Zertifikate Trendfolgehandel – Spekulieren, wenn klare Richtungen erkennbar sind

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • der Handel mit dem Trend erfreut sich bei Anlegern vom Anfänger bis zum Profi großer Beliebtheit; der Grund ist darin zu sehen, dass der Trendfolgehandel in den allermeisten Phasen des Marktes einfacher gelingt als ein Spekulieren gegen den Trend – dies trifft auch auf Investitionen an Zertifikate Börsen zu
  • gerade bei den ersten Schritten am Zertifikat-Markt ist der Handel auf Trends ein sicherer Weg, um Gewinne ohne allzu hohes Risiko zu realisieren
  • besonders üppig fällt die Auswahl der Zertifikate am Aktienmarkt aus, doch auch Indizes, Rohstoffe & Devisen bieten Chancen → hier wie dort sollten Anleger wichtige Nachrichten deuten können!

Zertifikat Trendfolgehandel: Was Anleger wissen sollten

zertifikate trendfolgehandelDer Trendfolgehandel ist bekanntlich gerade bei Anfängern aufgrund der recht einfachen Anwendungsweise beliebt, aber eben nicht nur bei dieser Zielgruppe. Die Redewendung „The trend is your friend“ begegnet Tradern und Anlegern in vielen Bereichen des Finanzmarktes und dementsprechend auch an den Zertifikatbörsen. Durchaus zu Recht. Denn dieser Gedanke erweist sich in vielen Situationen des Marktes als goldrichtig und vielversprechend. Vorausgesetzt, Interessenten entscheiden sich für die richtigen Zertifikate. Sehr volatile Werte unterliegen nun einmal mehr oder minder deutlichen Schwankungen, weshalb es Ausbrüche nach oben oder unten geben kann, die beim Zertifikate Trendfolgehandel zu einem Hindernis werden und zu Verlusten führen können.

Der Handel mit dem Trend kann in diesem Kontext verschiedene Gesichter haben. So kann es – auch wenn es darum im Ratgeber nur bedingt gehen soll – dazu kommen, dass neue Trends zu einem vorzeitigen außerbörslichen Verkauf von Optionsscheinen am Markt führen, falls sich die vormals eingeschlagene Richtung nicht mehr als so rentabel wie erhofft erwiesen haben sollte.

Zertifikat-Händler können sich an der Händlermehrheit orientieren

Ein Produkt der Zertifikat Börsen, bei dem der Trendfolgehandel in vielen Fällen einen Erfolg nach sich ziehen kann, sind die unterschiedlichen Varianten eines Hebelzertifikats. Interessant ist an dieser Stelle ebenfalls: Einige Emittenten legen sogar gezielt sogenannte Trendfolge Zertifikate auf, um ihren Kunden in dieser Hinsicht Möglichkeiten zu eröffnen. Für das Spekulieren mit dem Trend spricht unter anderem die Tatsache, dass viele Anleger schon in anderen Bereichen des Finanzmarktes erkannt haben, wie chancenreich das Wetten auf die Fortsetzung eines Trends im Vergleich zur Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr (von kurzfristigen Einbrüchen abgesehen, die immer wieder mal auftreten!) sein kann.

Das sprichwörtliche „Schwimmen mit dem Strom“ erweist sich auch an Zertifikatbörsen in vielen Situationen als lohnender Königsweg. Und diese Aussage betrifft nicht allein unerfahrene Trader; auch und gerade Profis, die gerne zeitgleich verschiedene Handelsstrategien zum Einsatz bringen, behalten immer aktuelle Trends im Blick, um Gelegenheiten frühzeitig für sich nutzen zu können.

Anleger sollten verstehen, wie Trends ablaufen und funktionieren

Die drängende Frage ist aus Händlersicht selbstredend die danach, unter welchen Bedingungen denn genau Trends entstehen und – noch wichtiger – wie ich diese erkennen kann. Zwar sind eindeutige Trendphasen durchaus auch für Laien erkennbar, doch nicht jeder neue Trend kommt mit eindeutigen und unmissverständlichen Signalen daher. Kein Wunder also, dass der Themenbereich des Zertifikate Trendfolgehandels erst im Bereich des Profi-Wissens eine zentrale Rolle spielt. Für Anfänger kann es im Einzelfall ein zu komplexes Thema sein, dass sie zu überfordern droht. Es geht also um die Überlegung: Wie kann ich als Anleger mit Vorliebe für Zertifikate einen Trend erkennen. Und damit nicht genug: Wie deute ich diesen Trend korrekt im eigenen Interesse? Und dies betrifft natürlich im gleichen Maße auf steigende wie fallende Trends.

Gerade der Aktienmarkt bietet Trend-Händler mit Zertifikaten Chancen

Verschiedene Aktienwerte bieten sich als Grundlage für Trendfolgehandel Zertifikate besonders an. Große Lebensmittelkonzerne beispielsweise sind Aktiengesellschaften, deren Wertpapiere – abgesehen von gelegentlichen Rückschlägen, die immer und letztlich in allen Marktbereichen auftreten können – über viele Jahre hinweg im Kurs steigen. Schaut man sich einzelne Aktien dieser Branche genau an, weisen einige Werte seit Jahrzehnten einen Aufwärtstrend auf, was manchem Beobachter in dieser Weise vielleicht gar nicht direkt auffällt. Diese Werte eignen sich tatsächlich sehr gut für den Einstieg in einen Trend. Anleger brauchen neben analytischen Fähigkeiten allerdings vor allem eines: einen guten Riecher

Wichtige Marktnachrichten sollten immer berücksichtigt werden

Auch sollten Anleger hinter die Fassade einer Branche schauen können. So können im Zusammenhang mit der Automobilbranche gerade die Aktien der Zulieferer in vielen Situationen deutlich bessere Chancen bieten als die Automobilkonzerne selbst. Ein interessantes Stichwort ist hierbei etwa der Sektor Elektromobilität. Vom Trend in diesem Umfeld profitieren viele Unternehmen, nicht allein die eigentlichen Fahrzeughersteller! Für viele Analysten ist das Vertrauen in die Trendfolgestrategie bzw. eine von diversen möglichen Ausrichtungen der sinnvollste Weg – nicht allein für Anfänger, sondern auch für jene Zielgruppe, die langfristig agieren und nicht täglich mehrere Stunden in die Trading-Organisation investieren möchten.

Kurzfristige Chancen vs. langfristig ausgerichtete Rendite-Aussicht

An welchem Trend möchte ich partizipieren? Hier kann ich mich zwischen Chancen mit langfristigem Engagement und recht hohem Kapitaleinsatz auf der einen und einem Hebelzertifikat entscheiden, bei dem ich vielleicht mit recht geringem Einsatz schon kurzfristig Gewinne realisieren kann. Vorausgesetzt wird dabei selbstverständlich die Auswahl des geeigneten Basiswertes. Aktien-Zertifikate werden meist über einen längeren Zeitraum gehalten (teils als Open-End Zertifikate), Optionsscheine auf andere Underlyings können auch kurzfristig Gewinne abwerfen. Wichtig ist generell zu verstehen, dass die Aussicht auf langfristige Trends nicht dazu führen darf, die Analyse aus dem Blick zu verlieren und sich darauf zu verlassen, dass die Erwartungen vom jeweiligen Produkt und Basiswert dauerhaft erfüllt werden. Die Renditeziele sollten gezielt definiert werden, um den richtigen Moment für einen möglichen Ausstieg aus dem Wert ausfindig zu machen.

Trend-Positionen an Zertifikatbörsen verlangen sorgfältige Planung

Plane ich auf lange Sicht, braucht es für das Depotmanagement nicht zwingend mehrere Stunden pro Handelstag. Konsequentes Hinterfragen der Entscheidungen und Auswertungen der Marktentwicklungen aber sind dennoch obligatorisch. Vielfach stoßen Anleger beim Zertifikate Trendfolgehandel auf die Warnung, neue Trends könnten kaum prognostiziert werden. Diese Aussage ist zutreffend – bereits bestehende Auf- oder Abwärtstrends hingegen können sehr wohl erkannt und genutzt werden. Hierzu gibt es spezielle Trendfolge-Indikatoren. Einer der bekanntesten ist wohl der Moving Average Divergence Indicator (MACD); er kann Anlegern dabei helfen, Signale für Käufe und Verkäufe herauszufiltern. Auch der Relative-Stärke-Index nach Levy ist geeignet, wenn es um eher langfristige Trendindikatoren, kurze Trends können mit einem entsprechend kurzen Momentum-Indikator ausfindig gemacht werden.

Analyse der Chartbewegungen nur ein Teil der Arbeit

Jedoch reichen die Indikatoren allein reichen nicht immer aus, die Rahmenbedingungen für den Ein- und Ausstieg müssen insgesamt stimmen. Mit Hebelzertifikaten können Investoren auch mit geringerem Budget teilhaben, wenn Trends Chancen erkennen lassen. Selbst dann, wenn die Abschnitte der derzeit auffälligen Trends eher kurz ausfallen sollten. Durch die Einrichtung von Stop-Losses können sich Zertifikate-Händler im Übrigen gegen drohende Verluste schützen. In diesem Fall geht es darum, Kursmarken an strategisch wichtigen Punkten zu setzen, die einen Bruch des Trends darstellen würden. Dies ist bei Zertifikaten mit Hebelwirkung logischerweise deshalb dringend angeraten, da nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste bei gehebelten Produkten sonst überdurchschnittlich hoch ausfallen können. Umso wichtiger ist die Installation in Seitwärtsbewegungen, da der Zertifikate Trendfolgehandel in solchen Momenten nur schwerlich gewinnbringend Verwendung finden kann. Es drohen potenzierte Verluste, auch weil die Trendfolgeindikatoren dann mitunter falsche Signale aussenden, was Fehlentscheidungen nach sich ziehen kann.

Den Trend als Freund erkennen und für sich nutzen

Die Trendfolge ist nicht nur die beliebteste Handelsstrategie – sie ist auch jene Strategie, die beim Handel an den Zertifikat Börsen in aller Regel die besten Ergebnisse einbringen kann. Die fast schon inflationär genutzte Börsenweisheit „The trend is your friend“ mag abgedroschen erscheinen. Faktisch aber führt dieser Ansatz wirklich überdurchschnittlich häufig zum Erfolg, weshalb je nach Studie 80 bis 90 % aller Trader genau diese Strategie zumindest phasenweise verfolgen. Was es bei den Anlegern braucht, ist insbesondere Geduld. Berücksichtigen müssen Investoren ungeachtet ihrer Erfolgschancen das generell existierende Emittentenrisiko, welches bei Schuldverschreibungen (zu denen gehören Zertifikate per Definition nun einmal) immer eine Rolle spielt. Diesbezüglich ist es unerheblich, ob von Hebelzertifikaten die Rede ist oder von Faktor-Zertifikaten, Discount-Zertifitikaten und anderen Produkten dieses Marktes.

Hohe Schwankungsbreite erschwert Trendanalysen

Die Tatsache, dass eine Vielzahl der Hebelzertifikate nach dem System „open end“ entwickelt wurden, sorgt dafür, dass sich Trader nicht mit der Frage nach der richtigen Laufzeit ihrer bevorzugten Instrumente befassen müssen. Welche Haltezeiten angesichts der jeweiligen Kursentwicklung am Markt sinnvoll sind, will natürlich dennoch wohl überlegt sein. Denn gerade bei sehr volatilen Underlyings wie Devisenpaaren können Trends innerhalb kürzester Zeit ins Gegenteil umschlagen. Ein gerade erst – theoretisch – verbuchter Gewinn kann deshalb schon Sekunden oder Minuten später zu einem Verlust werden. Wichtig ist beim Zertifikate Trendfolgehandel mit Hebelzertifikaten und ähnlichen Produkten also die Frage, wie lange ich als Händler die Rolle des „Trendfolger“ spielen kann, bevor ich mich für den Ausstieg entscheiden sollte, um eine Gewinnmitnahme zu erreichen. Es gibt am Markt spezielle Zertifikate, die Händlern explizit angeboten, um in Trendsituationen an positiven Kursentwicklungen partizipieren zu können.

Verschiedene Partizipationsansätze werden von Emittenten verfolgt

Die Frage dabei ist stets, in welcher Weise Trader an der Basiswert-Entwicklung teilhaben. Auch sollten sich Trader genau informieren, zu welchem Bezugsverhältnis eine Auszahlung im Falle eines Verkaufs vorgesehen ist. Kompliziert wird das Leben für Anleger vielfach, wenn weder die Bedingungen für etwaige Aufwärtstrend noch für einen Abwärtstrend erkennbar werden am Markt. In solchen trendfreien oder trendlosen Umgebungen sind Trendfolge-Systeme aus Sicht des Analysten vielfach zum Scheitern verurteilt.

Auch gehebelte Zertifikate für den Handel mit dem Trend geeignet

Ein Beispiel, um mit Hebelzertifikaten traden zu können, und dabei auf Trends zu spekulieren, sind die am Markt gefragten Knock-Outs. Die Beliebtheit lässt sich unter anderem damit erklären, dass diese Produkte mit Hebelwirkung von einer quasi künstlichen Stop-Loss-Kursmarke gekennzeichnet sind. Dies bedeutet, dass Händler nicht artifiziell einen eigenen Stopp-Loss setzen müssen. Die Knock-out-Schwelle (siehe Erklärungen zu Knock-out-Zertifikaten) bedient diesen Bedarf bereits. Wichtig für eine sinnvolle Anwendung ist diesbezüglich allerdings aus Anlegersicht, dass hier Knock-out-Marken und der Basispreis des gehandelten Produkt identisch sind. Dies wirkt sich sowohl bei Turbo-Optionsscheinen mit klarer Laufzeitvorgabe als günstig als auch bei Open End-Formaten, bei denen keine feste Laufzeit definiert wird.

Ganz gleich, welche Produkte Anleger letzten Endes auswählen. Sie sollten sich immer wieder vor Augen führen, dass Trends potentiell nicht nur eine, sondern insgesamt drei Richtungen einschlagen können. Denn neben einem mehr oder weniger deutlichen Aufwärtstrend besteht auch die Möglichkeit, dass ein Abwärts- oder Seitwärtstrend erkennbar wird im Rahmen der technischen Analyse.

stefan

Mein Fazit

Wir haben gesehen: Es gibt eine Reihe verschiedener Produkte von Index-Zertifikaten bis hin zu Hebelprodukten mit Knock-Out-Barierre, die sich für den Trendfolgehandel mit Zertifikaten eignen. Gleichermaßen sollten Händler auf einige Risiken und mögliche Fallstricke vorbereitet sein, auch wenn gerade das Spekulieren auf einen fortgesetzten Trend oft Chancen bieten kann. Je länger ein Trend anhält, desto eher sollten Inhaber von Zertifikaten von einer Trendumkehr oder einem Gegentrend ausgehen. Alles in allem bieten die Zertifikate Börsen mehr als genug Auswahl, sodass Anleger Trends ebenso mit Hebelwirkung wie mit einem 1:1-Kapitaleinsatz für sich arbeiten lassen können.

Autor: Agnes Nitsche