Trading mit Hebelzertifikaten: Viele Wege für den erhofften Gewinn

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Das Trading mit Hebelzertifikaten hat für Händler viele Vorteile, beispielsweise durch die Chance, überdurchschnittlich an Kursentwicklungen partizipieren zu können
  • Nicht unterbewerten sollten Händler bei dieser Art an den Zertifikate Börsen jedoch die Risiken, die generell auch bei vielen Produkten dieses Formats zu finden sind
  • Nicht alle Zertifikate mit Hebelwirkung zeichnen sich durch vergleichbare Gewinn- und Risiko-Daten aus; ein Grund, weshalb Investoren ihre Anlagen sehr genau auf ihre Ziele abstimmen sollten, ohne die Gefahren außer Acht zu lassen

Wer die richtigen Instrumente findet, sichert sich eindrucksvolle Chancen

viele wege fuer den erhofften gewinnVon den Chancen, die Zertifikate generell für Anleger bieten können, wurde in den Ratgebern schon ausgiebig berichtet. Dabei soll es an dieser Stelle nochmals eingehend um die Frage gehen, worin der spezielle Anreiz beim Trading mit Hebelzertifikaten für Händler eigentlich genau geht. Dies verlangt von Brokerkunden im ersten Schritt natürlich ein ausreichendes Trading-Knowhow
Knowhow, denn ohne Hintergrundwissen zur Funktion der (weltweiten) Zertifikat Börsen und effizientes Vorgehen im Handelsalltag sind die Versuche ernsthaften Handelns wenig aussichtsreich. Die zum Teil eindrucksvolle Komplexität mancher gehebelter Zertifikat-Varianten verlangt Interessenten einiges ab. Was es von Tradern verlangt, ist ein gewisses Fingerspitzengefühl.

Denn Positionen, die aus Fehlentscheidungen und einen nicht genügenden Verständnis für die Materie entstanden sind, können sprichwörtlich nach hinten los gehen und somit zu einem schmerzlichen Totalverlust für Investoren werden.

Diverse Namen für dasselbe Produkt des Finanzmarktes

Ein Ärgernis kann dies gerade angesichts der nachvollziehbaren Tatsache sein, dass es sich bei Hebelzertifikaten um ausgesprochen „starke“ Produkte handelt, durch deren Einsatz Händler erfreulich hohe Erträge realisieren können. Ob die fürs Trading mit Hebelzertifikaten empfohlenen Instrumente nun als Turbo-Zertifikate, „Warrants“ bezeichnet werden oder andere Namen tragen, ist für die zunächst theoretischen Erfolgschancen unerheblich. Die Chance, von Kursentwicklungen überproportional deutlich profitieren zu können, darf Trader niemals zu vorschnellen Entschlüssen mit schlimmstenfalls dramatischen Folgen verleiten. Denn den überdurchschnittlich guten Gewinnaussichten stehen je nach Zertifikat mit Hebelwirkung ebenso deutlich potentielle Verluste gegenüber, mit denen sich Interessenten vor dem Ausführen von Orders über die Plattformen der Broker auskennen sollten, um nicht allein auf Zufallstreffer hoffen zu müssen.

Die tatsächliche Einarbeitung fällt erfahrenen Lesern dank guter Übersichten über die Produkteigenschaften meist denkbar leicht, sodass der Einstieg ins Trading mit Hebelzertifikaten zügig und rentabel erfolgen kann.

Viele Argumente sprechen für Zertifikate mit Hebelwirkung

Die Aussicht, zum Beispiel mit Devisenwerten oder Rohstoffen enorme Gewinne zu erreichen, führt viele Anleger irgendwann zwangsläufig auf das Terrain der Hebelzertifikate. Dass sich das überproportionale Partizipieren an den Zertifikat Börsen positiv wie negativ auswirken kann, liegt auf der Hand. Dabei aber darf nicht vergessen werden, dass es verschiedene Zertifikat-Modelle gibt, bei denen „eingebaute“ Vorsichtsmaßnahmen das Risiko begrenzen. Das Emittentenrisiko indes, mit welchem Händler im Falle einer Herausgeber-Pleite konfrontiert werden, ist zum Leidwesen der Anleger allerdings eigentlich nie gänzlich ausgeschlossen.

Definition als Dreh- und Angelpunkt des späteren Erfolgs

Was bedeutet nun genau der Begriff des Trading mit Hebelzertifikaten genau für Anleger? Im Grunde geht es vorrangig darum, mit einem mitunter sehr geringen Mindesteinsatz ein Vielfaches investieren und deutlich höhere Gewinne mitzunehmen, als es bei einem Direktinvestment möglich gewesen wäre.

Deshalb raten Experten zu Investments in Hebelzertifikate

Viele Analysten empfehlen Hebelzertifikate als lohnenden Bestandsteil fürs Wertpapierdepot, da Anleger durch die Depot-Beimischung eine Optimierung ihrer Risikostreuung erreichen können. Des Weiteren erweist sich hierbei als Vorteil, dass Anleger nicht nur bei steigenden Kursen Renditen realisieren können. Fallen die Kurse am Markt, ist dies bei Auswahl der richtigen Zertifikate mit Hebelwirkung oft ebenfalls chancenreich.

Unerlässlich beim Trading mit Hebelzertifikate:

Anleger müssen eine genaue Vorstellung davon haben, wie genau welches Produkt funktioniert, denn nicht selten steckt der Teufel im Detail. Doch schon kleine Unterschiede können den Ausschlag bei Plus und Minus auf dem Handelskonto geben. Die Komplexität einzelner Produkte sollte gerade von Anfängern nicht unterschätzt werden, da sonst die Überraschung groß ist, wie schnell plötzlich und unerwartet Verluste entstehen können. Es kommt also auf das übliche „gewusst, wie …“ an.

Preise der Produkte können leicht & verständlich berechnet werden

Als ein zentrales Argumente sei hier etwa die Preisberechnung genannt, die sich im Falle der Hebelprodukte doch recht eindeutig von vielen anderen Finanzinstrumenten der Zertifikate Börsen und anderer Märkte unterscheiden. Es sind also die Feinheiten, mit denen sich Trader vor dem Start ins Trading mit Hebelzertifikaten vertraut machen und auskennen sollten. Erkennen sollten Anleger dabei, dass sich hier ein nicht zu unterschätzendes Risiko eingehen müssen, um in den Genuss der so beeindruckenden Renditen zu kommen.

Die wichtigsten Fakten zum Trading mit Hebelzertifikaten in der Übersicht:

  1. Anleger können (sehr) hohe Gewinnspannen realisieren
  2. Mindesteinsätze beginnen schon im niedrigen Bereich
  3. Emittenten/Anbieter berechnen kein Aufgeld
  4. Gewinne winken sehr schnell
  5. Volatilität wirkt sich nicht nachteilig auf den Zertifikat-Kurs aus

Der Aspekt des Zeitwerts – weitgehend bedeutungslos für Anleger

Auch das Risiko eines Verlustes des Zeitwertes ist – ganz zum Unterschied bei vielen Optionswerten – ist ausgeschlossen. Hebelzertifikate werden wie Aktienwerte an Börsen gehandelt, können zudem (ebenfalls wie Aktien) im außerbörslichen Umfeld gehandelt werden. Die Börsen in Frankfurt am Main und die Stuttgarter Börse sind zwei wichtige Standorte für den Zertifikat-Handel. Wie wir bereits gesehen haben, verlangt das Trading mit Hebelzertifikaten eine gewisse Risikobereitschaft vom Investor, diese Risikofreude wird aber durch die genannten Eigenschaften im Idealfall großzügig belohnt. Zumal der Handel erfreulich sicher gelingt, wenn ausreichend Fachwissen und ein Gefühl für Gelegenheiten am Markt vorhanden ist.

Kleine Budgets sprechen nicht gegen den Einstieg

Kleinanleger können noch gar nicht allzu lange mit Hebelprodukten aus dem Zertifikat-Sektor spekulieren, umso schneller aber ist der Bereich in den vergangenen Jahren gewachsen. Hohe Einlagen braucht es nicht, um aktiv werden zu können – sowohl bei sinkenden als auch bei steigenden Kursen. Erstmals tauchten Hebelzertifikate Ende des Jahres 2001 am Markt auf. Die fairen Mindestanforderungen ans Kapital haben den Händlerhorizont deutlich erweitert. Sie können seit der Einführung von Zertifikaten dieser „Bauweise“ in zahlreiche Produkte investieren, die ihnen früher nur auf dem Weg eines Direkt-Investments zugänglich waren. Dazu gehören neben Aktien auch und gerade Index-Basiswerte und Devisen.

Verstehen müssen Trader vor ihrem Einstieg ins Thema natürlich, was genau mit dem Hebel bzw. dem Hebeleffekt eigentlich zum Ausdruck gebracht wird. Die Erklärung zu diesem Terminus fällt leicht und ist auch für Anfänger schnell verständlich.

Ein Beispiel:

Ein Emittent offeriert ein Produkt fürs Trading mit Hebelzertifikaten und stattet dieses Instrument mit einem Hebel von 5 an. Dieser Hebel erfüllt auf prozentualer Basis seinen Zweck. Steigt der Preis des zugrundeliegenden Basiswertes im Folgenden nach dem Erwerb um 1,00 %, bedeutet dies für Händler einen Zuwachs des Zertifikat-Kurses um 5,00  Prozent – dies wiederum trifft gleichermaßen auf einen Anstieg wie auf einen Abfall des Basiswertkurses zu. Sinkt selbiger, verliert das Zertifikat logischerweise 5,00 % an Wert.

Der Markt entscheidet zwischen zwei Formen von Hebelzertifikaten, die beim Trading Verwendung finden können. Beide Modelle wurden bereits kurz angesprochen. Es handelt sich um

  1. Long-Zertifikate
  2. Short-Zertifikate

Auch kurze Haltezeiten versprechen sehr gute Renditen

Im aktiven Handel sind beide Varianten darüber hinaus noch unter anderen Namen bekannt. Long-Zertifikate (also Positionen auf einen Kursanstieg) werden mitunter auch als „Calls“ oder „Wave Calls“ sowie „Bull“-Produkte tituliert. Short-Papiere (entsprechend Angebote in Erwartung eines Kursrückgangs) werden an Zertifikat-Börsen oft und gerne auch unter dem Namen „Puts“, „Wave Puts“ oder „Bear“-Instrumente gehandelt. Positiv fällt beim Trading mit Hebelzertifikaten auf, dass Händler – einmal mehr ein gravierender angenehmer Unterschied zum Direktinvestment – nicht unbedingt lange auf die erhofften Chancen zur Gewinnmitnahme warten müssen. Oft reicht schon eine recht kurze Haltezeit/Laufzeit, um eindrucksvolle Renditen zu realisieren. Jedoch: Durch die Einbeziehung einer sogenannten „Knoch-out-Kursbarriere“ müssen Trader zum Erreichen dieser günstigen Eigenschaften mit einem deutlich größeren Verlustrisiko Vorlieb nehmen.

Wie risikofreudig möchte ich eigentlich spekulieren?

Entscheidend für die Ermittlung des Wertes eines Zertifikats mit Hebeleffekt ist in erster Linie der „Strike-Kurs“. Dieser Wert wird schon zu Beginn vom Herausgeber berechnet und Interessenten mitgeteilt. Die Wertkalkulation ist vergleichsweise einfach, da lediglich die Differenz zwischen dem Basiswert auf der einen und dem Strike-Kurs auf der anderen Seite errechnet werden muss. Zum Wertverlust kommt es beim Trading mit Hebel-Zertifikaten, wenn bzw. sobald die definierte Kursschwelle für den Knock-Out wird.

Je nach Risikoausrichtung kann dies im Fall der Fälle recht schnell passieren. Je besser die prozentuale Partizipation im Gewinnfall, desto wahrscheinlicher wird im Gegenzug ein Verlust. Handelt es sich um ein Long-Zertifikat, geht es darum, dass der Zertifikat-Kurs den Knock-out-Kurs unterschreiten muss. Der Logik folgend verliert ein Short-Zertifikat beim Durchbrechen der Kursschwelle nach oben seinen (vollständigen) Wert.

Kursbarrieren sind bei vielen Produkten des Marktes einflussreich

Die genau Festlegung der Barrieren variiert von Emittent zu Emittent. Zum Teil kann der Basispreis gleich der Knoch Out-Schwelle sein, bei anderen Herausgebern existiert ein Stop-Loss, der zuvor als Sicherheitsmarke für die Eigentümer der Zertifikate dient. Es gilt für Händler in spe, sehr genau zu verstehen, unter welchen Bedingungen sie einen Gewinn oder Verlust erwarten müssen.

Welche Auszahlungen kann ich im Ernstfall erwarten? Steuerzahler aufgepasst!

Ähnlich flexibel wie beim Knock-Out können Emittenten bei der Gestaltung der Bedingungen für die Rückzahlung am Laufzeitende vorgehen. Eine Möglichkeit: Der Herausgeber zahlt seinem Kunden im Verlustfall eventuell den Differenzbetrag zwischen dem Knock-out-Kurs und dem Basispreis zurück. Inklusive der verbleibenden Differenzsumme. Die Mehrheit der Emittenten zahlt im Falle eines „K.O.“ pro Zertifikat nur einen Minimalbetrag in Höhe von 0,001 Cent an die Besitzer der Papiere aus. Dies hat indes nicht den Zweck, Kunden im Verlustfalle auch noch zu „beleidigen“. Vielmehr geht es diesbezüglich darum, dass Anleger nur dann ihre Verluste beim Finanzamt geltend machen lassen können, wenn sie überhaupt eine Rückzahlung erhalten. Eine Verlust-Realisierung kommt der aktuellen Rechtslage entsprechend bei einer wertlosen Ausbuchung generell nicht infrage.

Emittentenrisiko als generelles Grundproblem bei allen Investitionen

Nicht verwechseln sollten Anleger diese Bedingungen (oder dieses gewisse Entgegenkommen) mit einer Insolvenz des Emittenten. Kommt es beim Handel mit Hebelzertifikaten zur Emittenten-Pleite, entsteht Kunden ein Totalverlust, der nicht einmal geringfügig eine Rückzahlung nach sich ziehen würde. In diesem Fall stehen Zertifikathändler in aller Regel weit hinten auf der Gläubigerliste, sodass größere Geldgeber zuerst bedient werden. Für Zertifikat-Käufer bleibt am Ende meist nicht mehr viel von der Insolvenzmasse übrig.

Eigentümer sollten des Weiteren nach einem Knockout nicht zu lange mit einem Verkauf zurück an den Herausgeber warten. Die Fristen für den Rückkauf werden im Normalfall höchstens bei einigen Wochen, vielfach aber sogar nur einigen Tagen liegen.

Das Thema Laufzeiten beim Trading mit Hebelzertifikaten

In der reinen Theorie können Hebel-Zertifikate tatsächlich ganz ohne eine Laufzeit auskommen und damit ähnlich wie Aktien ausgerichtet sein. So entscheiden Anleger also vollkommen eigenständig, wann sie einen Verkauf ausführen über ihr Wertpapierdepot. Dabei darf in dieser ersten von zwei Laufzeit-Kategorien nicht vergessen werden, dass die Laufzeit aus naheliegenden Gründen zwangsläufig und automatisch endet, sofern das betreffende Papier die vom Herausgeber eingerichtete Knoch-out-Kursbarriere erreicht. Bei dieser Art Hebel-Zertifikat spricht man im Fachjargon auch als „Open-End-Hebel“-Produkt.

Zertifikat mit Hebel müssen keine fixe Laufzeit haben

Diesem unter Umständen endlos laufenden Zertifikat gegenüber stehen Hebel-Produkte MIT fester Laufzeit. Die exakten Laufzeiten fallen mitunter recht unterschiedlich aus. Bei allen Modellen kommt es automatisch in dem Moment zum Verkauf, wenn das Laufzeitende erreicht ist. Die Gutschrift auf dem Konto des Papier-Verkäufer zum jeweiligen aktuellen Wert des Hebelzertifikats. Eine Möglichkeit zur Einflussnahme können Anleger aber auch in diesem Bereich ausschöpfen. So besteht die Gelegenheit, binnen drei Tagen vor der Fälligkeit einen Verkauf in Angriff zu nehmen, bevor der Emittent die Rechnung planmäßig vornimmt. Der Vorteil besteht also darin, dass Kunden durchaus noch von akuten Ausbrüchen nach unten oder oben profitieren können – im Gegenteil kann der Verkaufspreis aber natürlich auch unterhalb des Schlusskurses angesiedelt sein, sodass Anleger einen Teil ihrer Rendite verlieren.

Volatilität-Bedeutung nicht bei allen Angeboten des Marktes gegeben

Für Hebelprodukte der Zertifikat Börse spricht im nächsten Schritt, dass die implizite Volatilität (wie sie bei Optionsscheinen von großer Bedeutung ist) bei der Analyse von Hebel-Produkte kaum eine Rolle spielt. Im Zentrum steht beim Trading mit Hebelzertifikaten das Wissen um die wichtigsten Parameter, die am Ende über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Nicht umsonst bezeichnen Experten Hebel-Zertifikate in vielen Ratgebern auch als sogenannte Black Box. Gemeint ist damit, dass sich die Verhaltensmuster dieser Art Instrument in vielen unterschiedlichen Situationen und Marktphasen recht gut vorhersehen und planen lassen.

Wir fassen die zentralen Faktoren für die Prognosen und die Ermittlung der Chancen zusammen:

  • die Art des Zertifikats → „Call“ oder „Put“
  • der Basiswert des Zertifikats
  • der Basispreis
  • der Spread (in Form des „Ask“- oder „Bid“-Kurses)
  • die Kursschwelle für den Knock-Out (auch „Strike-Kurs“)

Auswahl möglicher Basiswerte ist im Grunde unbegrenzt

Das natürlich beim besten Willen minder wichtige Element – der Hebel des betrachteten Zertifikats – wird jeweils mithilfe dieser Basisdaten ermittelt bzw. der Basiswertkurs definiert diesen sehr genau. Zudem sind die fünf oben stehenden Informationen fast immer fixe Daten, während der Zertifikat-Hebel eine variable Größe ist, auf die sich wie gesagt der Basispreis auswirkt. Dieser Basiswert gibt ab, welcher Wert überhaupt gehandelt wird. Wie wir bereits gesehen und erkannt haben, können unter anderem Aktien, Rohstoffe und Indizes, ebenso gut aber Zinsen, Devisen(paare), Fonds und viele andere Instrumente des Finanzmarktes als Basiswert dienen. Das Übergewicht am Markt liegt aber weitgehend in den Bereichen Indizes und Aktien. Zudem sei erwähnt, dass zwar in der Theorie jeder Basiswert denkbar ist – in der Praxis jedoch sind am Markt keineswegs auf alle Basiswerte Hebel-Zertifikate in Umlauf.

Basket-Produkte sind ein wichtiger Bereich der Zertifikat Börsen

Hebelzertifikate sind vielfach als Pakete zusammengesetzt, die Herausgeber nach eigenen Kriterien für ihre potentielle Anlegerschaft auflegen. Gerade im Bereich der Nebenwerte müssen Trader in vielen Marktlagen mit anderen Werten Vorlieb als denen nehmen, für die sie sich interessieren.

Eine wichtige Einheit bei der Wertermittlung ist im gleichen Maße der „innere Wert“. Jedes

Hebelzertifikat hat einen solchen Wert. Dieser ergibt sich aus dem Abstand zwischen dem Basiswertkur und dem Strike-Kurs. Dabei kommt es stets zu einer Anpassung gemessen auf das jeweilige Bezugsverhältnis.

Basispreis & Basiswert – zwei unterschiedliche Größen

Widmen wir uns nochmals eingehend dem Basispreis. Dieser Preis ist eine wichtige Basis für die Wertentwicklung eines Hebel-Zertifikat – zusammen mit dem Kurs des eigentlichen Basiswertes. Beide Werte zusammen bestimmen den Preis des Zertifikats. Erst durch diese beiden Größen kann überhaupt die tatsächliche Hebelwirkung ermittelt werden. Ein eher niedriger Zertifikatwert zeichnet sich ab, wenn der Basispreis in der Nähe des aktuellen Kurses anzutreffen ist. Eine Steigerung des Produktwertes tritt ein, wenn sich der Kurs nur minimal nach oben entwickelt. Beim Trading mit Hebelzertifikaten kann Dank des Hebels schon eine kleine Schwankung des Basiswertes den Ausschlag für eine überproportionale Entwicklung zugunsten der Händler herbeiführen.

Auch geringe Kursveränderungen können hohe Gewinne einbringen

Eine Verdopplung des Wertes ist schon bei einem überschaubaren Anstieg des Basiswertes generell möglich. Die dritte wichtige Grundlage – die Knock-Out Barriere – haben wir bereits thematisiert. Wird der Strike irgendwann während der Haltezeit oder Laufzeit berührt oder (nach unten/oben) durchbrochen, wird das Papier „ausgeknockt“, der Trade ist damit gescheitert. Unwichtig ist diesbezüglich, wie sich das Zertifikat nach diesem Ereignis entwickelt. Beinhalten Zertifikate einen Stop Loss, dann geltenden Restwert zwischen Emittenten und Eigentümern der Scheine abgerechnet und aufs Handelskonto oder Depot zurückgebucht werden müssen.

Bezüglich der Knock Out-Schwelle und der Kursentwicklung muss stets beachtet werden, ob Händler eine Entscheidung zugunsten eines Call- oder Put-Zertifikats getroffen haben. Beim Spread, den Trader meist schon von anderen Handelsmodellen wie dem CFD- oder Forex-Trading kennen, handelt es sich um den Kursabstand zwischen

  1. dem Kaufpreis
  2. dem Verkaufspreis

Unter welchen Bedingungen ergibt ein Verkauf eigentlich einen Sinn?

Damit Händler ihre Hebel-Zertifikat zum Einkaufspreis veräußern zu können, muss folgende Bedingung im Zusammenhang mit dem Spread erfüllt sein: Die Kursentwicklung nach oben (Call-Papiere) oder unten (Put-Papiere) muss umso deutlich ausfallen je höher der Spread ausfällt und je geringer der Hebel angegeben wird. Für die Berechnung der erforderlichen Kursveränderung müssen Investoren beim Trading mit Hebel-Zertifikaten des Weiteren mögliche Aufgeld-Kosten kennen. Denn diese beeinflussen mögliche Gewinne und Verluste als typische Handelsentgelte ebenfalls.

Händler müssen sich allen denkbaren Entgelten vertraut machen

Zusätzliche Gebühren entstehen in Form der üblichen Finanzierungskosten, die an Handelsplätzen für Zertifikate berechnet werden. Diese Kosten dienen Emittenten dazu, die Positionen mit Hebelwirkung abzusichern und die Entwicklungen abzubilden. Diese Kosten werden dem (weiter unten noch präsentierten) inneren Wert zugerechnet. Auch Risikoaufschläge sind üblich. Sie sind für Emittenten wichtig, um die allgemein bestehenden Verlustrisiken zu vermeiden oder möglichst gering zu halten.

Wo kann ich Hebelzertifikate im Einzelnen überhaupt handeln?

Auch diesen Aspekt haben wir im Ratgeber bereits kurz angeschnitten. Hierzulande sind die Stuttgarter Börse und die Börse Frankfurt für die Abwicklung von Transaktionen zuständig. Ausnahmslos alle Hebel-Zertifikate, die gehandelt werden können, stehen an diesen beiden Standorten für Investitionen zur Verfügung. Die zweite Option ist der Direkterwerb über die jeweiligen Herausgeber der Zertifikate. Sie sind ihrerseits sowohl für einen Kauf als auch einen Verkauf geeignete Ansprechpartner.

Die Suche nach dem einen richtigen Instrument & Produkt am Markt

Schwieriger gestaltet sich zum Teil die Auswahl der passenden Hebelzertifikat. Gute Anlaufstellen für den Vergleich der gegebenen Konditionen für die zahllosen Zertifikate mit Hebelfunktion sind neben den Webseiten und Portalen der Zertifikate Börsen selbst auch Fachportale. Mittels Eingabe der Produktnamen (wenn Anleger bereits genau wissen, welches Produkt das Rennen macht) oder der zugehörigen Wertpapierkennnummer (WKN) können sich Besucher der Seiten einen guten ersten Eindruck der Produkt-Eigenschaften verschaffen.

Bei sehr genauer Vorbereitung oder ausreichender Vorerfahrung mit dem Thema haben Anleger besonders leichtes Spiel, da sie direkt eine Auswahl vornehmen können über die Suchmasken der Börsen oder Emittenten. Wichtige Eingabe-Merkmale sind einmal mehr der Basiswert, der Optionstyp sowie die Knock Out-Barrieren, die von Interesse sind.

Wichtig:

Hebel, Knock Out-Schwellen und Stopp Loss-Kurswerte können von Emittent zu Emittent unterschiedlich ausfallen. Im Falle der Open End-Offerten müssen Kunden in spe beim Trading mit Hebel-Zertifikaten zudem wissen, bis zu welchem Termin exakt die Papiere ihre Gültigkeit behalten. Denn auch hier gibt es gewisse Vorgaben für den Verfall. „Open End“ bedeutet also nicht in jedem Fall wirklich „endlos“. Vielmehr definiert der Basiswert-Schlusskurs in dieser Situation den letztlich gültigen Zertifikat-Wert – ohne eine erneute Chance, von Kursveränderungen profitieren zu können. Unterscheiden müssen Investoren also zwischen „echten“ Zertifikaten mit offenen Ende und Modellen mit einer Zeitvorgabe. Das wichtigste Stichwort ist hierbei der Zeitwertverlust.

Am Anfang muss das Chancen-Risiko-Verhältnis ermittelt werden

Vor einem Einstieg ins Trading mit Hebel-Zertifikaten sollten sich Anleger ohne Wenn und Aber der jederzeit und bei allen Angeboten bestehenden Risiken und Gefahren bewusst sein, bevor sie den Verlockungen ohne umfassende Analyse erliegen. Risiken und Gewinnaussichten müssen verhältnismäßig sein und zum eigenen Risikotyp passen. Positiv ist letzten Endes zu erwähnen, dass eine Nachschusspflicht (die einmal mehr bei manchen CFD-Broker potentiell zu erheblichen Verlusten über den geleisteten Einsatz hinaus entstehen können) exkludiert wird von Seiten der Emittenten. Der maximale Verlust wird durch den gewünschten Einsatz festgelegt. Dieser aber kann durchaus gerade als Totalverlust nach einer angesprochenen Emittenten-Insolvenz zum belastenden Thema werden.

Es sollten deshalb wie so oft nur Gelder investiert werden, deren Verlust sich Händler im Ernstfall „leisten“ können. Im weiteren Verlauf des Profi-Wissens werden die Aspekte Spread, Bezugsverhältnisse sowie die verschiedenen Orderarten beim Trading mit Hebel-Zertifikaten noch weiter in den Mittelpunkt gerückt.

 

stefan

Mein Fazit

Beim Handel mit Hebel-Zertifikaten gibt es den Erkenntnissen der vorangegangenen Seiten zufolge bemerkenswert hohe Erträge, die sich angemessen agierende Händler sichern können. Dabei darf verschwiegen oder vergessen werden, mit welchen Risiken gerade die gehebelten Instrumente verbunden sind. Denn generell gilt hier wie bei allen Finanzprodukten: Möchte ich als Händler die wirklichen Maximalgewinne mitnehmen, muss ich auch in diesem Umfeld die nötige Risikobereitschaft mitbringen. Weiß ich jedoch, was ich suche und erreichen möchte, kann ich als Bank- oder Brokerkunde sehr wohl die Risiken in Grenzen halten. Ob ich nun Risiken auf die Gewinnziele abstimme oder das maximal hinnehmbare Verlustrisiko auf die Auswahl beim Trading mit Hebelzertifikaten hin definiere, ist eher eine Frage des Erfahrungsschatzes. So oder müssen beide Seiten der Medaille berücksichtigt werden.

Autor: Agnes Nitsche