Modell 7: die Limit-or-Market-on-Close-Order

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

Gerade bei Limitorders sollten sich Händler vor dem ersten Einsatz mit der Funktionsweise eingehend beschäftigen und auskennen. Denn sonst riskieren sie, im Ernstfall genau das Gegenteil von dem erhofften Ergebnis zu erreichen, das sie eigentlich anstrebten durch die jeweiligen Positionen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil mitunter nur kleine Unterschiede zwischen verschiedenen Orderarten erkennbar werden. Diese Feinheiten wiederum hinterlassen oft einen bleibenden, schlimmstenfalls folgenschweren Eindruck. Eine Variante einer Limitorder ist die sogenannte „Limit-or-Market-on-Close-Order“. Sie setzt sich als Kombinations-Modell aus einer typischen Limitorder auf der einen und einer MOC-Order (also einer Market-on-Close-Order) auf der anderen Seite zusammen.

Das Interessante bei diesem Konzept ist:

die Limit or Market on Close OrderSofern es dem Broker nicht gelingt, die Limitorder im Auftrag eines Kunden – und unter Berücksichtigung der gewünschten Bedingungen – am Markt auszuführen, erfolgt eine automatische Umwandlung in eine klassische Market Order. Diese Umwandlung wiederum erfolgt wenige Sekunden vor dem Ablauf der gehandelten Zertifikate. Grundlage für die Auszahlung nach dem Verkauf ist dann der jeweilige nächstbeste Preis, den Broker für ihre Kunden am Markt realisieren können. Wichtig ist es für Trader, dass sie rund um die limitierte Order eine genaue Aussage zur Gültigkeit treffen. Denn nur dann ist garantiert, dass Orders nicht am Erteilungstag umgewandelt werden. Händler sollten sich dementsprechend genau überlegen, welche Rahmenbedingungen und insbesondere Gültigkeitsdauer sie für ihre Limit-or-Market-on-Close-Order an der Zertifikate Börse idealerweise erreicht wissen möchten. Bei Korrektur Anwendung erlischt diese Art Order mit Limit immer genau in dem Moment, in dem die Zeitspanne ihrer Gültigkeit erreicht ist.

Ausführung der Order ist nicht generell verpflichtend

Eine Alternative kann darüber hinaus sein, dass Investoren bewusst ihren Ausführungswunsch widerrufen, bevor der Ablaufzeitpunkt erreicht ist. Als Limit-Ziel wird vom jeweiligen Zertifikat-Händler bei jeder MOC-Order samt Limit ein Preis installiert, der nach einer umfangreichen Analyse als realistisch bewertet wird. Da es sich hierbei um eine individuelle bzw. subjektive Bewertung der Marktentwicklungen, existiert keine Garantie dafür, dass Anleger die spätere, tatsächliche Kursentwicklungen korrekt eingeschätzt haben. Entsprechend kann es zur fehlerhaften Prognose der aktuellen Marktvolatilität durch Investoren kommen. Die beiden möglichen Negativszenarien sind einerseits die Nicht-Ausführung, so dass Händler ihre Posten am Handelstag (bis zur Umwandlung in eine Market Order) nicht aus dem Depot bekommen.

Andererseits besteht generell die Gefahr, dass der erhoffte Gewinn ausbleibt. Generell beachten müssen Trader bei dieser wie allen anderen Orderarten mit Limit das allgemein bestehende Preisrisiko und die erkennbare Volatilität, welche bei der Definition der Kursziele in besonderer Weise eine Rolle spielen sollte.

Stefan Böhm
Autor: Stefan Böhm
Ich bin langjähriger Experte auf dem Gebiet Aktien und Zertifikate. Bereits seit den 1980er Jahren nehme ich aktiv mit allen Höhen und Tiefen am Handelsgeschehen teil und kann auf einen enormen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Mein Können konnte ich bereits als Chefredakteur des renommierten Optionsschein-Magazins, sowie bei Neue Aktien Weekly unter Beweis stellen. Zudem bin ich ausgewiesener Fachmann der charttechnischen Analyse, die ich gerne mit fundamentalen Ansätzen kombiniere. Derzeit führe ich zusammen mit meinem Team die Depots von DAX-Vestor und den Rendite-Spezialisten.