschuldverschreibungen oder Sparbriefe, die auf den Namen eines Anleger ausgestellt sind. Darüber hinaus greifen die Absicherungsmechanismen über die verschiedenen Einlagensicherungsfonds auf bei Ansprüchen auf Zinsausschüttungen; diese Rückzahlungsansprüche allerdings fallen maximal bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen den jeweiligen Anbieter unter den Schutzmantel. Zudem müssen eindeutige vertragliche Regelungen zur Zahlungspflicht des von der Zahlungsunfähigkeit betroffenen Anbieters nachgewiesen werden.

Einlagen sind oft nicht gegen Ausfälle geschützt

Zertifikate jedoch fallen wie Inhaberschuldverschreibungen und andere Wertpapiere in den Bereich der nicht geschützten Anlagevarianten. Einen Einlagenschutz bei Emittenten über einen der Einlagensicherungsfonds gibt es dementsprechend nicht. Dies liegt daran, dass die Wertpapiere jederzeit Eigentum des Kunden/Anlegers sind. Sollten Banken, Broker oder andere Anbieter Insolvenz anmelden müssen, können Kunden die Herausgabe der verwahrten Papiere verlangen. Banken sind auch während eines laufenden Verfahrens zur Aushändigung berechtigt. Hier spricht man auch von Nichtbankeneinlagen, die reine Transaktionen zwischen Zertifikat-Anbietern und Anlegern sind, wobei die erworbenen Papiere lediglich in einem marktüblichen Wertpapierdepot aufbewahrt werden.

Herausgeber können durchaus in die Pleite stürzen

Schwierig wird es fraglos, wenn die Banken zugleich Emittenten der Zertifikate waren. Ausnahmen gibt es zum Teil bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Hier kann es – klare Aussagen offenbart nur der Blick in die genauen AGB – im Fall der Fälle zu einer Absicherung über den Sicherungsfonds der Sparkassen und Genossenschaftsbanken kommen, wenn es sich bei Anlagen um Zertifikate handelt. In diesem Kontext aber sollten Kunden am besten Rücksprache mit den involvierten Banken halten, denn es gibt diesbezüglich missverständliche Aussagen, was die Einlagenschutz bei Emittenten angeht. Üblich ist ein Schutz von Kundengeldern in Produkte wie Garantie-Zertifikate, Discount Zertifikate, aber auch Schuldverschreibungen oder Genussrechte im Normalfall nicht. Dies gilt zum Leidwesen der Händler auch für Fondsanlagen.

Anleger sollten teilweise nachfragen, welche Bedingungen gelten

Gerade die zum Teil recht verwirrenden Aussagen vieler Banken kritisieren Verbraucherschützer wie die Stiftung Warentest schon seit längerem. Wirbt eine Bank damit, dass Zertifikate der Kundschaft einlagengesichert seien, darf dies nicht missverstanden werden. So bedeutet diese Information nicht, dass Verlustrisiken reduziert oder gar ausgeschlossen werden. Faktisch sorgen sorgen die Verbände dafür, dass die genossenschaftlichen Mitgliedsinstitute nicht in die Pleite abstürzen können. Ein rundum sicheres Investment werden Zertifikate von Volksbanken oder Sparkassen dadurch aber keineswegs. Vielmehr stellt sich bei allen Produkten der Zertifikatbörsen die zentrale Frage, auf welche Basiswerte Zertifikate emittiert werden. Index-Zertifikate etwa können sehr wohl hohe Verluste bei schlechten Kursentwicklungen nach sich ziehen, Garantiezertifikate hingegen vergleichsweise sicher, weil Händler wissen, welche Rückzahlungssummen unter welchen Bedingungen später wieder auf ihrem Depotkonto landen.

Genauer Vergleich ist für Interessenten zwingen erforderlich

Händler in spe sollten sich also nicht blindlings auf auf einen mutmaßlich existierenden Einlagenschutz bei Emittenten verlassen, sondern genau hinsehen und einen präzisen Blick in die Produktbeschreibungen werfen. Seriöse Herausgeber – an dieser Stelle seien als Vorbild abermals Sparkassen und Genossenschaftsbanken genannt. So informiert der Deutsche Sparkassen- und Giroverband e.V. auf seiner Webseite explizit, dass Inhaberschuldverschreibungen wie Zertifikate, die von Drittanbietern herausgegeben werden, nicht unter den finanziellen Schutz der Einlagensicherung der Sparkassen-Finanzgruppe fallen.

Depotverwaltung und Emissionen der Zertifikate sind verschiedene Dinge

Zu unterscheiden ist angesichts dieser bisherigen Informationen zwischen einem Einlagenschutz in Verbindung mit der Aufbewahrung von Zertifikaten im persönlichen Depot bei einer Bank oder einem Broker und einem Einlagenschutz von Emittenten an sich. So kann ich in einem Sparkassen-Depot natürlich auch Wertpapiere von weniger gut abgesicherten Mitbewerbern innerhalb der Bankenbranche verwahren, bei denen das Risiko einer Insolvenz weitaus höher zu bewerten ist als im Falle einer Sparkasse.

Der Haftungsverbund der Sparkassen oder Genossenschaftsbanken sichert also durchaus Produkte mit ab, die von Mitgliedern emittiert wurden, Fremdanbieter-Zertifikate aber fallen natürlich nicht unter diese spezielle Einlagensicherung. Ohne eine genaue Lektüre der Geschäftsbedingungen übersehen Kunden vielleicht etwas, was sie später teuer zu stehen kommt.

Kapital auf dem Konto ist nicht gleich investiertes Geld

Ob Sparkassenverband oder Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken: Eine gute Einlagensicherung bezieht sich hier wie dort auf die vollständigen Einlagen. Dass bei hauseigenen Emissionen und Produkten, die von fremden Anbietern stammen aber im Depot einer Bank aufbewahrt werden, verschiedene Haftungsvorgaben existieren, müssen Anlegern möglichst schon vor ihren ersten Investitionserfahren wissen. Ansprüche existieren grundsätzlich den emittierenden Banken gegenüber. Kommt es zum Konkurs bei den Herausgebern, sind die Einsätze der Anleger oft mindestens teilweise verloren, teils vollständig. unsichere Finanzprodukte sind. Wichtig ist bei der Prüfung des Einlagenschutzes bei Emittenten aus diesem Grund der Aspekt der Bonität. Eine vorbildliche Kreditwürdigkeit spricht für eine hohe Sicherheit im Sinne der Anleger. Je kreditwürdiger Banken von Ratingagenturen eingestuft werden, desto unwahrscheinlicher sind gravierende Ausfälle.

Wie kreditwürdig sind Emittenten wirklich?

Dies gilt im Übrigen auch für Garantie- und Discountzertifikate wie auch Bonuszertifikate, bei denen Investoren in den Genuss eines gewissen Sicherheitspuffers kommen. Dieser hilft mit Blick auf die Kursentwicklungen an sich – kommt es zum Ernstfall, beziehen sich Verluste auf den Einsatz an sich, während die Produkteigenschaften dann im Kontext einer Insolvenz keine gesonderte Rolle mehr spielen werden. Eine regelmäßige Prüfung der aktuellen Bonitäts-Noten der Emittenten ist empfehlenswert, weil die Bewertungen bei der Publikation von Bilanzen und anderen wichtigen wirtschaftlichen Entwicklungen durchaus auch kurzfristig korrigiert werden können. im eigenen Interesse kann es ratsam sein, sich bei einer deutlichen Verschlechterung der Kreditwürdigkeit lohnen, sich als Anleger von Zertifikaten zu trennen.

Bonität der Herausgeber muss Kunden bekannt sein

Kunden großer Banken, die mit hohen Kapital-Sicherheiten ausgestattet sind, wissen in den allermeisten Fällen auf der sicheren Seite. Tatsächlich arbeiten Banken nicht wesentlich anders, wenn sie Zertifikate anderer Anbieter vertreiben. Auch sie überprüfen in regelmäßigen Abständen die Bonität. Unterm Strich zeigt sich also, dass es keine allgemeingültigen Aussagen zum Einlagenschutz bei Emittenten geben kann. Die meisten Produkte der Zertifikate Börsen jedoch sind keineswegs ohne Risiko, wenngleich dieses durch eine exakte Planung der Einlagen kalkulierbar ist.

 

stefan

Mein Fazit

Es ist mitunter ein schmaler Grat zwischen der Frage, bis zu welcher Grenze Gelder der Kunden im Wertpapierdepot abgesichert sind und der Abwägung, wie bereits investierte Gelder gegen einen Ausfall geschützt sind. Wer Geld in Zertifikate „steckt“, muss sich darüber im Klaren sein, dass Kapital im Falle einer Emittenten-Insolvenz durchaus in voller Höhe verloren gehen kann. Anders verhält es sich, wenn Guthaben nur im Depot aufbewahrt, aber nicht wirklich investiert wird. Sind Gelder nur als Kapital im Depot verbucht, kann bei einer Pleite die staatliche Einlagensicherung greifen. Einen Einlagenschutz bei Emittenten gibt es in allermeisten Fällen nicht, wenn Zertifikate erworben und Verluste realisiert werden. Diese Unterscheidung müssen Investoren kennen, um zu verstehen, wie und wann ihr Geld gegen Probleme infolge wirtschaftlicher Sorgen der Herausgeber geschützt sind.

Autor: Agnes Nitsche